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Revision von Offshore-Bank vom 19.02.2018 - 16:07

Offshore-Bank

Definition

Ein Offshore-Finanzplatz bezeichnet in wörtlicher Übersetzung einen küstenfernen Finanzplatz. Offshore ist in diesem Zusammenhang nicht geografisch, sondern vielmehr juristisch zu verstehen: die Finanzplätze liegen außerhalb der üblichen Rechtsnormen. Unter Offshore-Banking versteht man Bankgeschäfte in einer anderen Währung als jener des Sitzstaates.

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    Ausführliche Definition

    1. Begriff: Ein Offshore-Finanzplatz bezeichnet in wörtlicher Übersetzung einen küstenfernen Finanzplatz. Offshore ist in diesem Zusammenhang nicht geografisch, sondern vielmehr juristisch zu verstehen: die Finanzplätze liegen außerhalb der üblichen Rechtsnormen. Unter Offshore-Banking versteht man Bankgeschäfte in einer anderen Währung als jener des Sitzstaates. Viele Offshore-Finanzplätze liegen auf kleinen Inseln, oft frühere britische Kolonien, woher auch die Bezeichnung: jenseits der Küstenregion, d.h. in internationalen Gewässern liegend, stammt. Aber auch fern ab von Küsten gelegene Standorte wie Luxemburg oder Andorra sind im Begriff umfasst.

    2. Kennzeichen: Offshore-Banken sind an Standorten domiziliert, die sich durch niedrige Ertrags- zw. Vermögensbesteuerung, ein hohes Maß an Vertraulichkeit bzw. Intransparenz, Rechtssicherheit, politische Stabilität, ein abgesichertes Bankgeheimnis und/ oder eine nur rudimentäre Bankenaufsicht und -regulierung auszeichnen. Ansässige Banken und andere Finanzinstitutionen wickeln einen Großteil ihrer Geschäfte mit dem Ausland ab; die Zahl der Transaktionen und die Veranlagungssummen sind im Vergleich zu den Transaktionen über Onshore-Banken sehr groß.

    3. Bedeutung: Das Offshore-Bankwesen wird oft mit Schattenwirtschaft, organisierter Kriminalität, Steuerflucht und Geldwäsche gleich gesetzt. Kritisiert werden Offshore-Finanzplätze v.a. als Steueroasen, die in Kombination mit einem abgesicherten Bankgeheimnis die Steuerhinterziehung bzw. -flucht begünstigen. Befürworter hingegen betonen die wichtige Rolle der Offshore-Finanzplätzen im internationalen Währungssystem, da sie aufgrund liberaler Gesetzgebung die Entwicklung wichtiger Instrumente, bspw. im Risikomanagement erlauben.

    4. Initiativen von Non-Governmental Organizations (NGOs): Neben Versuchen von staatlicher Seite gibt es auch vonseiten verschiedener NGOs Initiativen mit dem Ziel, Offshore-Standorte effektiver zu regulieren. Zu nennen sind hier z.B. Oxfam oder Attac, deren Hauptziel die Einschränkung der Steuerflucht ist.

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