Direkt zum Inhalt

Internet

Definition

weltumspannendes, heterogenes Computernetzwerk, das auf dem Netzwerkprotokoll TCP/IP basiert. Über das Internet werden zahlreiche Dienste wie z.B. E-Mail, FTP, World Wide Web (WWW) oder IRC angeboten.

Steuerliche Behandlung: elektronischer Geschäftsverkehr.

GEPRÜFTES WISSEN
Über 200 Experten aus Wissenschaft und Praxis.
Mehr als 25.000 Stichwörter kostenlos Online.
Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

zuletzt besuchte Definitionen...

    Ausführliche Definition

    Die beiden Bestandteile des Be­griffs Internet, nämlich Inter = zwischen und Net = Netz verweisen darauf, dass es bei dem Terminus um den Austausch von Daten zwischen Computern über Telekommunikationsnetze geht. Präziser lässt sich das Internet als ein dezentral organisiertes, globales Rechnernetz charakterisieren, das aus einer Vielzahl miteinander verbundener Einzelnetze gebildet wird und in dem die Kommunikation zwischen den einzelnen Rechnern auf der Grundlage des Transmission Control Protocol/Internet Protocol (TCP/IP) erfolgt. Die Ursprünge des Internets gehen auf die 1950er- und 1960er-Jahre zurück. Nach dem Sputnik-Schock richtete die US-Regierung 1958 im Verteidigungsministerium die Advanced Research Projects Agency (ARPA) zur Entwicklung inno­vativer Technologien für die militärische Nutzung ein. 1964 wurde in einem von der RAND Corporation erstellten Bericht über die Absicherung militärischer Kommando­strukturen die für das heutige Internet zentrale Idee der Paketvermittlung vorgestellt. 1969 fällte das US-Verteidi­gungs­ministerium die Entscheidung zum Aufbau eines paketvermittelnden Datennet­zes ohne zentrale Steuerung und Kontrolle. Dieses sog. ARPANET sollte militä­rische und akademische Einrichtungen inner­halb der USA miteinander verbinden.

    Bei seinem Start 1969 bestand das Netz aus vier Computern verschiedener Universitäten zwischen denen Daten mit einer Geschwindigkeit von 2,4 kbit/s übertragen werden konnten. In den folgenden Jahren wurde mit der steigenden Zahl der Teilnehmer, der in­ternationalen Vernetzung sowie der Abspaltung des militärisch genutzten Bereichs der Wandel des ARPANET zum heute bekannten offenen Internet vollzogen.

    Im Jahr 2001 nutzten ca. 495 Millionen Menschen weltweit das Internet, seitdem hat sich diese Zahl laut ITU in 2016 auf 3,385 Mrd. Internetnutzer erhöht. Für 2017 wird eine abermalige Erhöhung auf 3,578 Mrd. Nutzer erwartet.  Wurde das Internet bis Ende der 1990er-Jahre noch weitgehend für eine reine Informationsbereitstellung verwendet, wird es seither zunehmend für die digitale Abwicklung von Geschäftstransaktionen und die elektronische Unterstützung von Leistungsprozessen in Unternehmen und Behörden, also für Elec­tronic Business genutzt.

    Den großen Durchbruch in der Öffentlichkeit erlangte das Internet mit der Einführung des World Wide Web (WWW) (Web), das je­dem Benutzer eine grafisch unterstützte Navigation im Internet zum Auffinden von Informationen ermöglicht. Dieser 1989 von Physikern am Kernforschungszentrum CERN in Genf entwickelte Dienst integriert alle bisher genannten Dienste unter einer Oberfläche und kann auch von unerfahrenen Anwendern relativ leicht genutzt werden. Das Grundelement des WWW bilden so­g. Hypertext-Seiten. Diese werden in der Beschreibungssprache HTML (Hypertext Markup Language) erstellt und unter Verwendung des Protokolls HTTP (Hyper Text Transfer Protocol) im Internet übertragen. Hypertext-Seiten besitzen zur Identifizierung innerhalb des Internets eine Adresse (URL = Uniform Resource Locator, z.B. http://www.gabler.de) und können multimediale Elemente wie Text-, Bild-, Video- und Audioinformationen enthalten. Sie werden auf sog. WWW-Servern oder -Hosts abgelegt und sind untereinander durch sog. Hyperlinks verbunden. Diese werden innerhalb der Seiten durch markierte Textelemente oder Grafiken dargestellt und bieten eine einfache Möglichkeit, kontextbezogen zu einzelnen Seiten zu verzweigen. Die Seiten eines einzelnen Informationsanbieters sind i.d.R. hierarchisch strukturiert und über eine Homepage zu erreichen.

    Der Zugriff auf das World Wide Web erfolgt mittels eines auf dem lokalen Rechner installierten Browserprogramms (Browser), das die auf WWW-Servern abgelegten Hypertext-Seiten interpretiert und entsprechend darstellt. Bekannte Browser sind Google Chrome, Microsoft Internet Explorer, Mozilla Firefox, Opera und Safari. 

    Die Übertragungs- und Paketvermittlungsin­frastruktur des Internets wird von einer Vielzahl von unabhängigen Unternehmen be­trieben, die jeweils bestimmte Subnetze kon­trollieren und/ oder andere Leistungen anbieten, die für die Internetnutzung erforderlich sein können (z.B. Bereitstellung von Speicherrechnern zur Ablage von Inhalten, die über das Internet abrufbar sein sollen). Internet Access Provider verknüpfen den PC von Endkunden über eine Wähl- oder Festverbindung oder über einen xDSL-An­schluss mit einem Knotenrechner (= Router), von dem aus Datenpakete in das eigentliche Internet eingespeist werden. Jenseits solcher Netzzugangspunkte wird der Verkehr von Internet Service Providern (ISP) über Verbindungsnetze (= Backbones) und weitere Router transportiert. Nach der räumlichen Erstreckung der Gebiete, in denen ein ISP TCP/IP-Verkehr aufnimmt und weiterleitet, werden lokale, regionale, nationale und internationale ISP unterschieden. Übergänge zwischen mehreren Internet-Subnetzen verschiedener Betreiber werden zum großen Teil an wenigen ausgewählten Orten über sog. „Peering Points“ realisiert.

    Das Internet stellte ein breites Spektrum unterschiedlicher Dienste bereit, die einen Austausch von Informationen ermöglichen. Hierzu gehört der Versand elek­tronischer Briefe (Electronic Mail, E-Mail). Dieser Dienst ist kostengünstiger und schneller als die, ironisch mit Snail-Mail (Schneckenpost) bezeichnete, herkömmliche Briefpost. Der Anwender kann empfangene oder versandte Nachrichten speichern und bearbeiten oder auch Verteilerlisten für Rundschreiben und Serienbriefe erstellen. Außerdem ist es möglich, beliebige Dateien an eine Nachricht anzuhängen. Voraussetzung zur Nutzung von Electronic Mail ist, dass der Absender die Adresse des Empfängers, unter der dieser Nachrichten erhalten kann, kennt. Eine E-Mail-Adresse, z.B. heinz.mustermann@gabler.de, setzt sich zusammen aus einer Kennung (heinz.mustermann), dem Zeichen @ (at, Klammeraffe) und einer Rechneradresse (gabler.de). News­groups sind elektronische Diskussionsforen zu einer Vielzahl von Themen. Artikel (Postings) einzelner Nutzer können weltweit verbreitet und gelesen werden. Die Gesamtheit der Rechner, die diesen Dienst zur Verfügung stellen wird auch als Usenet bezeichnet. Das File Transfer Protocol (FTP) dient zur systemunab­hängigen Übertragung beliebiger Dateien zwischen zwei Computern. Telnet ermöglicht den Zugriff auf andere im Netzwerk befindliche Computersysteme („Remote Login“). Der Anwender kann mit Telnet bspw. die Kapa­zität von Großrechnern nutzen oder auf Appli­kationen zugreifen, die auf dem eigenen Rechner nicht zur Verfügung stehen.

    Einen einfachen Einstieg in das Internet erhält der Nutzer über sog. Portale. In themenunspezifischen (= horizontalen) Por­ta­len werden die unterschiedlichsten Links und Serviceangebote auf einer Website bereitgestellt. Diese umfassen typischerweise aktuelle Nachrichten, Börsenkurse, kostenlose E-Mail-Adressen, Preisvergleiche und Suchmaschinen. Oft kann der Nutzer das Erscheinungsbild der Seiten inhaltlich selbst gestalten, sodass bei weiteren Besuchen nur die als interessant empfundenen Inhalte angezeigt werden (= Personalisierung). Themenspezifische Por­tale (= vertikale Portale) konzentrieren sich dagegen auf ein Thema und liefern zu diesem umfassende Inhalte in vielfältiger Form, von allg. Überblicken bis hin zu detaillierten Angeboten, bspw. in Form themenspezifischer Diskussionsforen oder Chat­rooms. Aus Anbietersicht zielen Inter­net-Portale auf die Erzeugung und Aggregation von Aufmerksamkeit (Inhalteanbieter), die Erzeu­gung von Verkehr (Netzbetreiber) sowie eine stärkere Kundenbindung und eine Einleitung von Verkäufen (Leistungsanbieter).

    zuletzt besuchte Definitionen...

      Mindmap Internet Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/internet-37192 node37192 Internet node49074 TCP/IP node37192->node49074 node36974 Marke node51238 Telemedien node51238->node37192 node52683 Drei-Stufen-Test node52683->node37192 node52683->node51238 node53164 IP-Telefonie node53161 Internet-Telefonie node53164->node53161 node53163 VoIP node53163->node53161 node53162 Voice over IP node53162->node53161 node53161->node37192 node34760 Event node53177 Soziales Netzwerk node53177->node37192 node51941 Brand Community node51941->node37192 node51941->node36974 node51941->node34760 node51941->node53177 node54077 Cyber-physische Systeme node54077->node37192 node54198 Robotik node54077->node54198 node49935 Transmission Control Protocol/Internet ... node49935->node49074 node49078 Wireless Application Protocol ... node49078->node37192 node49078->node49074 node38840 Intranet node38840->node37192 node38840->node49074 node53558 3D-Drucker node53558->node54077 node53997 Energiemanagement node53997->node54077 node52631 Rundfunksystem duales node52631->node37192 node52631->node52683
      Mindmap Internet Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/internet-37192 node37192 Internet node49074 TCP/IP node37192->node49074 node54077 Cyber-physische Systeme node54077->node37192 node51941 Brand Community node51941->node37192 node53161 Internet-Telefonie node53161->node37192 node52683 Drei-Stufen-Test node52683->node37192

      News SpringerProfessional.de

      • Persönlichkeit und Motivation müssen stimmen

        Beim Besetzen vakanter Stellen achten Vertriebsleiter oft stärker auf die fachliche Qualifikation der Bewerber als auf deren Persönlichkeit und Motivation. Michael Schwartz, Leiter des Instituts für integrale Lebens- und Arbeitspraxis in Esslingen, erläutert, warum diese beiden Faktoren im Vertrieb so wichtig sind.

      • Neue Recruitingstrategien gegen den Fachkräftemangel

        Für den deutschen Mittelstand wird der Fachkräftemangel zum Geschäftsrisiko, zeigen Studien. Und die Situation soll sich noch verschärfen. Höchsten Zeit also, bei der Personalbeschaffung neue Weg zu gehen, so Gastautor Steffen Michel. 

      • Weniger IPO-Prospekt, dafür mehr Anlegerschutz

        Wer sich bislang per Börsengang Geld am Kapitalmarkt besorgen wollte, musste einen aufwendigen Prospekt erstellen. Eine Neuregelung sorgt jetzt bei kleineren IPOs (Initial Public Offering) für Abhilfe. Wie die Voraussetzungen aussehen, erklärt Rechtsanwalt Jörg Baumgartner in seinem Gastbeitrag.

      • Whatsapp startet Business-Offensive

        Im Servicefall können Verbraucher einige Unternehmen bereits über den Messenger-Dienst Whatsapp kontaktieren. Doch was passiert, wenn der Kundenservice Nachrichten initiativ versendet? Ein neues Business-Tool soll genau das ermöglichen.

      • Kundennutzenmodelle im B2B-Vertrieb von E-Marktplätzen

        Elektronische B2C-Marktplätze müssen ihre über Jahre errungene dominante Marktstellung in Gewinne umzumünzen, ohne ihre Marktstellung zu gefährden. Dazu gehört, Preise für langjährige Händler drastisch zu erhöhen. Kundennutzenmodelle spielen dabei eine wichtige Rolle.

      • "Belastete Geschäftsmodelle sind meistens nicht genug innoviert"

        Der ehemalige Roland-Berger-Krisenberater Thomas Knecht hat an der Spitze von Hellmann den Turnaround des weltweiten Logistikers geschafft. Branche und Wirtschaft fordert er zu mehr Wachsamkeit auf. Im Interview spricht er über Anpassungsfähigkeit und Insolvenzschutz.

      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      Jochen Metzger
      Deutsche Bundesbank, Frankfurt am Main
      Bundesbankdirektor, Leiter des Zentralbereichs Zahlungsverkehr und Abwicklungssysteme
      Prof. Dr. Richard Lackes
      Technische Universität Dortmund,
      LS für Wirtschaftsinformatik
      Universitätsprofessor
      Dr. Markus Siepermann
      Technische Universität Dortmund,
      LS für Wirtschaftsinformatik
      Wissenschaftlicher Mitarbeiter
      Prof. Dr. Tobias Kollmann
      Fakultät für Wirtschaftswissenschaften, Universität Duisburg-Essen, Campus Essen
      Lehrstuhl für E-Business und E-Entrepreneurship
      Prof. Dr. Insa Sjurts
      Universität Hamburg
      Geschäftsführerin der Hamburg Media School, Inhaberin des Lehrstuhls für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Medienmanagement

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

      Springer Professional - Die Flatrate für Fachzeitschriften und Bücher
      In this chapter a cooperative heterogeneous system for an enhanced video-surveillance service will be presented. Edge and fog computing architectures make possible the realization of even more complex and distributed services. Moreover, the …
      Ungefähr gleichzeitig mit den Ereignissen, die in Kap. 1 beschrieben wurden, ist – obwohl nicht geheim, gleichwohl von den meisten Menschen nicht wahrgenommen – etwas geschehen, das selbst für die an rasanten Neuerungen nicht gerade arme …
      IoT – the Internet of Things – is part of the dramatic changes sometimes referred to as “digital transformation” or “digital disruption”. The combination of new disruptive business models based upon networked environments, an ubiquitous sensor and …

      Sachgebiete

      Interne Verweise