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Dieser Text basiert auf dem Artikel Preis-Leistungs-Verhältnis aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung (de)). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
Wikipedia-Version zuletzt aktualisiert am 22.05.19.

Preis-Leistungs-Verhältnis

Als Preis-Leistungs-Verhältnis wird in der Betriebswirtschaftslehre, der Vergabepraxis für öffentliche Aufträge und im Bereich privatwirtschaftlicher Ausgaben die betriebswirtschaftliche Kennzahl für den Quotienten zwischen den Kosten (Preis) und einer klar definierten Leistung für Güter und Dienstleistungen bezeichnet. Die Formulierung wird auch im allgemeinen Sprachgebrauch benutzt, um auszudrücken, was man „für sein Geld“ bekommt.

Allgemeine Berechnung

Die Formel für das Preis-Leistungs-Verhältnis lautet:

Preis-Leistungs-Verhältnis=EntgeltLeistungsumfang{\displaystyle {\text{Preis-Leistungs-Verhältnis}}={\frac {\text{Entgelt}}{\text{Leistungsumfang}}}} oder
Preis-Leistungs-Verhältnis=KostenNutzwert{\displaystyle {\text{Preis-Leistungs-Verhältnis}}={\frac {\text{Kosten}}{\text{Nutzwert}}}}.

Beispiel: Für einen Fußballspieler werden 1,5 Millionen € Ablösesumme gezahlt (Kosten), er hat 40 Tore geschossen (Nutzwert) = 37.500,- € pro Tor.

Diese allgemeine Betrachtung genügt zumeist nicht, um verschiedene Angebote differenziert zu vergleichen. Vor allem bei komplexen Produkten wird der Nutzwert regelmäßig selbst zunächst als Kennzahl ermittelt und dann in der allgemeinen Formel dargestellt.

Differenzierte Berechnung

Eine genauere Betrachtung des Preis-Leistungs-Verhältnisses gelingt mit Hilfe einer vorab durchgeführten Nutzwertanalyse von verschiedenen Leistungen. Das Ergebnis einer solchen Vorauswahl lässt sich dann in Form einer aussagefähigen Kennzahl zum Preis in ein Verhältnis setzen.

Preis-Leistungs-Verhältnis=KostenNutzwertkennzahl{\displaystyle {\text{Preis-Leistungs-Verhältnis}}={\frac {\text{Kosten}}{\text{Nutzwertkennzahl}}}}.

Eine solche Betrachtung liegt z. B. der Unterlage für Ausschreibung und Bewertung von IT-Leistungen (UfAB) in der erweiterten Richtwertmethode zur Vergabe von öffentlichen Aufträgen zugrunde. Dazu wird das Preis-Leistungs-Verhältnis ermittelt:

Preis-Leistungs-Verhältnis=Bewertungspunkte⋅GewichtungspunktePreis{\displaystyle {\text{Preis-Leistungs-Verhältnis}}={\frac {{\text{Bewertungspunkte}}\cdot {\text{Gewichtungspunkte}}}{\text{Preis}}}}.

Auch in der Werbewirtschaft wird das Preis-Leistungs-Verhältnis als Kosten pro Kontakt (TKP Tausend-Kontakt-Preis) angegeben. Es wird ausgesagt, welcher Betrag dafür gezahlt wird, um 1.000 Personen der Zielgruppe zu erreichen. Der TKP verdeutlicht somit das „Preis-Leistungs-Verhältnis“ in bezug auf die Reichweite.

Im Bereich der Aktienwirtschaft drückt das Price-Earning to Growth-Ratio (PEG) eine Art Preis-Leistungs-Verhältnis für Wertpapiere aus. Er stellt das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) des Unternehmens in Relation zur prognostizierten langfristigen Wachstumsrate dar.

Kurs-Gewinn-Wachstum=Kurs-Gewinn-Verhältnislangfristige Wachstumsrate{\displaystyle {\text{Kurs-Gewinn-Wachstum}}={\frac {\text{Kurs-Gewinn-Verhältnis}}{\text{langfristige Wachstumsrate}}}}

Hier wird das Kurs-Gewinn-Verhältnis durch die langfristig prognostizierte Gewinn-Wachstumsrate (als „Growth“-Element) geteilt. Ein niedriger Quotient drückt hier attraktives Wachstumspotential der bewerteten Anteile aus und desto niedriger ist die jeweilige Aktie bewertet. Ein PEG im Bereich von 1,00 wird als faire Bewertung betrachtet. Das Kurs-Gewinn-Wachstum bietet eine längerfristigere Perspektive als das Kurs-Gewinn-Verhältnis.

Siehe auch

Weblinks

 Wiktionary: Preis-Leistungs-Verhältnis – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

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