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Chronic Care Modell

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    Ausführliche Definition

    1. Begriff: umfasst die ganzheitlich gesteuerte Versorgung chronisch Kranker über die einzelnen Sektorengrenzen hinweg.

    2. Merkmale: Ein Großteil der Kosten im Gesundheitswesen entfällt auf einen lediglich kleinen Teil der Bevölkerung (10 Prozent der Versicherten verursachen 80 Prozent der Kosten). Die Konzentration auf diesen Bevölkerungsteil verspricht ein äußerst hohes Effizienzpotential. Ziel ist es, durch eine koordinierte Versorgung Krankheiten frühzeitig zu erkennen, Risikofaktoren zu senken, einen effizienten Behandlungsverlauf im Krankheitsfall zu gewährleisten und i.S. einer kontinuierlichen Verbesserung der Versorgung durchgeführte Maßnahmen zu evaluieren und Verbesserungsmaßnahmen zu implementieren. Durch die gestiegene Lebenserwartung erhöht sich die Rate chronisch Kranker und multimorbider Krankheitsfälle. Im Zuge einer zunehmenden Multimorbidität (Vorliegen mehrerer Erkrankungen gleichzeitig) unter der Bevölkerung gewinnen Chronic Care Modelle an besonderer Bedeutung im Umgang mit den zur Verfügung stehenden Ressourcen.

    3. Formen: Verschiedene Formen zur gezielten Behandlung chronisch Kranker sind dabei vorstellbar. Exemplarisch seien im Folgenden einige angeführt: a) Disease Management ist die strukturierte, kontinuierliche und sektorenübergreifende Versorgung chronisch kranker Patientengruppen nach wissenschaftlich anerkannten Methoden. Die aktive Einbindung betroffener Patienten ist ein wesentlicher Bestandteil des Konzepts.

    b) Case Management: Im Gegensatz zum Disease Management liegt der Schwerpunkt nicht in der Betreuung eines Patientenkollektivs durch mehrere Betreuer, sondern in der Einzelfallbetreuung. Zusätzlich wird kein komplettes Krankheitsbild abgedeckt, sondern gezielt ein Behandlungsplan (Care Plan) an den Bedürfnissen des Patienten und den Anforderungen des Auftraggebers ausgerichtet.

    c) Gatekeeping umfasst die gezielte Leistungssteuerung durch einen bes. qualifizierten Arzt. Der Arzt (v.a. Allgemeinmediziner oder niedergelassener Internist; im Folgenden als Hausarzt bezeichnet) ist im Krankheitsfall die erste Anlaufstelle für den Patienten und übernimmt eine Art Lotsenfunktion (Gatekeeper) entlang der Versorgungskette. Gemeinsamkeiten zwischen Gatekeeping und Case Management bestehen in der Übernahme eines bestimmten Versorgungsprozesses durch einen Betreuer. Im Gegensatz zum Case Manager führt der Gatekeeper aber Diagnosen sowie Behandlungen durch und verschreibt Medikamente.

    4. Grundlegende Gemeinsamkeiten: Chronic Care Modelle bauen im Wesentlichen auf drei Grundsätzen auf. Eine optimale Versorgungssituation ist zu definieren, eine effektive Verbesserungsstrategie zu entwickeln und konkrete Maßnahmen sind daraus abzuleiten und zu implementieren. Dabei dient die Berücksichtigung der in der Abbildung aufgeführten Elemente einer erfolgreichen Verbesserung der Versorgung.

    Leistungserbringer sind frühzeitig in die Verbesserungsstrategie mit einzubeziehen. Ein einfacher Zugang zu aktuellem Wissen sollte den Leistungserbringern ermöglicht werden und durch die Einrichtung einrichtungsübergreifender Informationstechnologie eine stets aktuelle Gesamtschau über patientenrelevante Daten zur Verfügung stehen. Zusätzlich sollte das Selbstmanagement und die Verantwortung des Patienten durch geeignete Maßnahmen gestärkt werden.

    5. Risiken: Bei sämtlichen Modellen stehen Kostenvorteile durch die verbesserte Behandlung den Kosten durch einen zumindest anfänglich höheren Ressourcen- und Verwaltungsaufwand gegenüber. Tiefgreifende Veränderungen im Versorgungsprozess erfordern einen aktiv begleiteten Bewusstseinswandel aller Beteiligten. Vor dem Hintergrund zunehmend multimorbider Erkrankungen sollte eine ganzheitliche Versorgung gegenüber einer Aneinanderreihung einzelner Modelle bevorzugt werden.

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