Direkt zum Inhalt

Soziale Medien

Definition

Soziale Medien (Social Media) dienen der – häufig profilbasierten – Vernetzung von Benutzern und deren Kommunikation und Kooperation über das Internet. Das Web 2.0, das Mitmachweb, ist wesentlich durch sie bestimmt.

GEPRÜFTES WISSEN
Über 200 Experten aus Wissenschaft und Praxis.
Mehr als 25.000 Stichwörter kostenlos Online.
Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

zuletzt besuchte Definitionen...

    Ausführliche Definition

    1. Begriff: Soziale Medien dienen der – häufig profilbasierten – Vernetzung von Benutzern und deren Kommunikation und Kooperation über das Internet. Das Attribut kann im Sinne der menschlichen Gemeinschaft oder eines selbstlosen und gerechten Umgangs verstanden werden. Für manche Betreiber ist das Soziale nur Mittel zum Zweck (der Datennutzung), und Cybermobbing und -stalking sind gerade in sozialen Netzwerken verbreitet ("Antisocial Media"). Unter Betonung des Technischen spricht man auch von Social Software. Das Web 2.0, das Mitmachweb, ist wesentlich durch soziale Medien geprägt.

    2. Ziele und Merkmale: Mithilfe von sozialen Medien kann man sich austauschen, etwa unter Privatpersonen oder unter Mitarbeitern. Man kommuniziert, man arbeitet und gestaltet zusammen, wobei Text, Bild und Ton verwendet werden. Man kann sich als Unternehmen mit Kunden vernetzen, zum Zweck des Marketings, der Marktforschung, des Kundensupports und -feedbacks oder des Crowdsourcings, oder als Verwaltung mit Bürgern, zum Zweck der Information und der Partizipation. Auch der HR-Bereich profitiert, indem er sich über Bewerber informiert und Mitarbeiter akquiriert.

    3. Plattformen: Social Networks, Weblogs, Microblogs, Wikis und Foto- und Videoplattformen werden als typische Vertreter sozialer Medien angesehen. Aber auch Chats und Diskussionsforen, virtuelle Kontakt- und Tauschbörsen und bestimmte Apps zur Kommunikation und Bewertung kann man bei einem weiten Begriff dazuzählen. Ferner können Medien wie Mashups und Podcasts in diesem Sinne genutzt werden. Soziale Medien haben eine große Bedeutung für E-Learning, Blended Learning und Wissensmanagement. Sie werden zur E-Collaboration, zum Brainstorming oder im Sinne von Lerntagebüchern genutzt und dienen allgemein dem informellen Lernen. Häufig sind sie in Lernplattformen und Knowledge-Management-Lösungen integriert. Auf Sharing-Economy-Plattformen spielen Funktionen sozialer Medien eine Rolle.

    4. Richtlinien: Insbesondere der Gebrauch sozialer Medien im Betrieb und aus dem Betrieb heraus sowie im Namen des Unternehmens bedarf der Regelung. Sogenannte Social-Media-Richtlinien sind eine Mischung aus Vorschlägen und Regeln zum respektvollen und praktikablen Umgang (wie in der Netiquette) und zum moralisch richtigen Handeln (wie in der Netiquette und in Kodizes) sowie aus einschlägigen Gesetzen und Vorschriften bzw. Schlussfolgerungen aus der Rechtsprechung. Im besten Falle werden sie aus der Social-Media-Strategie abgeleitet und sind mit den Kommunikationsleitlinien abgestimmt. Typische Themen sind Eigenverantwortlichkeit, Transparenz, Redlichkeit, Authentizität und die Trennung von privaten und dienstlichen Belangen.

    5. Kritik und Ausblick: Neben den genannten Problemen existieren weitere Herausforderungen wie Matthäus-Effekt – die Verstärkung von Phänomenen und die Durchsetzung von Angeboten durch die klickende Masse –, Erstellung und Verbreitung von Fake News sowie Sicherstellung von Privatheit und Datenschutz. Unterscheiden muss man zwischen öffentlichem und betrieblichem Bereich. Soziale Medien erweisen sich im offenen Web oftmals als Datenschleudern, im Unternehmen als Kommunikationsmotoren, wobei sie hier wie dort zur Informationsüberflutung beitragen. Es finden immer wieder Wanderungen zwischen den Diensten statt, die die Bedeutung der einen stärken und der anderen schwächen. Die Gesamtbedeutung dürfte sich über lange Zeit erhalten, wobei Augmented Reality, das Internet der Dinge und andere Innovationen die sozialen Medien weiter transformieren werden.

    zuletzt besuchte Definitionen...

      Mindmap Soziale Medien Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/soziale-medien-52673 node52673 Soziale Medien node53531 Social-Media-Strategie node52673->node53531 node48087 Unternehmen node52673->node48087 node39624 Innovation node52673->node39624 node30819 Betrieb node52673->node30819 node39171 Kleinbetrieb node51843 Blog node51843->node52673 node53531->node51843 node53531->node48087 node53992 Microblog node53531->node53992 node51842 Web 2.0 node51842->node52673 node39396 Interaktion node36974 Marke node53541 Social Branding node53541->node52673 node53541->node51842 node53541->node39396 node53541->node36974 node47378 Teilbetrieb node27828 Arbeitsplatz node27828->node30819 node33538 Gutenberg node48087->node33538 node48087->node30819 node40581 Innovationsdichte node40581->node39624 node40363 Innovationsforschung node40363->node39624 node52239 Gründungsidee node52239->node39624 node54513 Corporate Entrepreneurship node54513->node39624 node30819->node39171 node30819->node47378 node53558 3D-Drucker node53558->node48087 node53997 Energiemanagement node53997->node48087 node53992->node52673
      Mindmap Soziale Medien Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/soziale-medien-52673 node52673 Soziale Medien node48087 Unternehmen node52673->node48087 node39624 Innovation node52673->node39624 node30819 Betrieb node52673->node30819 node53531 Social-Media-Strategie node52673->node53531 node53541 Social Branding node53541->node52673

      News SpringerProfessional.de

      • Persönlichkeit und Motivation müssen stimmen

        Beim Besetzen vakanter Stellen achten Vertriebsleiter oft stärker auf die fachliche Qualifikation der Bewerber als auf deren Persönlichkeit und Motivation. Michael Schwartz, Leiter des Instituts für integrale Lebens- und Arbeitspraxis in Esslingen, erläutert, warum diese beiden Faktoren im Vertrieb so wichtig sind.

      • Neue Recruitingstrategien gegen den Fachkräftemangel

        Für den deutschen Mittelstand wird der Fachkräftemangel zum Geschäftsrisiko, zeigen Studien. Und die Situation soll sich noch verschärfen. Höchsten Zeit also, bei der Personalbeschaffung neue Weg zu gehen, so Gastautor Steffen Michel. 

      • Weniger IPO-Prospekt, dafür mehr Anlegerschutz

        Wer sich bislang per Börsengang Geld am Kapitalmarkt besorgen wollte, musste einen aufwendigen Prospekt erstellen. Eine Neuregelung sorgt jetzt bei kleineren IPOs (Initial Public Offering) für Abhilfe. Wie die Voraussetzungen aussehen, erklärt Rechtsanwalt Jörg Baumgartner in seinem Gastbeitrag.

      • Whatsapp startet Business-Offensive

        Im Servicefall können Verbraucher einige Unternehmen bereits über den Messenger-Dienst Whatsapp kontaktieren. Doch was passiert, wenn der Kundenservice Nachrichten initiativ versendet? Ein neues Business-Tool soll genau das ermöglichen.

      • Kundennutzenmodelle im B2B-Vertrieb von E-Marktplätzen

        Elektronische B2C-Marktplätze müssen ihre über Jahre errungene dominante Marktstellung in Gewinne umzumünzen, ohne ihre Marktstellung zu gefährden. Dazu gehört, Preise für langjährige Händler drastisch zu erhöhen. Kundennutzenmodelle spielen dabei eine wichtige Rolle.

      • "Belastete Geschäftsmodelle sind meistens nicht genug innoviert"

        Der ehemalige Roland-Berger-Krisenberater Thomas Knecht hat an der Spitze von Hellmann den Turnaround des weltweiten Logistikers geschafft. Branche und Wirtschaft fordert er zu mehr Wachsamkeit auf. Im Interview spricht er über Anpassungsfähigkeit und Insolvenzschutz.

      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      Prof. Dr. Oliver Bendel
      Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW, Hochschule für Wirtschaft, Institut für Wirtschaftsinformatik
      Professor für Wirtschaftsinformatik, Wirtschaftsethik, Informationsethik und Maschinenethik

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

      Springer Professional - Die Flatrate für Fachzeitschriften und Bücher
      Soziale Netzwerke sind für Unternehmen ein wichtiger Baustein geworden, um ihre Zielgruppen gezielt anzusprechen und an sich zu binden. Fabian Gerstenberg und Cornelia Gerstenberg erläutern im Kapitel aus dem Quick Guide Social Media, wie ein gutes Gesamtkonzept dafür aussehen sollte.
      Unternehmen quer durch alle Branchen nutzen die sozialen Medien immer stärker für Markenaufbau und Kunden-Communities. Adam Wierzbicki untersucht im Buchkapitel, wie es um die Glaubwürdigkeit von Social Media bestellt ist und welche Rolle Algorithmen etwa zum Schutz vor Fake news spielen.

      Sachgebiete