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Internet Business

Definition

Unter Internet Business wird die Abwicklung von Geschäftsprozessen jedweder Art über das Internet verstanden. Darunter fallen sowohl interne Prozesse, die sich nur auf Kommunikationspartner innerhalb eines Unternehmens beziehen, als auch solche Prozesse, die zwischen zwei Geschäftspartnern außerhalb des Unternehmens bestehen. Internet Business schließt dabei sowohl den Business-to-Business- als auch den Business-to-Consumer-Bereich ein.

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    Ausführliche Definition

    Inhaltsverzeichnis

    1. Begriff und Einordnung
    2. Merkmale
    3. Abgrenzung
    4. Ausprägungen
    5. Probleme
    6. Ausblick

    Begriff und Einordnung

    Unter Internet Business wird die Abwicklung von Geschäftsprozessen jedweder Art über das Internet verstanden. Darunter fallen sowohl interne Prozesse, die sich nur auf Kommunikationspartner innerhalb eines Unternehmens beziehen, als auch solche Prozesse, die zwischen zwei Geschäftspartnern außerhalb des Unternehmens bestehen. Internet Business schließt dabei sowohl den Business-to-Business- als auch den Business-to-Consumer-Bereich ein.

    Merkmale

    Bisher vorherrschende Kommunikationsmittel wie Telefon oder Brief werden in verstärktem Maße durch das Medium Internet verdrängt. Im Bereich der internen Kommunikation stellt diese Entwicklung dabei lediglich einen Wechsel des Kommunikationsmediums auf ein neues und in Zusammenhang mit anderen Geschäftsprozessen einheitliches Medium dar, das firmeninterne Netz basiert nach der Umstellung einheitlich auf dem Internet. Im Bereich der externen Kommunikation sind zwei unterschiedliche Anwendungsgebiete zu unterscheiden: a) Im Business-to-Consumer-Bereich stellt das Internet einen neuen Werbe- und Absatzkanal dar, der herkömmliche Kanäle, wie z.B. Telefon-Shopping, ergänzt aber nicht ersetzt. Als Medium bringt das Internet eine neue Qualität der Kommunikation mit dem Konsumenten mit sich, da nicht mehr das Unternehmen gezielt auf einen Kunden zugehen kann, sondern der Kunde bereits die Bereitschaft in sich tragen muss, das Unternehmen aufzusuchen. b) Im Business-to-Business-Bereich schließt eine durchgängige Verwendung des Internets verschiedene Lücken in der Wertschöpfungskette. Bspw. erfolgen nach der Angebotseinholung Bestellung und Lieferterminabstimmung ebenso über das Internet wie die Beauftragung eines Spediteurs. Das Internet Business wirkt also unterstützend bei bereits länger bekannten Konzepten wie Just in Time (JIT) oder Supply Chain Management (SCM).

     

    Abgrenzung

    Im Gegensatz zum Electronic Business, das alle elektronischen Medien in die Geschäftsprozesse mit einbezieht, bezeichnet das Internet Business nur die über das Internet abgewickelten Prozesse. Beiden Begriffen ist jedoch gemein, dass sie sich auf Geschäftsprozesse beziehen, die sowohl interne als auch externe Kommunikationspartner beinhalten. Das unterscheidet sie vom Begriff des Electronic Commerce, bei dem die Sicht auf die internen Abläufe keine Berücksichtigung findet.

     

    Ausprägungen

    a) Business-to-Consumer: Das anfangs noch vorhandene, stark ausgeprägte Misstrauen vonseiten des Konsumenten gegenüber dem Handel im Internet aufgrund der räumlichen Distanz zum Anbieter und der Übermittlung persönlicher Daten ist mittlerweile einer allgemeinen Akzeptanz gewichen. Neben Elecronic Malls, Electronic Shops oder Onlineauktionen sind in den letzten Jahren Konzepte zutage getreten, die dem Kunden den Einkauf zum niedrigsten Preis bieten bzw. suggerieren. Zu diesem Zweck existieren Preisvergleichsroboter, die dem Kunden den günstigsten Anbieter unter mehreren heraussuchen, organisierte Einkaufsgemeinschaften (Powerbuying), denen ab einer gewissen Menge Preisnachlässe gewährt werden, oder den Onlineauktionen ähnliche Konzepte, bei denen der Kunde seinen Wunschpreis für ein Produkt nennt, den ein Anbieter dann akzeptieren kann. b) Business-to-Business: Die Formen des Internet Business sind v.a. im Bereich des Einkaufs bisher stark ausgeprägt. Zum einen existieren in diesem Bereich Onlineauktionen vergleichbare sog. Communities, in denen komplette Branchen eine Plattform für ihren Einkauf und Absatz finden. Die Teilnehmer dieser Communities können sich über Angebote informieren, Gesuche abgeben und dem günstigsten der sich unterbietenden Anbieter den Zuschlag geben. Diese Vorgehensweise führt jedoch zu einem erhöhten Preisdruck und Einbußen in der Produktqualität. Favorisiert werden deshalb Konzepte, in denen die Zusammenarbeit der Unternehmen mit von diesen anerkannten Zulieferern enger gestaltet wird, ohne den Wettbewerb, der zwar weiterhin stattfindet, weiter zu verschärfen.

     

    Probleme

    Stellte sich noch vor ein paar Jahren die Frage der Rechtsverbindlichkeit von im Internet getätigten Geschäften, so tritt heutzutage vermehrt der Problembereich des Datenschutzes in den Vordergrund. Internetnutzer geben sensible Informationen wie z.B. Kreditkartendaten nicht nur im Rahmen eines Einkaufs preis, sondern sie hinterlassen auf jeder Website Informationen über ihr Surfverhalten und dadurch über ihre Interessen und Vorlieben. Diese Daten können von Unternehmen leicht gesammelt, ausgewertet und vielfältig genutzt werden. Vor allem der Einsatz von Website-Statistik-Software wie z.B. Google-Analytics ist dabei kritisch zu betrachten, da die Informationssammlung über das Surfverhalten von Nutzern automatisch und ohne deren explizites Einverständnis geschieht. Noch immer nicht zufriedenstellend gelöst ist die Bezahlung im Internet. Auch wenn vielversprechende Ansätze wie Cybercoins etc. existieren, herrscht immer noch die Bezahlung per Überweisung, Rechnung oder Kreditkarte vor. Darüber hinaus wird vielfach v.a. der Service im Internet Business kritisiert. Durch die starke räumliche Trennung von Anbieter und Nachfrager und wegen des starken Kostendrucks wird vielfach an der Kundenorientierung gespart. Im Business-to-Business-Bereich stellt sich zusätzlich die Gefahr, dass der Mittelstand durch erhöhten Kostendruck gegenüber großen Unternehmen ins Hintertreffen gerät, da die Einsparungspotentiale in mittelständischen Unternehmen weitaus geringer als bei Großunternehmen ausfallen.

     

    Ausblick

    Die bessere Vergleichbarkeit von Produktangeboten im Internet hat dazu geführt, dass nicht nur viele kleinere Geschäfte vor Ort aufgegeben haben, sondern auch, dass klassische Warenhäuser seit einigen Jahren mit starken Problemen zu kämpfen haben. Viele klassische Geschäftsbereiche werden durch Geschäftsmodelle im Internet abgelöst. Bereits heutzutage berichtet das klassische Verlagswesen von zahlreichen Absatzproblemen, die durch neue Entwicklungen wie z.B. E-Books hervorgerufen werden. Video on Demand, Musikdownloads etc. in Verbindung mit portablen Abspielgeräten führen dazu, dass der Zwischenhandel obsolet wird und somit der Verkauf physischer Datenträger immer weiter einbricht. Die Entwicklung im Internet Business geht seit einiger Zeit in Richtung Web 2.0. Dabei nutzen Anbieter den allgemeinen Vernetzungstrend, indem sie über soziale Netzwerke versuchen, Kontakte zu knüpfen und zu pflegen, Unternehmensimages zu beeinflussen, zusätzliche Leistungen wie Premiumdienste anzubieten etc.

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      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      Dr. Markus Siepermann
      Technische Universität Dortmund,
      LS für Wirtschaftsinformatik
      Wissenschaftlicher Mitarbeiter

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

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