Direkt zum Inhalt

Datenschutz

Definition

Sammelbegriff über die in verschiedenen Gesetzen zum Schutz des Individuums angeordneten Rechtsnormen, die erreichen sollen, dass seine Privatsphäre in einer zunehmend automatisierten und computerisierten Welt („Der gläserene Mensch“) vor unberechtigten Zugriffen von außen (Staat, andere Private) geschützt wird. Die Angriffsflächen, denen sich der moderne Mensch zunehmend ausgesetzt sieht (oft aber auch durch eigene Sorglosigkeit im Umgang mit seinen Daten), sind vielfältig: Neben dem Umgang mit dem Computer und Internet (Stichworte hier z.B.: Viren, Trojaner, Hacking, Phishing) sind auch ganz alltägliche Situationen betroffen, wie sich z.B. an den Diskussionen zum sog. Nacktscanning an Flughäfen oder die Nutzung von Aufzeichnungen der Autobahnmautkontrollbrücken für die Rasterfahndung zeigt.

GEPRÜFTES WISSEN
Über 200 Experten aus Wissenschaft und Praxis.
Mehr als 25.000 Stichwörter kostenlos Online.
Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

zuletzt besuchte Definitionen...

    Ausführliche Definition

    Inhaltsverzeichnis

    1. Allgemein
    2. Strafrecht
    3. Arbeitsrecht

    Allgemein

    Schutz des Einzelnen vor Beeinträchtigungen seines Rechtes auf informationelle Selbstbestimmung, kraft dessen jeder Bürger grundsätzlich selbst über die Preisgabe und Verwendung seiner personenbezogenen Daten bestimmen darf (BVerfGE 65, 1).

    Rechtsgrundlage: Bundesdatenschutzgesetz (BDSG)i.d.F. vom 14.1.2003 (BGBl. I 66) m.spät.Änd.; europaeinheitliche Regelung durch die Verordnung (EU) 2016/679 vom 27.4.2016 zum Schutz natürlicher Personen bei der Verarbeitung personenbezogener Daten (Datenschutz-Grundverordnung), deren Regelungen ab 25.5.2018 unmittelbar gelten und zu Anpassungen der nationalen Regelungen führen; Landesdatenschutzgesetze für Datenverarbeitung der Landesbehörden.

    Inhalt des BDSG:
    (1) Das Gesetz umfasst jede Erhebung, Datenverarbeitung (Speicherung, Übermittlung, Veränderung, Sperrung und Löschung) und Nutzung von personenbezogenen Daten durch öffentliche Stellen des Bundes. Für die Privatwirtschaft gilt das Gesetz nur, insoweit die Daten dort in oder aus Dateien geschäftsmäßig oder für berufliche oder gewerbliche Zwecke verarbeitet oder genutzt werden (§ 1 II). Nicht unter das Gesetz fällt somit die Verarbeitung von Daten in Akten oder zu nicht kommerziellen Zwecken.
    (2) Das BDSG verbietet grundsätzlich jede Verarbeitung personenbezogener Daten in oder aus Dateien (§§ 4 I, 4a). Zulässig ist die Verarbeitung nur ausnahmsweise in zwei (eng auszulegenden) Fällen: Der Betroffene hat schriftlich eingewilligt (§ 4 II) oder das BDSG bzw. eine andere Rechtsvorschrift sehen die Verarbeitung vor.
    (3) Der Betroffene hat ein Recht auf Auskunft über die zu seiner Person gespeicherten Daten (§§ 19, 34).
    (4) Daneben kann der Betroffene Berichtigungen unrichtiger Daten und Löschung unzulässig gespeicherter Daten verlangen; er kann ferner jederzeit die Sperrung von Daten verlangen (§§ 20, 35).
    (5) Schließlich hat der Betroffene ein Widerspruchsrecht gegenüber jeglicher Nutzung und Übermittlung seiner Daten für Zwecke der Werbung oder der Markt- und Meinungsforschung (§ 28 III).
    (6) Die Einhaltung datenschutzrechtlicher Bestimmungen wird durch einen innerbetrieblichen Datenschutzbeauftragten sichergestellt, dessen Tätigkeit wiederum von einer staatlichen Aufsichtsbehörde (etwa dem Regierungspräsidenten) kontrolliert wird.
    (7) Unternehmen sind nach dem BDSG verpflichtet, technische und organisatorische Maßnahmen zu treffen, um personenbezogene Daten gegen Missbrauch, Fehler oder Unglücksfälle zu schützen (§ 9).

    Strafrecht

    1. Zuwiderhandlungen im Sinn des Bundesdatenschutzgesetzes werden als Straftat mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder als Ordnungswidrigkeit mit Geldbußen bis zu 25.000 Euro, in schweren Fällen bis zu 250.000 Euro geahndet (§§ 43, 44 BDSG).

    2. Strafbar ist  ferner die Datenveränderung (§ 303a StGB), das Ausspähen von Daten (§ 202a StGB) und die Computersabotage (§ 303b StGB).

    3. Mit dem 41. StrÄndG vom 7.8.2007 (BGBl. I S. 1786) sind vorstehende Vorschriften erweitert und durch neue Tatbestände ergänzt worden: Über § 202a StGB wird nunmehr auch das „Hacking” erfasst, wenn sich also nur der Zugang (ohne Zugriff auf die Daten selbst) unbefugt verschafft wird. Des Weiteren wurden die Tatbestände des § 202b (Abfangen von Daten) und des § 202c (Vorbereiten des Ausspähens und Abfangens von Daten) neu geschaffen.

    Arbeitsrecht

    Personalakte, technische Überwachungseinrichtung.

    zuletzt besuchte Definitionen...

      Mindmap Datenschutz Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/datenschutz-28043 node28043 Datenschutz node30206 Computer node28043->node30206 node52673 Soziale Medien node52673->node28043 node45908 Qualität node37167 Kommunikation node51768 elektronische Patientenakte node51768->node28043 node51768->node45908 node51768->node37167 node47252 Wirtschaftlichkeit node51768->node47252 node28930 computergestützte Lohn- und ... node43248 Stammdaten node43712 Softwaresystem node44178 Personalinformationssystem node44178->node28043 node44178->node28930 node44178->node43248 node44178->node43712 node31465 Arbeit node45094 Organisation node53997 Energiemanagement node53997->node28043 node53996 Energiemanagementsystem node53997->node53996 node50341 Zusatzstoffe node53997->node50341 node54077 Cyber-physische Systeme node53997->node54077 node48087 Unternehmen node53997->node48087 node53532 Social-Media-Richtlinien node53532->node28043 node53532->node52673 node53532->node31465 node53532->node45094 node53532->node48087 node49554 Suchen node49554->node30206 node49608 Zentralprozessor node49608->node30206 node46475 Sortieren node46475->node30206 node54010 Access Point node54010->node30206 node53996->node28043
      Mindmap Datenschutz Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/datenschutz-28043 node28043 Datenschutz node30206 Computer node28043->node30206 node53997 Energiemanagement node53997->node28043 node53532 Social-Media-Richtlinien node53532->node28043 node44178 Personalinformationssystem node44178->node28043 node51768 elektronische Patientenakte node51768->node28043

      News SpringerProfessional.de

      • Was Arbeit in Europa kostet

        Für eine Arbeitsstunde zahlt die deutsche Wirtschaft durchschnittlich 34,1 Euro. Doch bei den Arbeitskosten gibt es zwischen den EU-Mitgliedstaaten deutliche Unterschiede: Es geht noch teurer – aber auch viel billiger.

      • "Das Silicon Valley ist nicht über Nacht entstanden"

        Wenn es ein Digitalisierungs-Mekka gibt, in das deutsche Manager pilgern, ist es das Silicon Valley. Was Unternehmen von den US-Vorreitern lernen und ob sie die 180-Grad-Wende schaffen können, beantworten Sven Grote und Rüdiger Goyk im Gespräch.

      • Utility 4.0 – mehr als eine Worthülse?

        Vierpunktnull auf Teufel komm raus. Kein Themengebiet scheint heute ohne das Zahlenkürzel '4.0' auszukommen. Mit Utility 4.0 ist dieses Phänomen nun auch im Energiesektor angekommen. Zu Recht?

      • Das blaue Jobwunder der Digitalisierung

        Immer mehr Studien prognostizieren, dass die digitale Transformation insgesamt keine Arbeitsplätze kostet. Denn es entstehen auch jede Menge neue Jobs. Die erfordern jedoch andere Kompetenzen.

      • Starke Teams lassen Risiken zu

        "Werde eins mit deinem Projekt", proklamierte vor Jahren eine Baumarktkette. Ein kerniger Slogan, der seine Parallele in einer Google-Studie findet: Teammitglieder die risikobereit in ihrer Aufgabe aufgehen, arbeiten effektiver.

      • "Freibeträge in Abfindungsregelungen wieder einführen"

        Seit 1. Januar gilt die Institutsvergütungsverordnung (IVV). Mit ihr wurden in erster Linie die Anforderungen der Leitlinien der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde EBA für eine solide Vergütungspolitik in deutsches Recht umgesetzt. Wie sich das auf die Personal- und Abfindungsstrategien bei den Banken auswirkt, erklärt Jurist Christoph Abeln im Interview.

      • So teuer wird der Fachkräftemangel

        Dass der Fachkräftemangel die deutsche Wirtschaft bremst, ist nicht neu. Allerdings war bislang nicht klar, wie sehr fehlendes Personal zu Buche schlägt. Einer Studie zufolge drohen bis zum Jahr 2030 wirtschaftliche Schäden in Milliardenhöhe. 

      • KMU zögern bei tiefgreifender Digitalisierung

        Der digitale Wandel wirkt sich auf die gesamte Wertschöpfungskette aus. Viele kleine und mittelständische Unternehmen haben das nicht vollends erkannt, weshalb sie sich auf die Optimierung einzelner interner Prozesse versteifen.

      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      Dr. Dr. Jörg Berwanger
      STEAG New Energies GmbH, Saarbrücken
      Commercial Project Manager
      Prof. Dr. Richard Lackes
      Technische Universität Dortmund,
      LS für Wirtschaftsinformatik
      Universitätsprofessor
      Dr. Markus Siepermann
      Technische Universität Dortmund,
      LS für Wirtschaftsinformatik
      Wissenschaftlicher Mitarbeiter
      RA Dr. Joachim Wichert
      aclanz – Partnerschaft von Rechtsanwälten
      Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht
      Jan-Hendrik Krumme
      Sekretariat der Kultusministerkonferenz
      Referatsleiter Personalwesen, Organisation, Rechts- und Grundsatzangelegenheiten

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

      Springer Professional - Die Flatrate für Fachzeitschriften und Bücher
      Die Grundrechte der Betroffenen stellen eine Grenze für Umsetzungsmaßnahmen zum Grundsatz der Verfügbarkeit dar. Insbesondere trifft dies auf das Recht des Einzelnen auf Schutz seiner personenbezogenen Daten zu, welches auch bereits im Haager …
      Im Zusammenhang der Marktforschung stellen sich ethische Fragen vor allem im Hinblick auf drei Aspekte: Wie stark darf man bei Auskunfts‐ oder Versuchspersonen Stress verursachen und in deren Intimsphäre eindringen? Wie soll sich das Verhältnis …
      Kurz vor dem Livegang der europäischen Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) bieten die Datenschutzerklärungen deutscher Banken ein uneinheitliches Bild: Das Spektrum reicht von kompletter Fehlanzeige bis zu umfangreichen und kundenfreundlichen Erläuterungen. 

      Sachgebiete