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Prämie

(weitergeleitet von Betriebsprämie)
Definition

finanzieller oder nicht monetärer Anreiz, der geschaffen wird, um das Eintreten eines bestimmten Ereignisses oder das Erreichen im Vorfeld definierter Ziele (Erfolg/Leistung) zu belohnen.

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    Ausführliche Definition

    Inhaltsverzeichnis

    1. Personalwirtschaft
    2. Marketing/Handelsbetriebslehre
    3. Versicherungswesen
    4. Bankwesen
    5. Agrarpolitik

    Personalwirtschaft

    zusätzlich zum Zeitlohn gezahlte Prämie (Leistungsprämie) als Anerkennung bes. betrieblicher Leistungen des Arbeitnehmers, z.B. für Verbesserungsvorschläge, Umsatzprämien für wenig gängige Güter. Prämien können für quantitative und qualitative Leistungen gewährt werden.

    Prämie ist Bestandteil des Arbeitsentgelts.

    Vgl. auch Prämienlohn.

    Marketing/Handelsbetriebslehre

    Maßnahme der Verkaufsförderung. Beim Kauf eines bestimmten Produktes erhält der Konsument ein Geschenk oder die Berechtigung, ein anderes Erzeugnis zu einem wesentlich günstigeren Preis zu erwerben.

    Arten:
    (1) Das Präsent (Schlüsselanhänger, Trillerpfeife, Flaschenöffner etc.) ist Packungsbeilage (In-Pack Premium) oder an den Verpackungen befestigt (With-Pack Premium).
    (2) Die Zugabe zum eigentlichen Produkt besteht in einem wiederverwendbaren Behälter (Reusable Container), wie dies z.B. bei Senf, Marmelade, Kaffee oft der Fall ist.
    (3) Postzustellung der Prämie (Free-in-the-Mail Premium), nachdem der Konsument den Kauf des geförderten Produktes, z.B. durch Einsendung eines markierten Verpackungsteils, nachgewiesen hat.
    (4) Der Konsument erhält bei dem Nachweis, dass er das geförderte Produkt tatsächlich gekauft hat, direkt vom Hersteller ein anderes Erzeugnis zu einem wesentlich günstigeren Preis als beim Kauf über den Einzelhandel (Self-Liquidation Premium).

    Versicherungswesen

    Entgelt des Versicherungsnehmers für den Versicherungsschutz. Zusammen mit der Prämie sind Versicherungsteuer und Nebengebühren zu entrichten. Die Prämie ist i.Allg. für ein Jahr bemessen und wird i.d.R. im Voraus bezahlt; bei Zahlung einer tariflichen Jahresprämie in unterjährigen Raten ist für den Zinsausfall und die Verwaltungskosten des Versicherten ein Zuschlag zu entrichten.

    Zu unterscheiden sind Erstprämie und Folgeprämie.

    Nicht rechtzeitige Zahlung der Erst- oder Einmalprämie führt zum Verlust des Versicherungsschutzes (§ 38 I VVG); der Versicherer kann den Vertrag kündigen (§ 38 I VVG). Bei Folgeprämienverzug (Mahnung erforderlich) hat der Versicherer ebenfalls ein Kündigungsrecht (§ 39 VVG).

    Vgl. auch Beitragsrückerstattung.

    Bankwesen

    Prämiengeschäft.

    Agrarpolitik

    in der EU als Anreiz zur Unterstützung gewünschter Entwicklungen (z.B. Qualitäts-, Abschlachtungsprämien, Prämie für die Nichtvermarktung von Milch) angewandt. Mit der Agrarreform von 1992 erfolgte die Subventionierung der Landwirtschaft verstärkt über tier- bzw. flächengebundene Prämienzahlungen und seit 2003 stellen entkoppelte Betriebsprämien ein zentrales Instrument der EU-Agrarpolitik (Agrarpolitik) dar. Im Gegensatz zu faktorgebundenen Prämienzahlungen haben entkoppelte Betriebsprämien keine bzw. sehr geringe Effekte auf die innerbetriebliche Produktionsstruktur und implizieren somit eine höhere Allokationseffizienz. Aufgrund der geringen Produktionseffekte wurde die EU im Rahmen der WTO-Verhandlungen von den großen Agrarexporteuren aufgefordert, sämtliche Subventionszahlungen zu entkoppeln. Seit dem Jahr 2015 erfolgt die Bindung der Direktzahlungen an ökologischen Standards (Greening). Die Greening-Standards enthalten den Erhalt von Dauergrünland, die Fruchtartendiversifizierung (Einhaltung des Höchstanteils bei den Anbaukulturen) sowie die Bereitstellung von mindestens 5 Prozent Ökologischer Vorrangflächen (ÖVF) (Agrarumweltpolitik).

     

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      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      Dr. Cordula Heldt
      Deutsches Aktieninstitut e.V.
      Referentin und Rechtsanwältin
      Prof. Dr. Franz-Rudolf Esch
      Universität Gießen,
      FB Wirtschaftswissenschaften,
      Fak. BWL I
      Inhaber der Professur für Marketing
      Prof. Dr. Dr. Christian Henning
      Universität Kiel,
      Institut für Agrarökonomie,
      Lehrstuhl Agrarpolitik
      Professor für Agrarpolitik und geschäftsführender Direktor
      Prof. Dr. Thomas Bartscher
      Technische Hochschule Deggendorf
      Professor für die Lehrgebiete Human Resources Management, Innovations- und Transformationsmanagement
      Prof. Dr. Fred Wagner
      Institut für Versicherungswissenschaften e.V.
      an der Universität Leipzig Vorsitzender des Vorstandes
      Regina Nissen
      IPP-Institut GmbH
      Geschäftsführung

      Bücher

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

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      Erneut hat der Bundesgerichtshof (BGH) vorformulierte Klauseln mit Kostenpositionen in Kreditverträgen geprüft und seine wenig bankenfreundliche Rechtsprechung fortgeführt. Die Vereinbarung einer laufzeitunabhängigen Zinscap-Prämie beziehungsweise Zinssicherungsgebühr bei Verbraucherdarlehen mit einem variablen Zinssatz sei unzulässig.
      Der Bundesgerichtshof (BGH) hat entschieden, dass so genannte Zinscap-Prämien Bankkunden in bestimmten Fällen unangemessen benachteiligen. Nun müssen Banken mit Rückforderungen ihrer Darlehensnehmer rechnen.
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