Direkt zum Inhalt

Internetbetrug

Definition

Internetbetrug beschreibt Betrugsdelikte im Rahmen der Internetkriminalität. Während manche Formen des Internetbetrugs ausschließlich im Internet vorkommen, stellen andere Varianten von Verhalten außerhalb des Netzes dar. Internetbetrug funktioniert v.a. aufgrund einer Informationsasymmetrie (Informationsgefälle) zwischen Opfer und Täter, oft auch der Gutgläubigkeit und der Gier vieler späterer Opfer.

GEPRÜFTES WISSEN
Über 200 Experten aus Wissenschaft und Praxis.
Mehr als 25.000 Stichwörter kostenlos Online.
Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

zuletzt besuchte Definitionen...

    Ausführliche Definition

    1. Begriff: Internetbetrug beschreibt Betrugsdelikte im Rahmen der Internetkriminalität. Während manche Formen des Internetbetrugs ausschließlich im Internet vorkommen, stellen andere Varianten von Verhalten außerhalb des Netzes dar. Internetbetrug funktioniert v.a. aufgrund einer Informationsasymmetrie (Informationsgefälle) zwischen Opfer und Täter, oft auch der Gutgläubigkeit und der Gier vieler späterer Opfer.

    2. Betrug: Unter Betrug versteht man a) im strafrechtlichen Sinn ein Vermögensdelikt, bei dem der Täter in rechtswidriger Bereicherungsabsicht das Opfer durch Vorspiegelung oder Unterdrückung von Tatsachen gezielt so irreführt, dass es sich selbst oder einen Dritten am Vermögen schädigt, d.h. materiellen Schaden zufügt,
    b) im nicht strafrechtlichen Sinn eine Vorspiegelung falscher Tatsachen, die nicht auf einen Vermögensvorteil abzielt und damit eine strafrechtlich gesehen irrelevante Form des Betrugs ist (zur Abgrenzung auch als „Betrügerei“ bezeichnet). Voraussetzung dafür ist allerdings, dass der Täter dabei keine anderen strafbaren Handlungen begeht.

    3. Abgrenzung zu Computerkriminalität: Unter Internetkriminalität werden Straftaten verstanden, die mit den Techniken des Internets geschehen. Anders zu verstehen ist Computerkriminalität, bei der „nur“ der Computer ohne Internetnutzung als Tatwaffe eingesetzt wird.

    4. Betrugsmethoden: a) Phishing,
    b) Identitätsdiebstahl: Identitätsdiebstahl (auch Identitätsbetrug; engl. Identity Theft) bezeichnet die missbräuchliche Nutzung personenbezogener Daten (der Identität) durch Dritte. Ziel des Identitätsdiebstahls ist es i.d.R., einen Vermögensvorteil zu erreichen, Daten der betroffenen Person an interessierte Kreise zu verkaufen (illegale Auskunfteien) oder den rechtmäßigen Inhaber der Identitätsdaten in Misskredit zu bringen (Rufschädigung).
    c) Eingehungsbetrug: Dies ist eine bes. Form des Betrugs; der Betrüger täuscht hierbei über seine Absicht, die ihm aus einem Vertrag erwachsenden Verpflichtungen zum Zeitpunkt der Fälligkeit auch tatsächlich zu erfüllen. Auf das Internet bezogen bedeutet dies v.a. das Anbieten von Waren, die man gar nicht besitzt, in Onlineshops oder bei Onlineversteigerungen. Der Eingehungsbetrug im Internet setzt eine Vorauszahlung durch den später Betrogenen voraus. Oder dieser wird vom Täter aufgefordert, einen Betrag zu überweisen. Dies ist aus Käufersicht so riskant wie eine Barzahlung im Voraus.
    d) Informationsdiebstahl bei webbasierten Onlineberatungen (z.B. Gesundheitsdaten oder Lebensgewohnheiten); verläuft häufig unbemerkt von der betroffenen Person, da zunächst keinerlei Spuren vorhanden sind. Die durch den Betrug gewonnenen Informationen werden u.a. von illegal arbeitenden Auskunfteien vermarktet.
    e) Internetabonnements: Ein Unternehmer bietet einem potenziellen Kunden an, nach einer einmaligen Registrierung eine Dienstleistung zu beziehen. Einige Zeit später behauptet der Anbieter, es sei ein Dauerschuldverhältnis mit einer Vertragslaufzeit von mind. einem Jahr entstanden, und das gesetzliche Rücktrittsrecht bestünde nicht mehr.

    5. Fazit: In den letzten Jahren haben sich Tat- und Tätertypen stark verändert, die Tatwaffen (Computerprogramme) selbst sind großteils gratis im Internet zu finden. Die Bandbreite der neu entstehenden Deliktarten ist beachtlich. Das Internetstrafrecht muss daher laufend aktualisiert werden.

     

     

    zuletzt besuchte Definitionen...

      Mindmap Internetbetrug Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/internetbetrug-53402 node53402 Internetbetrug node30206 Computer node53402->node30206 node53409 Computerkriminalität node53402->node53409 node41233 Informationsasymmetrie node53402->node41233 node53422 Internetkriminalität node53402->node53422 node37192 Internet node53402->node37192 node40528 Information node47078 Tierschutzgesetz node42245 Straftat node47078->node42245 node28043 Datenschutz node28043->node42245 node29680 Computerbetrug node50912 Wirtschaftskriminalität node53409->node29680 node53409->node30206 node53409->node50912 node53409->node42245 node52720 Organizational Burnout node52720->node41233 node47594 versteckte Handlung node47594->node41233 node41233->node40528 node53177 Soziales Netzwerk node53422->node53177 node53423 Cybercrime node53422->node53423 node27049 Datenveränderung node53422->node27049 node53422->node42245 node53161 Internet-Telefonie node53161->node37192 node51941 Brand Community node51941->node37192 node49074 TCP/IP node54077 Cyber-physische Systeme node54077->node37192 node37192->node49074 node42245->node53402 node53408 Kriminalistik node53408->node42245
      Mindmap Internetbetrug Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/internetbetrug-53402 node53402 Internetbetrug node53422 Internetkriminalität node53402->node53422 node37192 Internet node53402->node37192 node41233 Informationsasymmetrie node53402->node41233 node53409 Computerkriminalität node53402->node53409 node42245 Straftat node53402->node42245

      News SpringerProfessional.de

      • Private Equity in Deutschland boomt

        Unternehmen günstig kaufen und mit Gewinn verkaufen. Das ist das Konzept von Private Equity-Gesellschaften. Sie sind in Deutschland nach wie vor sehr aktiv, wie eine aktuelle Studie zeigt.

      • Zu wenig Innovation vor lauter Transformation

        Im BCG-Innovations-Ranking 2018 liegen US- und Digitalunternehmen klar vorn. Deutsche Firmen sind erst ab Platz 21 zu finden. Doch was hemmt hierzulande eigentlich die Innovationskraft?

      • Talentierte Mitarbeiter finden und binden

        Im hart gewordenen "War for Talents", in dem Fachkräfte begehrter denn je sind, vergessen Unternehmen offenbar, auf die internen Talente zu setzen. Dabei schlummern in der Belegschaft oft ungeahnte Potenziale.

      • Digitalisierung in betrieblicher Altersvorsorge angekommen

        Mittlerweile ist die Digitalisierung auch in der betrieblichen Altersvorsorge angekommen. Die aktuelle Mercer-Studie deckt Details auf und erklärt, wieso sich zwei Drittel der befragten Unternehmen eine digitale Informationsplattform wünschen.

      • Industrie 4.0 – und Schicht im Schacht?

        Je nach Standpunkt und Blickwinkel scheint der Trend zu Digitalisierung und Vernetzung der Industrie zur Industrie 4.0 positive oder negative Auswirkungen auf die Arbeitsplatzentwicklung zu versprechen. Wirtschaftsforscher haben jetzt eine Gesamtschau versucht.

      • Agile Führung zur Stärkung der Veränderungsintelligenz

        Braucht Agilität überhaupt noch Führung? Oder sind Führung und Agilität nicht ein Widerspruch in sich? Wie das Konzept der Veränderungsintelligenz zeigt, hängt die Antwort vom jeweiligen Agilitätskontext ab, so Gastautorin Antje Freyth.

      • Beim Homeoffice ist Deutschland Entwicklungsland

        New Work und mehr Flexibilisierung von Arbeitszeit sind in aller Munde. Doch wenn es darum geht, schöne Theorien auch in die Praxis umzusetzen, bleiben viele Ideen auf der Strecke – so auch beim Thema Homeoffice.

      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      Prof. (FH) Mag. Dr. Helmut Siller, MSc
      Dr. Siller Betriebsberatung und Training

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

      Springer Professional - Die Flatrate für Fachzeitschriften und Bücher
      Behörden haben zwei mutmaßliche Cyberkriminelle festgenommen. Sie sollen per CEO-Betrug zehn Millionen Euro von deutschen Unternehmen gestohlen haben. Weitere 26 Millionen Euro aus ähnlichen Betrugsfällen konnten an Opfer zurückgeführt werden.

      Sachgebiete