Direkt zum Inhalt

konkurrierende Gesetzgebungskompetenz

GEPRÜFTES WISSEN
Über 200 Experten aus Wissenschaft und Praxis.
Mehr als 25.000 Stichwörter kostenlos Online.
Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

zuletzt besuchte Definitionen...

    Ausführliche Definition

    Gesetzgebungskompetenz, die sowohl dem Bund als auch den Ländern zusteht (Art. 72, 74, 105 II GG). Im Bereich der konkurrierenden Gesetzgebung haben die Länder die Befugnis zur Gesetzgebung, solange und soweit der Bund von seiner Gesetzgebungszuständigkeit nicht durch Gesetz Gebrauch gemacht hat (Art. 72 I GG). Macht der Bund davon abschließend Gebrauch, tritt für die Länder eine Sperrwirkung im Umfang der bundesgesetzlichen Regelung ein. Entgegenstehendes Landesrecht tritt außer Kraft. Ein Gesetzgebungsrecht des Bundes besteht nach Art. 72 II GG, wenn und soweit die Herstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse im Bundesgebiet oder die Wahrung der Rechts- oder Wirtschaftseinheit im gesamtstaatlichen Interesse eine bundesgesetzliche Regelung erforderlich macht. Diese sog. Erforderlichkeitsklausel wurde durch die Föderalismusreform I durch Gesetz vom 28.8.2006 (BGBl. I. 2034) jedoch erheblich eingeschränkt. Diese gilt nur noch bei bestimmten Fällen des Art. 74 GG. In einem weiteren Bereich hat der Bund zwar die Gesetzgebungskompetenz, die Länder können jedoch abweichende Regelungen treffen, Art. 72 III GG (sog. Abweichungsgesetzgebung). Hierzu gehören Teile des Naturschutzes, der Landschaftspflege und des Jagdwesens, die Bodenverteilung, die Raumordnung, Teile des Wasserhaushaltsrechts, die Hochschulzulassung sowie die Hochschulabschlüsse. Ansonsten kann der Bund tätig werden, ohne dass zusätzliche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, Art. 72 I GG. Auf den in Art. 74 GG genannten Gebieten, z.B. Bürgerliches Recht, Arbeitsrecht, Sozialversicherung, Recht der Wirtschaft (Gewerbe, Handel, Bank- und Börsenwesen) hat der Bund von seiner konkurrierenden Gesetzgebung weitgehend Gebrauch gemacht.

    zuletzt besuchte Definitionen...

      Mindmap konkurrierende Gesetzgebungskompetenz Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/konkurrierende-gesetzgebungskompetenz-38402 node38402 konkurrierende Gesetzgebungskompetenz node52227 Föderalismusreform I node38402->node52227 node33145 Gesetzgebungskompetenz node38402->node33145 node51997 Öffentliches Recht node29740 Bürgerliches Recht node51997->node29740 node42131 Steuerertragshoheit node50916 Vermögensteuer node42131->node50916 node34458 Einheitswert node46903 Organschaft node46903->node50916 node50916->node38402 node50916->node34458 node28838 Beamter node28838->node52227 node32290 Grundgesetz (GG) node32290->node52227 node51965 Privatrecht node51965->node29740 node33145->node52227 node27160 Bundessteuern node33145->node27160 node32030 Finanzausgleich node33145->node32030 node41898 Kaufvertrag node40541 juristische Person node29740->node38402 node29740->node41898 node29740->node40541 node40433 Kompetenz node40433->node33145 node43677 Rahmengesetzgebung node43677->node38402 node43677->node52227
      Mindmap konkurrierende Gesetzgebungskompetenz Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/konkurrierende-gesetzgebungskompetenz-38402 node38402 konkurrierende Gesetzgebungskompetenz node33145 Gesetzgebungskompetenz node38402->node33145 node52227 Föderalismusreform I node38402->node52227 node29740 Bürgerliches Recht node29740->node38402 node50916 Vermögensteuer node50916->node38402 node43677 Rahmengesetzgebung node43677->node38402

      News SpringerProfessional.de

      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

      Bücher auf springer.com

      Sachgebiete