Direkt zum Inhalt

Wirtschaftsstufen

GEPRÜFTES WISSEN
Über 200 Experten aus Wissenschaft und Praxis.
Mehr als 25.000 Stichwörter kostenlos Online.
Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

zuletzt besuchte Definitionen...

    Ausführliche Definition

    1. Begriff: Bezeichnung der Volkswirtschaftstheorie für das in der geschichtlichen Entwicklung der Wirtschaft sich wiederholende Muster des Industrialisierungsprozesses. Die Entwicklungsstadien werden nach Kriterien wie Produktionsweise, Art der Agrar- und Güterproduktion oder nach der Organisationsart des Tauschverkehrs eingeteilt. Vertreter solcher Typologien sind Marx, Hoffmann, Kuznets und Rostow.

    2. Marx unterscheidet fünf aufeinander folgende Stufen, die sich durch unterschiedliche Ausprägung von Produktivkräften und Produktionsverhältnissen voneinander unterscheiden (historischer Materialismus).

    3. Nach Rostow sind ebenfalls fünf Wirtschaftsstufen zu unterscheiden:
    (1) Die traditionelle Gesellschaft, deren Struktur- und Produktionsmöglichkeiten auf vornewtonscher Wissenschaft und Technik basieren.
    (2) Übergangsphase zur wirtschaftlichen Expansion, in der die Grundlagen für den wirtschaftlichen Aufstieg geschaffen werden, indem neue Wertvorstellungen sowie geeignete politische und wirtschaftliche Organisationsformen entstehen.
    (3) Der wirtschaftliche Aufstieg (Take-off-Phase), charakterisiert durch die Durchsetzung neuer Technologien in Landwirtschaft und Industrie und einen Anstieg der Investitionsquote auf über 10 Prozent des Nettoinlandsprodukts.
    (4) Die wirtschaftliche Reife (Mature Economy), erreicht etwa 60 Jahre nach Beginn des Aufstiegs und gekennzeichnet durch die institutionelle Anpassung der Gesellschaft an die Erfordernisse effizienter Produktionsmethoden, sowie durch die Vielfalt von Industriezweigen.
    (5) Der Massenkonsum, charakterisiert durch das Aufkommen des Wohlfahrtsstaates und der Massenproduktion dauerhafter Konsumgüter. Indikator dieses Stadiums ist die Produktion des Automobils.

    4. Beurteilung: Die kritischen Einwände gegen eine derartige Sicht der historischen Entwicklung wirtschaftlichen Wachstums richten sich hauptsächlich auf das starre Ablaufschema. Die Diskrepanzen in der Entwicklung einzelner Volkswirtschaften seien jedoch zu groß, als dass sie in ein allg. Schema gepresst werden könnten.

    Im Gegensatz zu Stufentheorien ist die Rostowsche Konzeption als Alternative zur marxistischen Auffassung der Entwicklung von Gesellschaften gedacht.

    zuletzt besuchte Definitionen...

      Mindmap Wirtschaftsstufen Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/wirtschaftsstufen-48410 node48410 Wirtschaftsstufen node32426 historischer Materialismus node48410->node32426 node43323 Stufentheorien node48410->node43323 node48617 Wachstum node48410->node48617 node34345 Ersparnislücke node34345->node43323 node50911 Wirtschaftsordnung node50911->node48410 node33328 historische Schule node50700 Wirtschaftsstil node50700->node48410 node50700->node50911 node50700->node33328 node28107 Autarkie node28649 Arbeitsteilung node36114 Gut node34635 Hauswirtschaft node34635->node48410 node34635->node28107 node34635->node28649 node34635->node36114 node37252 List node37252->node43323 node33344 Entwicklungsstufen der Wirtschaft node33344->node43323 node38534 Marx node32426->node38534 node37009 Kapitalismus node32426->node37009 node49503 Wachstumsgrenze node49503->node48617 node52251 Wachstumspotenzial node52251->node48617 node40054 Non Basic Sector node40054->node48617 node27867 Bruttoinlandsprodukt (BIP) node48617->node27867 node48605 Zentralisation des Kapitals node48605->node32426 node37627 Marxismus-Leninismus node37627->node32426 node51187 Wirtschaftsverfassung node51187->node48410 node51187->node50700
      Mindmap Wirtschaftsstufen Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/wirtschaftsstufen-48410 node48410 Wirtschaftsstufen node32426 historischer Materialismus node48410->node32426 node48617 Wachstum node48410->node48617 node43323 Stufentheorien node48410->node43323 node34635 Hauswirtschaft node34635->node48410 node50700 Wirtschaftsstil node50700->node48410

      News SpringerProfessional.de

      • Exportentwicklung Werkzeugmaschinen

        Ein aktueller Quest Report verbindet Exportmärkte und Durchschnittswerte von Werkzeugmaschinen in Euro und die Wirkung auf die Exporte nach China seit 2008. Steigende Durchschnittswerte von Werkzeugmaschinen gehen demnach mit rückläufigen Exporten nach China einher.

      • Banken genießen großes Vertrauen ihrer Kunden

        72 Prozent der Bankkunden in Deutschland gehen davon aus, dass Kreditinstitute mit ihren persönlichen Daten sorgsam umgehen. Keine andere Branche genießt einer aktuellen Umfrage zufolge höheres Vertrauen.

      • Neue Aufgaben für die Zentrale der Zukunft

        Unternehmen müssen agil und innovativ sein. Das althergebrachte Headquarter, von dem aus alles zentral gesteuert werden soll, scheint dazu nicht passen zu wollen. Muss die Unternehmenszentrale neu erfunden werden? 

      • So geht erfolgreiches Lead Nurturing im B2B-Segment

        Wenn nicht nur Leads, sondern in Folge auch Käufer generiert werden, ist von Lead Nurturing die Rede. Im B2B-Bereich müssen E-Mail-Marketer dafür besonders strategische sowie kontinuierliche Beziehungsarbeit leisten.

      • Globales E-Invoicing ist Herausforderung für Unternehmen

        Unternehmen sind aufgrund staatlicher Vorgaben zunehmend dazu verpflichtet, ihre Rechnungen elektronisch zu erstellen. Doch in jedem Land gelten andere rechtliche Regelungen. Entsprechend komplex gestalten sich die Prozesse. Erster Teil des Gastbeitrags.

      • Auf dem Rechtsweg ins Verderben

        Wer seinen Markt als Eigentum betrachtet und Neueinsteiger juristisch bekämpfen will, kann nur verlieren, meint Springer-Autor und Zukunftsmanager Heino Hilbig. Denn die Klage eines Taxifahrers gegen Moia wird neue Verkehrskonzepte nicht verhindern. 

      • Mit Location Based Marketing auf Neukundenfang

        Deutsche Marketing-Manager sehen in standortbasierter Werbung die Brücke, um Konsumenten online wie offline anzusprechen. Vor allem für die Neukundengewinnung setzen sie auf das Marketinginstrument.

      • Wie der Arbeitsplatz von morgen aussehen wird

        Während der Industrialisierung wanderte die Arbeit aus dem Haushalt in die Fabrik. Heute klopft sie wieder an die Haustür. Die Möglichkeit zu mehr zeitlicher und örtlicher Flexibilität, beispielsweise zur Arbeit im Homeoffice, macht vor keiner Branche mehr halt.

      • Java und JavaScript sind die beliebtesten Programmiersprachen

        Die meisten Softwareingenieure setzen auf Java und JavaScript, wenn es um die Entwicklung von Unternehmensanwendungen geht. Die angeblichen "In"-Programmiersprachen Python & Co. liegen in der Beliebtheitsskala teils weit abgeschlagen hinter den Klassikern.

      • Diese digitalen Marken sind top

        Digitale Dienste dominieren immer stärker die Markenwelt. In den Top 25 der relevantesten Marken Deutschlands machen sich analoge Marken eher rar.

      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      Prof. Dr. Dirk Sauerland
      Universität Witten/Herdecke, Lehrstuhl für Institutionenökonomik
      und Gesundheitspolitik
      Lehrstuhlinhaber
      Dr. Andreas Schäfer
      Universität Leipzig, Institut für Theoretische Volkswirtschaftslehre
      Akademischer Rat

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

      Springer Professional - Die Flatrate für Fachzeitschriften und Bücher
      Der Grundgedanke ist überaus einfach und dadurch eindrucksvoll. Man sucht „Phasen“, „Stadien“, „Stufen“ alles geschichtlichen Werdens festzustellen und will für jede einzelne Phase oder Stufe eine Theorie entwerfen, die den wirtschaftlichen Alltag …
      Logistikaufgaben werden sowohl für den Hersteller als auch für den Einzelhandel zunehmend zum Gegenstand von Auslagerungsüberlegungen. Im Mittelpunkt des folgenden Beitrags steht die Frage, unter welchen Bedingungen die Übernahme dieser Aufgaben …
      Während entscheidungstheoretische Ansätze Entscheidungen und Entscheidungsprozesse in den Mittelpunkt ihrer Betrachtungen stellen, heben die Ansätze der „Neuen Institutionenökonomik“ die besondere Bedeutung von Institutionen als Informationsund …

      Sachgebiete