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Konsistenztheorie

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Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

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    Ausführliche Definition

    1. Begriff: Theorie der menschlichen Grundbedürfnisse basierend auf neurowissenschaftlichen Erkenntnissen.

    2. Merkmale: Neurowissenschaftliche Erkenntnisse und Methoden; Neuropsychotherapie; Konsistenz; Bindung, Orientierung und Kontrolle, Selbstwertschutz und –erhöhung, Lustgewinn und Unlustvermeidung.

    3. Ausführliche Erklärung: Die Konsistenztheorie nach Grawe (2004) beschreibt die menschlichen Grundbedürfnisse, die durch neurowissenschaftliche Erkenntnisse begründet werden. Ausgangspunkt ist das Streben nach Konsistenz, einem Zustand, bei dem die neuronalen und psychologischen Prozesse eines Menschen miteinander in Einklang stehen und übereinstimmen. Dies wird dadurch bewirkt, dass der Mensch darauf ausgerichtet ist, die Grundbedürfnisse in seiner Umwelt zu erfüllen. Die dauerhafte Nicht-Erfüllung bzw. Verletzung dieser Grundbedürfnisse führt zu Einbußen des psychischen Wohlbefindens und der Gesundheit.

    Die Grundbedürfnisse im Einzelnen lauten:
    Bindung: Aufbau einer Beziehung zu einer Bezugsperson;
    Orientierung und Kontrolle: Beeinflussung der Umwelt und Erweiterung des Handlungsspielraums;
    Selbstwerterhöhung und –schutz: Erhöhung und Schutz des Selbstwerts durch Maßnahmen in Bezug auf das Selbstbild;
    Lustgewinn und Unlustvermeidung: Streben nach positiven Situationen und Vermeidung von negativen Situationen.

    Zur Erfüllung dieser Grundbedürfnisse weist jeder Mensch individuelle Motivationsschemata auf, die in Annäherungs- und Vermeidungsschemata unterschieden werden. Das Annäherungsschema beschreibt Menschen, die der Erfüllung ihrer Grundbedürfnisse aktiv nachgehen, wohingegen Menschen mit einem Vermeidungsschema ihre Grundbedürfnisse vor Verletzung und Gefahren schützen. Aus diesen Schemata resultieren motivationale Ziele bei der Erfüllung der Grundbedürfnisse. Sind diese motivationalen Ziele miteinander vereinbar, wird dieser Zustand als Kongruenz bezeichnet. Entstehen motivationale Zielkonflikte, wird dies als Inkongruenz bezeichnet. Konsistenz stellt die übergeordnete Dimension dar und wird erreicht, wenn die Grundbedürfnisse und die entsprechenden motivationalen Ziele miteinander vereinbar sind.

    4. Aktuelle Entwicklungen: Die Konsistenztheorie findet neben ihrer ursprünglichen Zuordnung zur Neuropsychotherapie auch Anwendung in der interdisziplinären Forschungsrichtung Neuroleadership zur Führung von Mitarbeitern (SCOAP). Eine empirische Untersuchung im Rahmen von Neuroleadership belegt, dass die Konsistenztheorie signifikant zur Leistungs- und Gesundheitsförderung beitragen kann (Reinhardt 2014).

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      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      Argang Ghadiri
      Hochschule Bonn-Rhein-Sieg,
      Fachbereich Wirtschaftswissenschaften
      wissenschaftlicher Mitarbeiter

      Bücher

      Grawe, K. : Neuropsychotherapie
      Göttingen, 2004
      Peters, T. & Ghadiri, A. : Neuroleadership – Grundlagen, Konzepte, Beispiele
      Wiesbaden, 2014
      Reinhardt, R. (Hrsg.) : Neuroleadership – Empirische Überprüfung und Nutzenpotenziale für die Praxis.
      Münczhen, 2014

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

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      Sachgebiete

      Interne Verweise