Direkt zum Inhalt

Streitgenossenschaft

Definition

Streitgenossenschaft liegt vor, wenn in einem Zivilprozess mehrere Personen Kläger oder Beklagte sind.

GEPRÜFTES WISSEN
Über 200 Experten aus Wissenschaft und Praxis.
Mehr als 25.000 Stichwörter kostenlos Online.
Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

zuletzt besuchte Definitionen...

    Ausführliche Definition

    1. Begriff: Streitgenossenschaft liegt vor, wenn in einem Zivilprozess mehrere Personen Kläger oder Beklagte sind (§§ 59–63 ZPO).

    2. Arten: a) Einfache Streitgenossenschaft: Die Handlungen der einzelnen Streitgenossen wirken weder zum Vorteil noch zum Nachteil der anderen; das Gericht entscheidet so, als lägen mehrere selbstständige Prozesse vor. Streitgenossenschaft ist zulässig:
    (1) Wenn mehrere Personen hinsichtlich des Streitgegenstandes in Rechtsgemeinschaft stehen, z.B. Miteigentümer einer Sache klagen auf Herausgabe;
    (2) wenn sie aus demselben tatsächlichen und rechtlichen Grunde berechtigt oder verpflichtet sind, z.B. mehrere Mittäter einer unerlaubten Handlung;
    (3) wenn gleichartige oder auf einem im Wesentlichen gleichartigen tatsächlichen und rechtlichen Grund beruhende Ansprüche oder Verpflichtungen Gegenstand des Rechtsstreits sind, z.B. Klage der Versicherungsgesellschaft gegen mehrere Versicherungsnehmer auf Prämien.

    b) Notwendige Streitgenossenschaft: Ein säumiger Streitgenosse wird durch den Nichtsäumigen als vertreten angesehen, auch kann der Prozess allen gegenüber nur einheitlich entschieden werden. Zulässig:
    (1) Wenn einheitliche Prozessführung durch oder gegen mehrere nach materiellem Recht erforderlich ist, z.B. Klage auf Ausschließung eines Gesellschafters aus der OHG;
    (2) wenn das streitige Rechtsverhältnis allen Streitgenossen gegenüber nur einheitlich festgestellt werden kann, z.B. Anfechtungsklage mehrerer Aktionäre auf Nichtigkeit eines Hauptversammlungsbeschlusses.

    3. Kostenentscheidung: § 100 ZPO.

    zuletzt besuchte Definitionen...

      Mindmap Streitgenossenschaft Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/streitgenossenschaft-43100 node43100 Streitgenossenschaft node48476 Zivilprozess node43100->node48476 node50486 unerlaubte Handlung node43100->node50486 node27400 Amtsgericht node48476->node27400 node49194 Zwangsvollstreckung node48476->node49194 node32361 einstweilige Verfügung node48476->node32361 node42918 Streitgegenstand node42918->node48476 node51054 Verschulden node50486->node51054 node42279 Pflichtverletzung node42279->node50486 node36319 Gefälligkeitsfahrt node36319->node50486 node36584 Gewerbebetrieb node36584->node50486
      Mindmap Streitgenossenschaft Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/streitgenossenschaft-43100 node43100 Streitgenossenschaft node48476 Zivilprozess node43100->node48476 node50486 unerlaubte Handlung node43100->node50486

      News SpringerProfessional.de

      • Persönlichkeit und Motivation müssen stimmen

        Beim Besetzen vakanter Stellen achten Vertriebsleiter oft stärker auf die fachliche Qualifikation der Bewerber als auf deren Persönlichkeit und Motivation. Michael Schwartz, Leiter des Instituts für integrale Lebens- und Arbeitspraxis in Esslingen, erläutert, warum diese beiden Faktoren im Vertrieb so wichtig sind.

      • Neue Recruitingstrategien gegen den Fachkräftemangel

        Für den deutschen Mittelstand wird der Fachkräftemangel zum Geschäftsrisiko, zeigen Studien. Und die Situation soll sich noch verschärfen. Höchsten Zeit also, bei der Personalbeschaffung neue Weg zu gehen, so Gastautor Steffen Michel. 

      • Weniger IPO-Prospekt, dafür mehr Anlegerschutz

        Wer sich bislang per Börsengang Geld am Kapitalmarkt besorgen wollte, musste einen aufwendigen Prospekt erstellen. Eine Neuregelung sorgt jetzt bei kleineren IPOs (Initial Public Offering) für Abhilfe. Wie die Voraussetzungen aussehen, erklärt Rechtsanwalt Jörg Baumgartner in seinem Gastbeitrag.

      • Whatsapp startet Business-Offensive

        Im Servicefall können Verbraucher einige Unternehmen bereits über den Messenger-Dienst Whatsapp kontaktieren. Doch was passiert, wenn der Kundenservice Nachrichten initiativ versendet? Ein neues Business-Tool soll genau das ermöglichen.

      • Kundennutzenmodelle im B2B-Vertrieb von E-Marktplätzen

        Elektronische B2C-Marktplätze müssen ihre über Jahre errungene dominante Marktstellung in Gewinne umzumünzen, ohne ihre Marktstellung zu gefährden. Dazu gehört, Preise für langjährige Händler drastisch zu erhöhen. Kundennutzenmodelle spielen dabei eine wichtige Rolle.

      • "Belastete Geschäftsmodelle sind meistens nicht genug innoviert"

        Der ehemalige Roland-Berger-Krisenberater Thomas Knecht hat an der Spitze von Hellmann den Turnaround des weltweiten Logistikers geschafft. Branche und Wirtschaft fordert er zu mehr Wachsamkeit auf. Im Interview spricht er über Anpassungsfähigkeit und Insolvenzschutz.

      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      Dr. Eggert Winter
      Hessische Staatskanzlei
      Leitender Ministerialrat

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

      Springer Professional - Die Flatrate für Fachzeitschriften und Bücher
      Bevor nun die für die weitere Untersuchung wesentlichen Aspekte des Zivilverfahrens im Detail erläutert werden, wird hier einführend ein Überblick über das zivilgerichtliche Erkenntnisverfahren in der ersten Instanz gegeben. Dies soll eine …
      Der Beitrag befasst sich mit den einschlägigen prozessualen Fragen der unternehmerischen Haftung wegen Verletzung von menschenrechtlichen Sorgfaltspflichten. Ausgehend von der Erkenntnis, dass Opfer von Menschenrechtsverletzungen oft ein Interesse …
      Der Beitrag skizziert die Rechtsfragen, die sich im Zusammenhang mit der Klage gegen KiK stellen. Da auf den Fall nach den einschlägigen kollisionsrechtlichen Regeln pakistanisches Recht, und damit im weiteren Sinne common law anzuwenden ist …

      Sachgebiete