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EQ-5D (EuroQol)

Definition

Der EQ-5D ist ein weitverbreitetes Instrument der präferenzbasierten Lebensqualitätsmessung. Es wurde 1987 von der EuroQol Group entwickelt und liegt mittlerweile in zahlreichen Sprachen vor. Die englische Fassung wird seit 1990 eingesetzt, die deutsche Fassung seit 1998.

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    Ausführliche Definition

    1. Begriff: Der EQ-5D ist ein weitverbreitetes Instrument der präferenzbasierten Lebensqualitätsmessung. Es wurde 1987 von der EuroQol Group entwickelt und liegt mittlerweile in zahlreichen Sprachen vor. Die engl. Fassung wird seit 1990 eingesetzt, die dt. Fassung seit 1998.

    2. Merkmale: Der EQ-5D umfasst zwei Teile. Im ersten Teil füllen Individuen einen Fragebogen aus, in dem das psychologische Konstrukt der gesundheitsbezogenen Lebensqualität über die Dimensionen
    (1) Beweglichkeit/Mobilität,
    (2) Für-sich-selbst-sorgen,
    (3) Allg.  Tätigkeiten (bspw. Arbeit, Hausarbeit, Familien- und Freizeitaktivitäten),
    (4) Schmerzen/körperliche Beschwerden und
    (5) Angst/Niedergeschlagenheit operationalisiert wird. Die Dimensionen weisen jeweils drei Antwortmöglichkeiten (keine, mäßige und extreme Probleme) auf. Insgesamt lassen sich 243 Gesundheitszustände durch Kombination der Antwortmöglichkeiten über die fünf Dimensionen abbilden. Die Gesundheitszustände wurden von einer repräsentativen Bevölkerungsstichprobe nach dem Time-trade-off Ansatz präferenzbasiert bewertet und in einen Lebensqualitätsindex zwischen 0 und 1 transformiert (wobei Tod mit 0 und der bestmögliche Gesundheitszustand mit 1 bewertet wird). Im zweiten Teil des EQ-5D schätzen die Patienten ihren momentanen Gesundheitszustand auf einer visuellen Analogskala (VAS) zwischen 0 und 1. Die VAS erlaubt eine allg. Bewertung des eigenen momentanen Gesundheitszustands unabhängig von den Antworten auf den fünf Dimensionen des Fragebogens.

    3. Beurteilung: Die patientenindividuelle VAS-Einschätzung und der bevölkerungsbasierte Lebensqualitätsindex können zu unterschiedlichen Lebensqualitätsbewertungen führen. Die Bestimmung der Präferenzen in der Bevölkerungsstichprobe verlangt von den Studienteilnehmern einen komplexen kognitiven Bewertungsprozess unter Unsicherheit über einen theoretischen Gesundheitszustand. Die Präferenzen basieren auf bestimmten Annahmen, wie z.B., dass der Gesundheitszustand über eine definierte Zeitperiode besteht, was bei den Selbsteinschätzungen durch die Patienten über VAS nicht gefordert wird. Zudem können die Präferenzen über unterschiedliche Bewertungsansätze abgeleitet werden (wie bspw. Standard Gamble, Time-trade-off oder Rating Scale). Schließlich unterscheidet sich die Selbsteinschätzung der Gesundheit durch Patienten i.A. von der Fremdeinschätzung durch eine Bevölkerungsstichprobe, was sich durch Anpassungsstrategien an die Gesundheitseinschränkungen (Coping) begründen lässt.

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