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Revision von Geomatik vom 16.11.2022 - 10:54

Geomatik

Definition: Was ist "Geomatik"?

Die Geomatik ist eine Disziplin, die sich mit der technologiegestützten Vermessung von Oberflächen, Objekten und Räumen sowie der Modellierung und Analyse von entsprechenden Daten und der Simulation von Strukturen und Prozessen beschäftigt. Dabei nutzt sie wissenschaftliche Begriffe und Methoden aus Geodäsie, Geoinformatik, Geografie und Kartografie (also von verschiedenen Geowissenschaften) und Astronomie, zudem Mittel aus Informatik einschließlich Computergrafik und Künstlicher Intelligenz (KI) und Robotik. Die Ergebnisse werden etwa für die Bewertung, Planung und Gestaltung von Landschaften (Erhebungen und Niederungen, Waldgebiete, Flussläufe), Siedlungen (Gebäude, Plätze) und Infrastrukturen (Verkehrs-, Abwasser- und Kommunikationsnetze) benötigt.

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    Ausführliche Definition im Online-Lexikon

    Inhaltsverzeichnis

    1. Allgemein
    2. Entwicklung
    3. Technik
    4. Vermittlung
    5. Kritik und Ausblick

    Allgemein

    Die Geomatik ist eine Disziplin, die sich mit der technologiegestützten Vermessung von Oberflächen, Objekten und Räumen sowie der Modellierung und Analyse von entsprechenden Daten und der Simulation von Strukturen und Prozessen beschäftigt. Dabei nutzt sie wissenschaftliche Begriffe und Methoden aus Geodäsie, Geoinformatik, Geografie und Kartografie (also von verschiedenen Geowissenschaften) und Astronomie, zudem Mittel aus Informatik einschließlich Computergrafik und Künstlicher Intelligenz (KI) und Robotik. Die Ergebnisse werden etwa für die Bewertung, Planung und Gestaltung von Landschaften (Erhebungen und Niederungen, Waldgebiete, Flussläufe), Siedlungen (Gebäude, Plätze) und Infrastrukturen (Verkehrs-, Abwasser- und Kommunikationsnetze) benötigt.

    Entwicklung

    Ihren Ursprung hat die Geomatik in der Geodäsie, der Wissenschaft von der Ausmessung und Abbildung der Erdoberfläche mit ihren Landmassen und Meeresgebieten. Als der Mensch nicht nur, wie bereits in der Antike, geistig von der Erdoberfläche weg und in den Weltraum hinein strebte, sondern auch körperlich, mit Hilfe der Raumfahrt, wurde die Vermessung der Erdfigur oder Erdgestalt weitergetrieben und vervollkommnet. Im Weltall entdeckte und erkundete die Geomatik zusammen mit der Astronomie weitere Gegenstände wie Planeten und Trabanten und die Abstände und Verhältnisse zwischen ihnen. Zudem drang sie zusammen mit Geologie und Geophysik ein Stück weit in die Erdkruste ein.

    Technik

    Eingesetzt werden Computer und Sensoren aller Art, unter Beiziehung von Satelliten und Vermessungsflugzeugen und -fahrzeugen. Entscheidend sind dabei die Vernetzung (von Geräten und Systemen) und die Verknüpfung (von Daten und Datenbanken). Bekannte Beispiele für Systeme und Dienste zur Referenzierung und Positionierung sind GPS und SAPOS. Neben 2D- gewinnen 3D-Messinstrumente an Bedeutung, ob sie auf der Grundlage von optischen Kameras und Laserscannern (Lidar) oder mit Hilfe anderer Ansätze funktionieren. Immer mehr erfassen Roboter ihre Umwelt und verwenden und erstellen automatisch Modelle und Karten, etwa im Zuge der Navigation auf dem Boden, im Wasser oder in der Luft. KI-Systeme helfen bei der Erkennung und Auswertung.

    Vermittlung

    Im deutschsprachigen Raum wird die Geomatik an Universitäten und Fachhochschulen als Studiengang und Vertiefungsrichtung angeboten. Grundlagen der Geodäsie (insbesondere der Vermessung und Kartografie) sind ebenso Bestandteil des Curriculums wie Theorie und Praxis von Raumplanung, Stadtplanung und Landmanagement sowie Ethik und Recht oder Marketing. Ein Praxissemester sorgt für die notwendige Felderfahrung. Die Absolventen arbeiten in Naturschutzverbänden, Architektur- und Ingenieurbüros, Softwarehäusern, Internetkonzernen, Produktionsbetrieben und Verwaltungsbehörden und modellieren und analysieren Geodaten, um Transformationen und Optimierungen zu ermöglichen. Sie gebrauchen und entwickeln dabei u.a. Geoinformationssysteme (GIS).

    Kritik und Ausblick

    Robotik und KI dürften die Geomatik weiter befördern. Über Serviceroboter auf dem Boden, im Wasser und in der Luft (Drohnen) werden Geodaten selbst in schlecht zugänglichen Gebieten erfasst und verknüpft. Zugleich erlauben sie Entnahmen von Proben, die weitere Aufschlüsse zulassen, und überhaupt Untersuchungen vor Ort, ohne dass sich Menschen Gefahren und Beanspruchungen aussetzen müssten. Machine Learning unterstützt die Analyse und Modellierung sowie die Simulation. Virtual Reality und Augmented Reality sind ebenfalls relevant, sowohl für die Ingenieure und Planer als auch für den Bürger, der sich zu einem Projekt ein Bild verschaffen und Informationen dazu erhalten will. Die Vermessung der Welt dient deren Verständnis, Anpassung, Umbau und Ausbeutung. Ethik, Recht und Ökologie sind wichtige Module im Studium mit Blick auf Datenschutz sowie Natur- und Umweltschutz.

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