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Europäische Wirtschaftliche Interessenvereinigung (EWIV)

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    Ausführliche Definition

    Inhaltsverzeichnis

    1. Gesellschaftsrecht
    2. Einkommen- und Körperschaftsteuerrecht
    3. Gewerbesteuer
    4. Internationales Steuerrecht

    Gesellschaftsrecht

    Durch die EWIV-Verordnung vom 25.7.1985 (ABl. L 199/1 vom 31.7.1985) geschaffene (supranationale) Unternehmensform. Danach haben kleinere und mittlere Unternehmungen aus EU-Mitgliedsstaaten die Möglichkeit, grenzüberschreitende Kooperationen in Form einer EWIV zu betreiben. Die Vereinigung selbst hat nicht den Zweck der eigenen Gewinnerwirtschaftung, sondern soll die unternehmerischen Ergebnisse der rechtlich selbstständig bleibenden Mitglieder verbessern. Die EWIV ist eine juristische Person.

    Grundstruktur ähnlich der offenen Handelsgesellschaft (OHG).

    Mitglieder: Gesellschaften oder andere juristische Einheiten sowie natürliche Personen.

    Organe: Gemeinschaftlich handelnde Mitglieder, der bzw. die Geschäftsführer; der Gründungsvertrag kann weitere Organe vorsehen. In Beschlüssen zur Verwirklichung des Unternehmensgegenstandes ist die Mitgliederversammlung unbeschränkt; ihr obliegt die Bestellung der Geschäftsführer.

    Die Mitglieder der Vereinigung haften unbeschränkt und gesamtschuldnerisch.

    Aufgaben: Erleichterung und Entwicklung sowie Ergebnisverbesserung der wirtschaftlichen Tätigkeit ihrer Mitglieder. Gewinne werden als Gewinne der Mitglieder betrachtet und von diesen versteuert.

    Restriktionen: EWIV darf sich nicht an den Kapitalmarkt wenden und nicht mehr als 500 Arbeitnehmer beschäftigen.

    Einkommen- und Körperschaftsteuerrecht

    Gemäß § 40 EWIV-Verordnung wird die EWIV steuerlich wie eine Personengesellschaft behandelt. Ein evtl. erzielter Gewinn oder Verlust wird ihren Gesellschaftern anteilig zugerechnet (sog. Transparenzprinzip) und dort jeweils versteuert.

    Gewerbesteuer

    Unterhält eine EWIV in Deutschland einen Gewerbebetrieb, unterliegt dieser der Gewerbesteuer (§ 2 GewStG). Die Gewerbesteuer wird hier, entgegen der sonstigen Systematik, jedoch gegen die Gesellschafter festsetzt, da eine EWIV gemäß der EWIV-Verordnung kein Steuersubjekt sein darf. Jeder Gesellschafter ist Gesamtschuldner für die (gesamte) Gewerbesteuerschuld der EWIV (§ 5 GewStG).

    Internationales Steuerrecht

    Nach den Doppelbesteuerungsabkommen werden eventuelle Gewinne einer grenzüberschreitend tätigen EWIV nach dem Betriebsstättenprinzip jeweils dort zu versteuern sein, wo die EWIV eine Betriebsstätte unterhält (vgl. Art.7 OECD-MA).

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      Autoren der Definition

      Dr. Dr. Jörg Berwanger
      STEAG New Energies GmbH, Saarbrücken
      Commercial Project Manager
      Dr. Norbert Dautzenberg
      Jade Hochschule
      Wilhelmshaven/Oldenburg/Elsfleth/,
      Standort Wilhelmshaven
      Verwalter einer Professur für Betriebswirtschaftliche Steuerlehre
      StB Birgitta Dennerlein
      selbständig
      Diplom-Betriebswirtin (BA), Steuerberaterin

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

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      Der Rat der europäischen Gemeinschaften hat mit der EG-Verordnung vom 25. Juni 1985 über die Schaffung einer “europäischen wirtschaftlichen Interessenvereinigung” (EWIV) eine erste supranationale Gesellschaftsform für die Wirtschaftssubjekte der …
      Das kurze siebte Kapitel erläutert die juristische Einteilung zwischen Personengesellschaften, Kapitalgesellschaften und anderen Körperschaften und liefert einen statistischen Überblick über die wichtigsten Rechtsformen nach ihrer Anzahl und ihren …
      Neben der SE gibt es weitere europäische Rechtsformen und auch Gesellschaftsformen aus anderen Mitgliedsstaaten, die in die Rechtswahlentscheidung einbezogen werden können.