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Staatsschulden

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Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

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    Ausführliche Definition

    Teil der öffentlichen Schulden (öffentliche Kreditaufnahme), der vom Staat aufgenommen wird, wobei unter „Staat” verstanden wird:
    (1) Bund und Länder,
    (2) Bund, Länder sowie Gemeinden und Gemeindeverbände, d.h. sämtliche Gebietskörperschaften, oder
    (3) Bund, Länder, Gemeinden, Gemeindeverbände sowie die Träger der Sozialversicherung. Im letzteren Fall sind Staatsschulden und öffentliche Schulden identisch.

    Theorie der Staatsschulden: Von jeher gehört die Frage, ob eine höhere Staatsquote durch Steuern oder Anleihen zu finanzieren sei, zu den grundsätzlichen Fragen der Finanztheorie. Spricht eine Vermehrung der zukunftswirksamen öffentlichen Strukturinvestitionen zunächst für eine Anleihefinanzierung (Pay-as-You-Use-Prinzip, intergenerative Gerechtigkeit; rentabilitätsorientierte Rechtfertigung der Staatsverschuldung, objektbezogener Deckungsgrundsatz), so sind aber je nach dem Auslastungsgrad des Produktionspotenzials und je nach den wirtschaftspolitischen Zielen die stabilisierenden, allokativen und distributiven Effekte, die die beiden alternativen Finanzierungsweisen haben können, unterschiedlich und nur mithilfe der Differenzialinzidenzmethode festzustellen.

    Allgemein ist bei ausgelastetem Produktionspotenzial die höhere Staatsquote nur auf Kosten der privaten Investitionen, Ersparnis und Konsumausgaben möglich (Crowding-out).
    (1) Eine Steuerfinanzierung würde je nach der zu wählenden Steuerart entweder eine Einbuße an privaten Investitionen und damit an Wachstum (im Fall der Gewinnbesteuerung) bedeuten oder Verteilungsnachteile (im Fall der Verbrauchsbesteuerung) haben.
    (2) Demgegenüber lässt sich bei der Kreditfinanzierung hinsichtlich der Verteilungswirkungen kein Nachteil feststellen (Gandenberger-These), doch würden sich die im Zuge der Zinssteigerungen zu erwartenden Wachstumsverluste nach einem längeren oder kürzeren Zeitablauf wegen der Umwegsrentabilität und des längeren Reifeprozesses der öffentlichen Investitionen evtl. wettmachen lassen.

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      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      Prof. Dr. Wolfgang Eggert
      Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
      Lehrstuhlinhaber des Instituts für Wirtschaftstheorie und Finanzwissenschaft
      Steffen Minter
      Institut für Wirtschaftstheorie und
      Finanzwissenschaften, Albert-Ludwigs-Universität
      Wissenschaftlicher Mitarbeiter

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

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      Es wird eine Methode vorgeschlagen, mit deren Hilfe in den betrachteten hypothetischen Fällen eindeutige Verteilungsergebnisse von Staatsschulden abgeleitet werden können. Ausgangspunkt ist eine verallgemeinerte „Golden Rule of Accumulation“.
      Damit sank die Staatsverschuldung im Jahr 2017 um 53 Milliarden Euro. Das hat die Deutsche Bundesbank am 29. März mitgeteilt. Die deutschen Bad Banks hatten daran einen großen Anteil.
      Die No-Bailout-Vorschrift im Maastrichter Vertrag zielte auf eine vollständige wechselseitige Unabhängigkeit von Geld- und Finanzpolitik. Aber ohne einen Lender of Last Resort für die Staatsschulden können selbst aus nicht-fundamentalen Gründen …

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