Direkt zum Inhalt

Provision

Definition

Regelmäßig in Prozenten einer Wertgröße (z.B. vom Umsatz) berechnete Form der Vergütung für geleistete Dienste; z.T. auch als Arbeitsentgelt für Arbeitnehmer, meist neben anderen Leistungen gewährt.

Geprüftes Wissen

GEPRÜFTES WISSEN
Über 200 Experten aus Wissenschaft und Praxis.
Mehr als 25.000 Stichwörter kostenlos Online.
Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

zuletzt besuchte Definitionen...

    Ausführliche Definition

    Inhaltsverzeichnis

    1. Allgemein
    2. Handelsrecht
    3. Bankwesen
    4. Arbeitsrecht
    5. Kostenrechnung

    Allgemein

    Regelmäßig in Prozenten einer Wertgröße (z.B. vom Umsatz) berechnete Form der Vergütung für geleistete Dienste; z.T. auch als Arbeitsentgelt für Arbeitnehmer, meist neben anderen Leistungen gewährt.

    Handelsrecht

    1. Jeder Kaufmann, der in Ausübung seines Handelsgewerbes einem anderen Geschäfte besorgt oder Dienste leistet, kann auch ohne Vereinbarung Provision nach den ortsüblichen Sätzen verlangen, soweit nicht die Verkehrssitte entgegensteht.

    2. In der Form der Provision wird meist die Vergütung des Handelsvertreters (sog. Abschlussprovision) gewährt (§§ 87 ff. HGB).

    a) Der Anspruch des Handelsvertreters auf Provision entsteht für jedes während des Vertragsverhältnisses abgeschlossene Geschäft, das aufgrund seiner Tätigkeit zustande gekommen ist (§ 87 I HGB). Es genügt, dass der Kunde durch den Vertreter geworben wurde. Wird ein Geschäft erst nach Beendigung des Vertragsverhältnisses ausgeführt, so steht die Provision dem Handelsvertreter dann zu, wenn er es vermittelt hat. Gleiches gilt auch, wenn er das Geschäft so eingeleitet und vorbereitet hat, dass der Abschluss überwiegend auf seine Tätigkeit zurückzuführen ist und das Geschäft in einer angemessenen Frist nach Vertragsende zum Abschluss kommt (§ 87 III HGB).

    b) Endgültig verdient ist die Provision erst nach Ausführung des vermittelten Geschäftes.

    c) Dem Bezirksvertreter steht Provision auch für Direktgeschäfte zu; ebenso dem Handelsvertreter mit Kundenschutz (§ 87 II HGB).

    d) Die Höhe der Provision richtet sich nach dem Vertrag; fehlt eine Vereinbarung, so gilt der übliche Satz (§ 87b I HGB). Die Berechnung erfolgt nach dem reinen Rechnungsbetrag, d.h. dem Betrag für die Waren ohne Abzug von Sondernachlässen oder Aufschlägen für Fracht, Porto etc. (§ 87b II HGB).

    e) Bei der Abrechnung der Provision, die monatlich, nach Vereinbarung längstens vierteljährlich, erfolgen muss, kann der Handelsvertreter einen Buchauszug fordern (§ 87c HGB). Wird der Buchauszug verweigert oder bestehen begründete Zweifel an der Richtigkeit oder Vollständigkeit der Abrechnung, kann der Handelsvertreter verlangen, dass nach Wahl des Unternehmers entweder ihm oder einem von ihm zu bestimmenden Wirtschaftsprüfer oder vereidigten Buchsachverständigen Einsicht in die Geschäftsbücher oder sonstigen Urkunden gewährt wird, soweit dies zur Prüfung der Richtigkeit oder Vollständigkeit erforderlich ist. Diese Rechte können vertraglich weder ausgeschlossen noch beschränkt werden (§ 87c V HGB).

    Vgl. auch Delkredereprovision, Inkassoprovision.

    f) Zahlungen an Auslandsvertreter richten sich nach den Bestimmungen über den passiven Dienstleistungsverkehr mit dem Ausland.

    3. Auch dem Handlungsgehilfen kann neben seinem festen Gehalt eine Provision als Wertbeteiligung am Einzelgeschäft gezahlt werden. In diesem Fall finden die für den Handelsvertreter geltenden Vorschriften Anwendung (§ 65 HGB).

    Bankwesen

    Kreditprovision, Überziehungsprovision und Umsatzprovision. Jedes Entgelt, das Banken ihren Kunden für technisch-organisatorische Leistungen berechnen.

    Nicht zu den Provisionen gehören die Spesen; sie werden für bes. Leistungen individuell berechnet.

    Anders: Courtage.

    Arbeitsrecht

    Die Provision gehört i.Allg. nicht zu den mit Akkord- und Prämienlohn vergleichbaren leistungsbezogenen Entgelten, hinsichtlich deren Festsetzung einschließlich der Geldfaktoren der Betriebsrat nach § 87 I Nr. 11 BetrVG bei Fehlen einer tariflichen Regelung ein erzwingbares Mitbestimmungsrecht in sozialen Angelegenheiten hat. Das Mitbestimmungsrecht richtet sich nach § 87 I Nr. 10 BetrVG, bezieht sich also nicht auf den Euro-Wert je Provision, wohl aber auf die konkrete Ausgestaltung des jeweiligen Provisionssystems (betriebliche Lohngestaltung).

    Kostenrechnung

    1. Provisionen als Aufwendungen für Verkaufserfolge zählen zu den Vertriebskosten (ggf. Sondereinzelkosten des Vertriebs); sie können den einzelnen Erzeugnissen i.d.R. direkt belastet werden. Auf richtige Periodenabgrenzung ist zu achten.

    2. Provisionen als Entgelte für die Vermittlung bei Rechtsgeschäften (etwa Nachweis von Bauplätzen, Baugeld etc.) sind bei deren Abschluss als Teil der Beschaffungs-, Finanzierungs- oder Versicherungskosten mit diesen zusammen zu verrechnen.

    GEPRÜFTES WISSEN
    Über 200 Experten aus Wissenschaft und Praxis.
    Mehr als 25.000 Stichwörter kostenlos Online.
    Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

    zuletzt besuchte Definitionen...

      Autoren der Definition

      Dr. Dr. Jörg Berwanger
      STEAG New Energies GmbH, Saarbrücken
      Commercial Project Manager
      Prof. Dr. Reinhold Hölscher
      Technische Universität Kaiserslautern,
      Lehrstuhl für Finanzdienstleistung und
      Finanzmanagement
      Ordinarius
      RA Dr. Joachim Wichert
      aclanz – Partnerschaft von Rechtsanwälten
      Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht
      Prof. Dr. Dr. h.c. Jürgen Weber
      WHU – Otto Beisheim School of Management, Institut für Management und Controlling (IMC)
      Direktor
      Dr. Nils Helms
      Technische Universität Kaiserslautern
      Postdoc am Lehrstuhl für Finanzdienstleistungen und Finanzmanagement

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

      Springer Professional - Die Flatrate für Fachzeitschriften und Bücher
      Subject. Actuality of the topic of the research is explained by growth of popularity of online banking services, which is an attribute of mobility and effectiveness in the conditions of modern information society. Also, threat of the growth of the …
      An ecosystem is defined as an area, place or environment where organisms interact with the physical and chemical environment. Ecosystems provide a variety of benefits to people that are divided into market and non-market ecosystem goods or …
      Mathematical modeling of thermal processes during grinding and of the process of formation of residual stresses and cracks is done. On this basis the technique of calculation of thermal processes and of internal residual stresses arising during …

      Bücher auf springer.com