Direkt zum Inhalt

Marktsegmentierung

Definition

Aufteilung des Gesamtmarktes nach bestimmten Kriterien in Käufergruppen bzw. -segmente, die hinsichtlich ihres Kaufverhaltens oder kaufverhaltensrelevanter Merkmale in sich möglichst ähnlich (homogen) und untereinander möglichst unähnlich (heterogen) sein sollen.

Hauptzweck der Marktsegmentierung ist, Unterschiede zwischen den Käufern aufzudecken, um daraus Schlussfolgerungen für segmentspezifische Marketingprogramme (Marketing) zu ziehen (Kundenstrukturanalyse).

GEPRÜFTES WISSEN
Über 200 Experten aus Wissenschaft und Praxis.
Mehr als 25.000 Stichwörter kostenlos Online.
Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

zuletzt besuchte Definitionen...

    Ausführliche Definition

    Aufteilung des Gesamtmarktes nach bestimmten Kriterien in Käufergruppen bzw. -segmente, die hinsichtlich ihres Kaufverhaltens oder kaufverhaltensrelevanter Merkmale in sich möglichst ähnlich (homogen) und untereinander möglichst unähnlich (heterogen) sein sollen.

    Hauptzweck der Marktsegmentierung ist, Unterschiede zwischen den Käufern aufzudecken, um daraus Schlussfolgerungen für segmentspezifische Marketingprogramme (Marketing) zu ziehen (Kundenstrukturanalyse). Damit ergeben sich zwei Teilaufgaben: Es müssen die Marktsegmente definiert (taxonomische Marktsegmentierung) und segmentspezifische Strategien entwickelt und implementiert werden (managementorientierte Marktsegmentierung).

    1. Markterfassungsstrategien mithilfe kaufverhaltensrelevanter Segmentierungskriterien: a) Segmentierung nach demografischen (Religion, Geschlecht, Alter, Haushaltsgröße), nach sozio-ökonomischen (Einkommen, Schulbildung, Beruf) und nach psychographischen Kriterien (Lebensstil, Merkmale der Persönlichkeit).

    b) Segmentierung nach Kaufverhaltens- und Responsemerkmalen (Käufer, Nichtkäufer, Verhalten bez. nichtpreislicher Marketinginstrumente, Preisresponse, Preisbereitschaft, Preissensitivität, Preiseinstellung und Sonderangebotsresponse). Der Vorteil der Segmentierung nach allg. Käufermerkmalen
    (1) liegt in der leichten Messbarkeit der Kriterien, ihr Nachteil ist die relativ geringe prognostische Relevanz bez. des tatsächlichen Kaufverhaltens. Bei einer Segmentierung nach Kaufverhaltens- und Responsemerkmalen
    (2) werden die unmittelbar relevanten Kriterien für eine Marktsegmentierung zwar direkt erfasst, sind aber relativ schwer beobachtbar und/oder die auf dieser Basis gebildeten Segmente sind nicht gezielt ansprechbar. Deshalb versucht man (3), von den nach Kaufverhaltensmerkmalen definierten Segmenten Beziehungen zu den allg. Käufermerkmalen herzustellen, um dann die Segmente neu zu definieren. Als statistische Methoden werden dabei v.a. die Regressionsanalyse, die Clusteranalyse, die Diskriminanzanalyse, AID-Analyse und die multidimensionale Skalierung (MDS) herangezogen.

    2. Strategien zur segmentspezifischen Marktbearbeitung: a) konzentrierte Marktstrategie: Bearbeitung nur des lukrativsten Segments (Marktnische); b) differenzierte Marketingstrategie: Bearbeitung mehrerer Segmente; c) selektiv differenzierte Strategie: Bearbeitung weniger ausgewählter Segmente.

    3. Marktsegmentierung im Investitionsgütermarketing: Makrosegmentierung.

    4. Marktsegmentierung auf internationaler Ebene: Internationale Marktsegmentierung.

    zuletzt besuchte Definitionen...

      Mindmap Marktsegmentierung Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/marktsegmentierung-40268 node40268 Marktsegmentierung node39435 Marketing node40268->node39435 node37033 Marktuntersuchung node39843 Marktforschung node37033->node39843 node34889 Einstellung node47226 Typologie node38056 Käufertypologie node38056->node40268 node38056->node34889 node38056->node47226 node38232 Käufer- und Konsumentenverhalten node38056->node38232 node50653 Wettbewerbsstrategie node46326 strategisches Management node41045 marketingpolitische Instrumente node38019 Marketingkonzeption node38019->node40268 node38019->node50653 node38019->node46326 node38019->node41045 node39003 Marktberichte node39003->node39843 node39100 Kundenstrukturanalyse node39100->node40268 node39100->node39843 node38638 Marketingforschung node28709 Data Mining node28709->node40268 node32375 ERP node28709->node32375 node47196 Wissen node28709->node47196 node39843->node40268 node39843->node38638 node39828 Marketingziele node39828->node39435 node50002 Verkauf node50002->node39435 node39624 Innovation node39624->node39435 node54500 Process Mining node54500->node28709 node54237 Marketing Automation node54237->node28709
      Mindmap Marktsegmentierung Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/marktsegmentierung-40268 node40268 Marktsegmentierung node39435 Marketing node40268->node39435 node28709 Data Mining node28709->node40268 node39843 Marktforschung node39843->node40268 node38019 Marketingkonzeption node38019->node40268 node38056 Käufertypologie node38056->node40268

      News SpringerProfessional.de

      • Was Arbeit in Europa kostet

        Für eine Arbeitsstunde zahlt die deutsche Wirtschaft durchschnittlich 34,1 Euro. Doch bei den Arbeitskosten gibt es zwischen den EU-Mitgliedstaaten deutliche Unterschiede: Es geht noch teurer – aber auch viel billiger.

      • "Das Silicon Valley ist nicht über Nacht entstanden"

        Wenn es ein Digitalisierungs-Mekka gibt, in das deutsche Manager pilgern, ist es das Silicon Valley. Was Unternehmen von den US-Vorreitern lernen und ob sie die 180-Grad-Wende schaffen können, beantworten Sven Grote und Rüdiger Goyk im Gespräch.

      • Utility 4.0 – mehr als eine Worthülse?

        Vierpunktnull auf Teufel komm raus. Kein Themengebiet scheint heute ohne das Zahlenkürzel '4.0' auszukommen. Mit Utility 4.0 ist dieses Phänomen nun auch im Energiesektor angekommen. Zu Recht?

      • Das blaue Jobwunder der Digitalisierung

        Immer mehr Studien prognostizieren, dass die digitale Transformation insgesamt keine Arbeitsplätze kostet. Denn es entstehen auch jede Menge neue Jobs. Die erfordern jedoch andere Kompetenzen.

      • Starke Teams lassen Risiken zu

        "Werde eins mit deinem Projekt", proklamierte vor Jahren eine Baumarktkette. Ein kerniger Slogan, der seine Parallele in einer Google-Studie findet: Teammitglieder die risikobereit in ihrer Aufgabe aufgehen, arbeiten effektiver.

      • "Freibeträge in Abfindungsregelungen wieder einführen"

        Seit 1. Januar gilt die Institutsvergütungsverordnung (IVV). Mit ihr wurden in erster Linie die Anforderungen der Leitlinien der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde EBA für eine solide Vergütungspolitik in deutsches Recht umgesetzt. Wie sich das auf die Personal- und Abfindungsstrategien bei den Banken auswirkt, erklärt Jurist Christoph Abeln im Interview.

      • So teuer wird der Fachkräftemangel

        Dass der Fachkräftemangel die deutsche Wirtschaft bremst, ist nicht neu. Allerdings war bislang nicht klar, wie sehr fehlendes Personal zu Buche schlägt. Einer Studie zufolge drohen bis zum Jahr 2030 wirtschaftliche Schäden in Milliardenhöhe. 

      • KMU zögern bei tiefgreifender Digitalisierung

        Der digitale Wandel wirkt sich auf die gesamte Wertschöpfungskette aus. Viele kleine und mittelständische Unternehmen haben das nicht vollends erkannt, weshalb sie sich auf die Optimierung einzelner interner Prozesse versteifen.

      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      Prof. Dr. Manfred Kirchgeorg
      HHL Leipzig Graduate School of Management,
      Lehrstuhl für Marketingmanagement
      Professor

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

      Springer Professional - Die Flatrate für Fachzeitschriften und Bücher
      Die Auseinandersetzung mit der Heterogenität im Markt hat sich in den letzten Jahren als eigenständiger Teilbereich der Marketingforschung etabliert. Hierbei spielt die nachfrageorientierte Marktsegmentierung eine bedeutende Rolle. Allerdings geht …
      Gegenstand der Marktsegmentierung ist die Aufspaltung eines heterogenen Gesamtmarktes in verschiedene Teilmärkte, die in sich möglichst homogen sind. Voraussetzung einer Marktsegmentierung ist die vollständige Beschreibung der Marktelemente, z. B.
      Segmentation bedeutet ganz allgemein die Unterteilung einer vorab definierten Gesamtmenge in Teilmengen (Segmente) nach bestimmten Teilungskriterien. Jedes Segment sollte dabei in sich möglichst gleich (homogen) sein, alle Segmente sich hingegen …

      Sachgebiete