| 
 | 
 | 
 | 
Wirtschaftslexikon
  Detailsuche
Digitale Fachbibliothek
in über 50.000 Fachbüchern + 300 Fachzeitschriften 

ANZEIGE

Bücher
Wolfgang Burr zeigt, dass eine effiziente Produktion von Dienstleistungen realisiert werden kann, wenn sie mit Hilfe von Methoden und Konzepten ... Vorschau
54.99 €

Dieses Buch online im Abo für monatlich 39,90 € - inkl. weiterer 50.000 Fachbücher als PDF auf Springer Professional !
Statistik (von statista.com)
Staatshilfen für Banken in Deutschland
Staatshilfen für Finanzinstitute in Form von Garantien und Eigenkapitalhilfen in Deutschland im Jahr 2009 (in Milliarden Euro)
Statistik: Staatshilfen für Banken in Deutschland
(Kostenpflichtige Statistik)
Statista: hochwertige Statistiken, Umfragen und Studien aus über 10.000 Quellen
Meine zuletzt besuchten Definitionen
Schwerpunktbeiträge des Tages
Mit Unternehmungsbewertung bezeichnet man die Verfahren zur Wertermittlung von Unternehmen als Ganzes (Wert). Unternehmensbewertungen als periodisches Rechenwerk werden sowohl bei der wertorientierten Unternehmensführung (z.B. Entscheidungen zur Geschäftsfeldstrategie, Leistungsbeurteilung von Führungskräften) als auch bei der externen Rechnungslegung nach HGB und IFRS ... mehr
von  Prof. Dr. Klaus Henselmann
I. Charakterisierung: 1. Begriff Der Begriff des Nonprofit Managements (auch als Not-for-Profit Management oder NPO-Management bezeichnet) beinhaltet das Management von Nonprofit-Organisationen (NPO). Als NPO im engeren Sinn werden Organisationen bezeichnet, die einen institutionellen Rahmen besitzen, sich in privater Trägerschaft befinden, ... mehr
von  Prof. Dr. Bernd Helmig

Industrialisierung

Definition

ANZEIGE

Kurzerklärung:

Die Industrialisierung bezeichnet einen volkswirtschaftlichen Prozess, der gekennzeichnet ist durch eine signifikante Zunahme der gewerblichen Gütererzeugung (sekundärer Sektor) auf Kosten des Agrarbereichs (primärer Sektor). Diese Erzeugung von gewerblichen Massengütern erfolgt mit wachsendem Maschineneinsatz in großgewerblicher, arbeitsteiliger Produktionsorganisation.

Ausführliche Erklärung:

I. Begriff:

Volkswirtschaftlicher Prozess, der gekennzeichnet ist durch eine signifikante Zunahme der gewerblichen Gütererzeugung (sekundärer Sektor) auf Kosten des Agrarbereichs (primärer Sektor). Diese Erzeugung von gewerblichen Massengütern erfolgt mit wachsendem Maschineneinsatz in großgewerblicher, arbeitsteiliger Produktionsorganisation.

II. Industrialisierungskonzepte:

Die Grundstrukturen von in verschiedenen Volkswirtschaften zu verschiedenen Zeiten in unterschiedlicher Weise ablaufenden Industrialisierungsprozesse können anhand ausgewählter Indikatoren erfasst und zu Industrialisierungskonzepten verdichtet werden, anhand derer u.U. Anregungen für die Industrialisierung von heute nicht oder wenig industrialisierten Ländern gewonnen werden können.

Drei wichtige Industrialisierungskonzepte: 1. Nach A. Gerschenkron wird der Verlauf der Industrialisierung einer Volkswirtschaft maßgeblich von ihrer wirtschaftlichen Rückständigkeit zu Beginn dieses Prozesses bestimmt. Mit dem Grad der Rückständigkeit nehmen v.a. die Schnelligkeit und Intensität der Industrialisierung und damit u.a. auch die von der Bevölkerung während des Prozesses zu tragenden Lasten (Einschränkung des Konsumniveaus) zu. Bes. Bedeutung kommt der Regelung der Kapitalbereitstellung zu: Während in einem wirtschaftlich fortgeschrittenen Land (z.B. England) die Kapitalbeschaffung überwiegend durch Selbstfinanzierung der Unternehmen erfolgen kann, bedarf es dazu bei einem rückständigen Land der Institution „Kreditinstitut” (z.B. in Deutschland) oder sogar des direkten Eingriffs des Staates (z.B. in Russland). Mit fortschreitender Industrialisierung kann die Kapitalbereitstellung sukzessive auf die Unternehmen selbst verlagert werden.

2. Hoffmann unterscheidet im Industrialisierungsprozess anhand der Nachfragestruktur grundsätzlich vier Perioden: a) Vorherrschen der Konsumgüterindustrie, b) allmähliches Wachstum der Kapitalgüterindustrie, c) Gleichgewicht zwischen Konsum- und Kapitalgüterindustrie, d) Übergewicht der Kapitalgüterindustrie.

Den ersten Ansatzpunkt für die Industrialisierung einer Volkswirtschaft bildet der Massenbedarf der Bevölkerung an lebensnotwendigen Gütern, sodass bei der Konsumgüterproduktion industrielle Verfahren eingesetzt werden können. Durch zunehmende soziale Differenzierung und wachsende Beschäftigtenzahl verschiebt sich im Zusammenhang mit steigenden Haushaltseinkommen die Nachfrage- und Produktionsstruktur. Lohnsteigerungen wiederum begünstigen den Substitutionsprozess zugunsten von Wirtschaftsbereichen mit höherer Wertschöpfung. Diese Differenzierung in der Produktion geht mit wachsender Qualifikation des Produktionsfaktors Arbeit (Ausbildung) und institutioneller Bereitstellung des Produktionsfaktors Kapital (Kreditinstitute) einher. So entsteht allmählich neben der Nachfrage auch die Möglichkeit zur Herstellung von Kapitalgütern. Aufgrund der aufgezeigten Interdependenzen erlangen die Kapitalgüterindustrien immer größere Bedeutung.

3. Rostow findet ausgehend von einer traditionellen Gesellschaft mit vorindustriellen Wirtschafts- und Herrschaftsstrukturen im Industrialisierungsprozess vier typische Wachstumsphasen: a) Anlaufperiode, in der die Vorbedingungen für zukünftiges, industrielles Wachstum gelegt werden; b) Aufschwungperiode (Take off), in der ein sich selbst tragender wirtschaftlicher Aufschwung einsetzt; c) Reifeperiode, in der die Entwicklung konsolidiert wird; d) Massenkonsumperiode, in der erste Marktsättigungen auftreten.

Entscheidend für den Erfolg und den konkreten Ablauf der Industrialisierung ist die Aufschwungperiode, in der nach Überwindung von entwicklungshemmenden Faktoren wirtschaftliches Wachstum zu einer normalen Bedingung des Wirtschaftens wird. Die Aufschwungperiode ist dadurch gekennzeichnet, dass geeignete Rahmenbedingungen im sozio-ökonomischen und institutionellen Bereich vorliegen, die Quote produktiver Investitionen mind. zehn Prozent beträgt und einer oder mehrere industrielle Bereiche als Führungsbereiche (Leading Sector) mit sehr hohen Wachstumsraten und umfangreichen Vorwärts- und Rückwärtskoppelungseffekten fungieren.

Suche in der E-Bibliothek für Professionals

ANZEIGE

Sachgebiete
Industrialisierung
ist im Gabler Wirtschaftslexikon folgenden Sachgebieten zugeordnet:
Informationen zu den Sachgebieten
Die Versicherungswirtschaft ist zum einen ein Wirtschaftszweig von großer volkswirtschaftlicher Bedeutung und zum anderen eine spezielle Betriebwirtschaftslehre - auch Versicherungsbetriebslehre genannt. Als Wirtschaftszweig mit Dienstleistungscharakter ist die Versicherungswirtschaft mit Aufgaben der Schadensverhütung und -regulierung und der Sammlung von Kapital betraut. ... mehr
Durch eine internationale Rechnungslegung und damit internationale Harmonisierung der Rechnungslegung soll eine Vergleichbarkeit bzw. Interpretierbarkeit der Jahresabschlüsse international agierender Unternehmen, die ansonsten nach länderspezifischen, unterschiedlichen Rechtsnormen erstellt sind, erreicht werden. Diese Harmonisierung ist seit 2001 Aufgabe des IASB, des privatrechtlichen ... mehr
Die Wirtschaftsinformatik als Wissenschaft von der Konzeption, Entwicklung und Anwendung computergestützter Informations- und Kommunikationssysteme (IKS) nimmt eine interdisziplinäre Schnittstellenfunktion zwischen der Betriebswirtschaftslehre und der Informatik ein. Jedoch bietet die Wirtschaftsinformatik auch zusätzliche Funktionen/Ergebnisse wie etwa Methoden und Modelle, anhand derer ... mehr
Weiterführende Schwerpunktbeiträge
I. Begriff Umfassendes methodisch-quantitatives Instrumentarium zur Charakterisierung und Auswertung empirischer Befunde bei gleichartigen Einheiten („Massenphänomenen”) mit universellen Einsatzmöglichkeiten in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft und allen Geistes-, Sozial- und Naturwissenschaften einschließlich Medizin und Technik, in denen mit Zahlen oder Bewertungen gearbeitet wird. ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  Prof. Dr. Udo Kamps
I. Begriff Unter experimenteller Wirtschaftsforschung versteht man den Bereich der empirischen Wirtschaftswissenschaft, in dem kontrollierte Experimente durchgeführt werden, um Theorien zu überprüfen oder neue Regelmäßigkeiten zu entdecken. Die Experimente werden zumeist als Laborexperimente, mitunter jedoch auch als Feldexperimente oder in Form ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  Prof. Dr. Mathias Erlei
Wissensmanagement beschäftigt sich mit dem Erwerb, der Entwicklung, dem Transfer, der Speicherung sowie der Nutzung von Wissen. Wissensmanagement ist weit mehr als Informationsmanagement (z.B. Beerheide/ Katenkamp 2011). Information ist die notwendige Voraussetzung zur Generierung von Wissen. Deshalb kann man Informationen ... mehr
Schwerpunktbeitrag von  Prof. Dr. Jetta Frost