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interne Märkte

Definition

Interne Märkte entstehen, wenn in der Unternehmung der Leistungstransfer zwischen Unternehmungsbereichen durch Einführung interner Preise in eine Markttransaktion überführt wird. So können auch Bereichen, die keinen unmittelbaren Kontakt bzw. Zugang zum externen Markt haben, Erlöse und monetäre Bereichserfolge zugeordnet werden (Center-Konzept).

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Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

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    Ausführliche Definition

    1. Begriff: Interne Märkte entstehen, wenn in der Unternehmung der Leistungstransfer zwischen Unternehmungsbereichen durch Einführung interner Preise in eine Markttransaktion überführt wird. Durch den Rückgriff auf interne Preise lassen sich auch Bereichen, die keinen unmittelbaren Kontakt bzw. Zugang zum externen Markt haben, Erlöse und monetäre Bereichserfolge zuordnen (Center-Konzept).

    2. Theoretische Grundlagen: Die theoretische Auseinandersetzung mit internen Märkten hat eine lange Tradition. Sie beginnt in der Betriebswirtschaftslehre unter dem Einfluss volkswirtschaftlicher Marktmodelle vor etwa 100 Jahren mit Schmalenbach. Vier Strömungen beschreiben den gegenwärtigen Stand: a) Mikroökonomische Konzepte (v.a. Funktion interner Arbeits- und Kapitalmärkte); b) optimale Verrechnungspreise (v.a. Optimierung von Allokations- und Anreizeffekten); c) strategische Positionierung (v.a. Regelung des Zugangs zum externen Markt); d) Interne Märkte als Organisationskonzept (v.a.Förderung des internen Unternehmertums).

    3. Erscheinungsformen: a) Auf realen Märkten wird über den internen Preis die Allokation von Ressourcen gesteuert. So soll über den Preis bspw. sichergestellt werden, dass die Unternehmungsbereiche die Leistungen der zentralen Marktforschungseinheit auf der Grundlage von Kosten-Nutzen-Überlegungen in Anspruch nehmen.

    b) Auf fiktiven Märkten erfüllt der Preis nur eine Benchmarking-Funktion; der Leistungsaustausch zwischen den Bereichen ist bereits durch Planung festgelegt (z.B. die Inanspruchnahme des Gießereibereichs durch verschiedenen Produktionsbereiche). Von dem Ausweis eines Bereichserfolges und dem so ausgelösten Ergebnisdruck verspricht man sich auf fiktiven Märkten eine positive Motivationswirkung. Der Ansatz des internen Preises (z.B. markt- oder kostenbasierter Preis) wird dann durch die jeweils verfolgte Motivationskonzeption bestimmt.

    4. Bei der Beurteilung der Leistungsfähigkeit der internen Märkte geht es generell um die Frage, ob die Unternehmungssteuerung ganz durch das Konzept einer umfassenden Unternehmungsplanung bestimmt sein soll oder ob (ergänzend) eine dezentrale Marktsteuerung praktisiert werden soll.

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