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Definition

These, nach der die Arbeiterschaft mit organisierter Macht auch auf Dauer höhere Löhne erzielen könnte (Machttheorie). Der Lohn ist danach eine soziale und keine ökonomische Kategorie, d.h. nicht durch Angebot und Nachfrage bestimmt.

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    1. Charakterisierung: von Tugan-Baranowsky aufgestellte These, nach der die Arbeiterschaft mit organisierter Macht auch auf Dauer höhere Löhne erzielen könnte (Machttheorie). Der Lohn ist danach eine soziale und keine ökonomische Kategorie, d.h. nicht durch Angebot und Nachfrage bestimmt. Veränderungen in der Lohnhöhe haben keinen Einfluss auf die Beschäftigung; die Unternehmer sind gezwungen, Lohnerhöhungen durch verringerten Gewinn selbst zu tragen. Damit hängt die Verteilung unmittelbar von der Lohnhöhe ab, wobei die Obergrenze durch die volkswirtschaftliche Produktivität, die Untergrenze durch das Existenzminimum gebildet wird.

    2. Kritik: In ihrer ursprünglichen Form hat sich die These als unhaltbar erwiesen. Nach Böhm-Bawerk wirken die Machtverhältnisse nicht außerhalb, sondern innerhalb ökonomischer Gesetze: Kurzfristig können zwar durch massive Streikandrohungen Lohnerhöhungen erzwungen werden, die dem Unternehmen gerade so viel Verluste bringen, wie die Stillstandskosten des Betriebes betragen; langfristig sind derartige Löhne jedoch nicht zu halten. Durch Kostenüberwälzung auf die Nachfrager sowie durch Substitution der Arbeit durch Kapital und Abwanderungen des Kapitals wird sich wieder ein realer Gleichgewichtslohn einstellen.

    Innerhalb der ökonomischen Gesetze vom Standpunkt der modernen Preistheorie aus wird man allerdings den Markteinflüssen auch langfristig einen Einfluss zubilligen können. Die Theorie des Oligopols und des bilateralen Monopols lässt Unbestimmtheitsbereiche der Preise und Produktionsmengen und damit auch der Faktornachfrage entstehen, innerhalb derer sich Machteinflüsse auswirken können.

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