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Dieser Text basiert auf dem Artikel Italexit aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung (de)). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
Wikipedia-Version zuletzt aktualisiert am 20.07.19.

Italexit

Die Mitgliedsländer der Eurozone (Stand Juni 2015)
  • Staaten mit Euro als gesetzlicher Währung
  • EU-Staaten mit anderer gesetzlicher Währung
  • Nicht-EU-Staaten, die den Euro de facto verwenden
  • Italexit bezeichnet ein mögliches Ausscheiden Italiens aus der Eurozone. Es handelt sich um ein Kofferwort aus den englischen Worten Italy und exit. Ein mögliches Ausscheiden Italiens aus der Eurozone wurde nach dem Verfassungsreferendum am 4. Dezember 2016 öffentlich diskutiert. In Folge der Parlamentswahlen in Italien 2018 wird seit Ende Mai 2018 die Gefahr des Italexit wieder öffentlich diskutiert.[1][2] Im englischen Sprachraum wird neben Italexit auch das Kofferwort Quitaly benutzt.[3][4]

    Hintergrund

    Im Verfassungsreferendum vom 4. Dezember 2016 konnten die italienischen Wähler über eine vom Parlament gebilligte Verfassungsänderung abstimmen. Durch diese sollte die Regierung stabilisiert werden und die Wahrscheinlichkeit häufiger Neuwahlen vermindert werden. Ministerpräsident Matteo Renzi warb für die Verfassungsänderung und kündigte vor dem Referendum an, bei einem „Nein“ zurückzutreten. Am 7. Dezember 2016 tat er dies.

    Vor dem Referendum gab es zahlreiche Spekulationen.[5][6]

    Italexit-Szenarien

    Parallelwährung

    Der ehemalige Ministerpräsident Silvio Berlusconi äußerte vor dem Referendum, der Euro sei ein schlecht durchdachtes Projekt gewesen und habe weder Italien noch Europa gutgetan. Gleichwohl hoffe er keinesfalls auf einen Italexit; dies wäre zu diesem Zeitpunkt ein Fehler. Denkbar wäre ein Zwei-Währungs-System, das Italien eine Teil-Souveränität über die zweite Währung gebe.[7][8]

    Nord-Euro und Süd-Euro

    Die Fünf-Sterne-Bewegung ist für eine Teilung des Euroraums. Es soll einen Euro für die nördlichen Länder geben und einen für die südlichen Länder, die tendenziell eher als die nördlichen Länder durch Geldentwertung ihren Export ankurbeln wollen.[9]

    Einzelnachweise

    1. Angst vor dem Italexit. In: boerse.ard.de. 29. Mai 2018, abgerufen am 29. Mai 2018. 
    2. Jürgen Röder: Flammt die Euro-Krise wieder auf? Drei mögliche „Italexit“-Szenarien. In: Handelsblatt. 29. Mai 2018, abgerufen am 29. Mai 2018. 
    3. Robin Wigglesworth: Measuring ‘Quitaly’ risk is harder than it looks. In: Financial Times. 30. Mai 2018, abgerufen am 24. Juni 2018 (englisch). 
    4. Dhara Ranasinghe, Sujata Rao, Ritvik Carvalho: 'Quitaly' risk premium lingers even as Italy's new government commits to euro. In: Reuters Business News. 19. Juni 2018, abgerufen am 24. Juni 2018 (englisch). 
    5. Diana Dittmer: Europa droht der Italexit. In: n-tv.de. 16. November 2016, abgerufen am 4. Dezember 2016. 
    6. Steht Europa am Sonntag Kopf - Wie nah sind Italexit und Öxit? In: wallstreet-online.de. 2. Dezember 2016, abgerufen am 4. Dezember 2016. 
    7. Berlusconi fordert eine zweite Währung für Italien. In: welt.de. 1. Dezember 2016, abgerufen am 4. Dezember 2016. 
    8. ilfogklio.it 1. Dezember 2016: Interview
    9. Umfrage Italien: Fünf-Sterne-Bewegung ist stärkste Partei. In: deutsche-wirtschafts-nachrichten.de. 8. Juli 2016, abgerufen am 4. Dezember 2016. 

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