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Transaction Cost Economies

Definition

Kostenersparnisse durch Internalisierung zuvor unternehmensextern abgewickelter Transaktionen im Sinne der gegenseitigen Übertragung von Verfügungsrechten.

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    Ausführliche Definition

    Transaktionskostenersparnisse. 1. Begriff: Transaction Cost Economies können entstehen, wenn bisher über Märkte abgewickelte Transaktionen, d.h. gegenseitige Übertragungen von Verfügungsrechten, in ein Unternehmen verlagert werden. Dabei wird davon ausgegangen, dass der Institution Unternehmung als Produktionsstätte Faktormärkte vor- und Absatzmärkte nachgelagert sind, wobei drei Arten der Koordination unterschieden werden können: Koordination, die über den Markt abläuft; Koordination innerhalb eines Unternehmens und Koordination durch Kooperation. Alle drei Arten der Koordination von Faktoren bzw. Gütern sind für die Unternehmen mit Kosten verbunden. Diese Kosten können i.w.S. als Transaktionskosten verstanden werden. Ist nun eine „hierarchische” Koordination innerhalb einer Unternehmung (transaktions-)kostengünstiger durchzuführen als über den Markt, wird das eine Verlagerung ökonomischer Aktivitäten in das Unternehmen zur Folge haben. Die Einsparmöglichkeit von (Transaktions-) Kosten wird zu einem wesentlichen Motiv für die vertikale Integration, bzw. für Unternehmenskonzentration, die damit organisationstheoretisch und nicht produktionstechnisch oder marktstrategisch erklärt wird.

    2. Wettbewerb und Transaction Cost Economies: Der Integrationsprozess führt jedoch wegen der zunehmenden unternehmensinternen Organisationskosten nicht zu einer völligen Vermachtung der Märkte. Zunehmende Organisationskosten entstehen in einem wachsenden Unternehmen z.B. infolge von Drückebergerei, zunehmender Fehlallokation von Faktoren innerhalb der Unternehmung und kostenverursachenden Kompetenzstreitigkeiten. Schließlich werden sich mit der Zahl der übernommenen Markttransaktionen die Organisationskosten überproportional erhöhen. Coase spricht hierbei von „Decreasing Returns to the Entrepreneur Function“.

    3. Die Grenzen einer Verlagerung von Transaktionen und damit der vertikalen Integration können durch ein Optimierungskalkül abgesteckt werden. Danach werden Transaktionen über Märkte so lange durch Transaktionen innerhalb von Unternehmen substituiert, bis die Grenzkosten der Organisation innerhalb eines Unternehmens gleich den Grenzkosten der Transaktion über Märkte sind.

    Ein solches Optimierungskalkül setzt allerdings voraus, dass die vertikale Integration nur zwecks Effizienzsteigerung erfolgt - und nicht, um z.B. tatsächlichen oder potenziellen Konkurrenten den Zugang zu vor- oder nachgelagerten Märkten zu erschweren. Angesichts der Tatsache, dass die vertikale Integration aufgrund verschiedener Motive erfolgt (z.B. Marktmacht, Effizienzsteigerung, Steuervermeidung oder Ausstieg aus der Mitbestimmung), kann sie nicht generell durch den Hinweis auf Transaktionskostenersparnisse gerechtfertigt werden; vielmehr muss im Zweifel eine Abwägung zwischen Effizienzvorteilen und Wettbewerbsnachteilen vorgenommen werden.

    4. Bedeutung: Der Transaktionskostenansatz ermöglicht eine komparative Gegenüberstellung alternativer institutioneller Arrangements (vgl. Alte Institutionenökonomik; Neue Institutionenökonomik). Dabei wird zunehmend versucht, Faktoren zu isolieren, die organisationsspezifische Bedeutung bei der Auswahl des Koordinationsmechanismus haben und damit eine Entscheidungshilfe für die Wahl des effizienteren Mechanismus geben. Williamson als Vertreter der sog. Governance-Richtung unterscheidet drei wesentliche Dimensionen von Transaktionen: Den Grad der Spezifität der transaktionsbedingten Investition, die Unsicherheit der Transaktion und die Häufigkeit einer bestimmten Transaktion. Aus der Kombination verschiedener Ausprägungen dieser Dimensionen von Transaktionen ergibt sich für ihn - einen gewissen Grad an Unsicherheit unterstellt - eine Überlegenheit der marktlichen Koordinationsform im Fall regelmäßiger oder auch nur gelegentlicher unspezifischer transaktionsbedingter Investitionen. Dagegen sieht er die vertikale Integration als überlegene Koordinationsform bei regelmäßig wiederkehrenden, vollkommen transaktionsbedingten spezifischen Investitionen an. Das „Schema von Williamson“ verdeutlicht die Zusammenhänge von Investitionsspezifität, Transaktionshäufigkeit und Koordinationsstruktur.

    Die vertikale Integration wird häufig mit der Existenz von Transaction Cost Economies gerechtfertigt. Die dt. Automobilindustrie hat allerdings in den 1990er-Jahren - unter dem Eindruck japanischer Erfahrungen - Zulieferbetriebe in erheblichem Umfang ausgegliedert und damit den Anteil der Eigenfertigung reduziert, um überhöhte Kosten abzubauen (sog. Outsourcing). Diese Erfahrungen relativieren die Bedeutung von Transaktionskostenersparnissen.

    Vgl. auch Transaktionskostenökonomik.

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