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Tourismus

Definition

Tourismus umfasst die Gesamtheit aller Erscheinungen und Beziehungen, die mit dem Verlassen des üblichen Lebensmittelpunktes und dem Aufenthalt an einer anderen Destination verbunden sind. Dies führt zu einer Vielzahl von Reisearten und Akteuren im Tourismus. Ökonomische, ökologische interkulturelle und infrastrukturelle Ziele bilden den Kern in der Tourismuspolitik und im Wirken der Tourismusorganisationen. Die Tourismuswirtschaft zählt aufgrund ihrer positiven Einkommens-, Arbeitsplatz- und Deviseneffekte in vielen Regionen und Ländern zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen. Das Wachstum im Tourismus wird weltweit anhalten, jedoch destinationsabhängig sich zwischen Stagnation und Expansion bewegen.

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    Ausführliche Definition

    Inhaltsverzeichnis

    1. Begriff
    2. Arten
    3. Abgrenzung
    4. Tourismuswirtschaftliche und tourismuspolitische Ziele
    5. Entwicklung des Begriffs
    6. Darstellung des zugrunde liegenden Modells Tourismus
    7. Probleme

    Begriff

    Tourismus (Fremdenverkehr, touristischer Reiseverkehr) umfasst die Gesamtheit aller Erscheinungen und Beziehungen, die mit dem Verlassen des üblichen Lebensmittelpunktes und dem Aufenthalt an einer anderen Destination bzw. dem Bereisen einer anderen Region verbunden sind. Das Kriterium der Bewegung außerhalb des üblichen Arbeits- und Wohnumfeldes ist allein begriffsbestimmend.

    Arten

    Die konkreten Erscheinungsformen touristischen Verhaltens führen zu Typologien von Reisearten. Aus nationalen tourismuspolitischen und statistischen Gründen werden die Reiseströme in Inlandstourismus, Incomingtourismus und Outgoingtourismus gegliedert.

    Abgrenzung

    Im Gegensatz zu Tourismus handelt es sich bei Touristik um den institutionellen Branchenbegriff. D.h. unter Touristik wird die Gesamtheit von erwerbswirtschaftlichen sowie auch Non-Profit-Organisation (NPO) verstanden, die touristische Dienstleistungen produzieren.

    Beispiele: Reiseveranstalter, Reisemittler, Tourist Offices, Hotellerie und Parahotellerie, Transportbetriebe (Luftverkehrsgesellschaften, Bahn- und Busunternehmen, Reedereien etc.).

    Tourismuswirtschaftliche und tourismuspolitische Ziele

    Für in der Touristik tätige Unternehmen bildet üblicherweise deren auf Erwerb gerichtete Zielsetzung das entscheidende Motiv ihres Handelns. Im Gegensatz hierzu liegen tourismuspolitische Ziele von supranationalen Organisationen, Staaten, Ländern, Regionen und Kommunen in der Förderung von Einkommen, dem Verfolgen von Struktur- und Arbeitsmarkt sowie regionalpolitischen Anliegen und insgesamt dem Erhöhen des Lebensstandards der Bevölkerung.

    Entwicklung des Begriffs

    Prinzipiell ist Tourismus so alt wie die Geschichte der Menschheit. Bekanntlich wurden bereits in der Frühzeit der Geschichte Reisen u.a. aus spirituellen bzw. religiösen Motiven sowie auch zum Zwecke der Erkundung entfernterer Regionen und/ oder des Recherchierens attraktiverer Umweltbedingungen unternommen. Die ersten dokumentierten Pauschalreisen im heutigen Sinn wurden ab 1841 durch den Briten Thomas Cook veranstaltet. Entscheidende Bestimmungsfaktoren für die Entwicklung des weltweiten Tourismus sind v.a. die durch den technischen Fortschritt erzielte Erhöhung der Arbeitsproduktivität sowie die damit verbundene Steigerung der individuellen Einkommen wie auch die vermehrte Freizeit. Weiterhin sind die gestiegene Lebenserwartung, der gestiegene Lebensstandard sowie damit einhergehend das erhöhte Bildungsniveau weiter Teile der Weltbevölkerung, die sich zunehmend in urbanen Agglomerationen konzentriert, besonders hervorzuheben. Darüber hinaus liefert die Entwicklung des Transportwesens auf dem Lande, zu Wasser und in der Luft, die Entwicklung der Informationstechnologie sowie der Wegfall bzw. die Durchlässigkeit vormals vorhandener politischer Grenzen entscheidende Impulse für die ständig steigende wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus.

    Darstellung des zugrunde liegenden Modells Tourismus

    Als beispielhaft für ein ganzheitliches oder modulares Tourismusmodell sei hier die von W. Freyer entwickelte schematische Darstellung vorgestellt.

     

    Probleme

    Probleme in touristischen Zielgebieten: Gründe für die Auflösung traditioneller sozialer wie auch kultureller Strukturen sind bspw. das durch die Touristen zur Schautragen eines vergleichsweise hohen materiellen Reichtums und die Rücksichtslosigkeit gegenüber traditionellen kulturellen Prägungen der Bevölkerung in den bereisten Destinationen. Darüber hinaus führt die vielfach aus rein sprachlichen Gründen mangelnde Möglichkeit der Auseinandersetzung mit den Gedanken und Gefühlen der ortsansässigen Einwohner zu zusätzlichen Problemen. Der weithin fehlende Respekt vor andersartigen Wertvorstellungen und Lebensentwürfen der Menschen aufgesuchter Destinationen trägt zu einer Verschärfung der hier in Rede stehenden Erscheinung bei. Als konkrete Auswirkungen seien die Förderung der (Kinder-)Prostitution in Entwicklungsländern, Verelendung der einheimischen Bevölkerung, teils massive Umweltprobleme, der ungehemmte Verbrauch natürlicher Ressourcen (Landschaft, Gewässer, Fauna, Flora) sowie generell die Destabilisierung historisch gewachsener ökonomischer und gesellschaftlicher Strukturen zu nennen.

    Mobiltätsbedingte Probleme: Das im Zuge der touristischen Entwicklung drastisch gestiegene Verkehrsaufkommen mittels Land-, Wasser- und Luftfahrzeugen führt zum Entstehen gravierender Umweltprobleme. Zu nennen sind hier v.a. die Luftverschmutzung sowie der Landverbrauch für die Verkehrsinfrastruktur, für Hotelanlagen, für Freizeit- und Sportanlagen sowie die touristischen Zulieferbetriebe. Wie die Erfahrungen der jüngsten Zeit zeigen, führt die dem Tourismus immanente hohe Mobilität erheblicher Teile der Weltbevölkerung zur raschen und schwer beherrschbaren Ausbreitung von Seuchen und anderen Krankheiten (AIDS, SARS, BSE etc.).

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      Autoren der Definition

      Prof. Dr. Ursula Frietzsche
      FH Worms,
      FB Touristik und Verkehrswesen
      Professorin

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