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Schadenskostenansatz

Definition

Schadenskostenansatz ist ein Verfahren zur Ökobilanzierung (Ökobilanz).

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Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

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    Ausführliche Definition

    1. Begriff: Ein Schadenskostenansatz misst den monetären Schaden, der aufgrund eines Umweltschadens entsteht oder bestimmt den Wiederbeschaffungswert einer „Umweltdienstleistung“ (Schaltegger/ Burritt 2000, S. 284). Der Ansatz kann daher bei Ökobilanzkonzepten (Ökobilanz) Anwendung finden, wie z.B. bei der Environmental Priority Strategy (EPS).

    2. Entstehung der Environmental Priority Strategy (EPS): Der Methodenkomplex wurde vom IVL Swedish Environmental Research Institute für Volvo entwickelt (vgl. Goedkoop 1995, S.12).

    3. Geltungsbereich und Systemgrenze: Die Methode ist weltweit in den Systemgrenzen "Gate-to-Gate" (s. Cradle-to-Cradle) anwendbar.

    4. Bewertungsobjekt- und größe: Bewertet werden können Prozesse hinsichtlich abiotischen Ressourcen, Gesundheitsschäden, Produktion der Ökosysteme oder umweltbedingter wirtschaftlicher Schäden, der Biodiversität bzw. Artenverlust und der Ästhetik (kultureller Wert und Erholungswert).

    5. Ziel und Annahmen: Im Gegensatz zu anderen Ökobilanzansätzen betrachtet die Environmental Priority Strategy nicht die Umweltwirkung selbst, sondern deren Wirkung. Der Methode liegt die Annahme zugrunde, dass die Gesellschaft bestimmten Schutzobjekten einen Wert zumisst.
    –6. Vorgehen: (1) Bestimmung des monetären Schadens auf Basis der genannten Effekte.
    (2) Bewertung der Einheitswerte mit Umweltbelastungspunkten, die auf verschiedenen Bewertungsfaktoren beruhen und den Umweltbelastungswert wiedergeben.
    (3) Bewertung mittels Multiplikation des Umweltbelastungswertes mit der weltweiten Ausdehnung der Umweltauswirkung.
    (4) Abschätzung der Anteile einer Tätigkeit am Umweltbelastungswert.

    7. Ergebnis: Es ergibt sich aus der Addition der drei Wirkungskategorien ein finanziell bewerteter Schaden.

    8. Kritische Würdigung: Die Methode kombiniert verschiedene Effekte. Sie ist jedoch weniger für allg. Bewertungen von Umweltwirkungen geeignet. Vielmehr bietet sich eine prozess- und unternehmensbezoge Anwendung an. Außerdem ist die Methode stark von der Verfügbarkeit und der Verlässlichkeit der verwendeten Bewertungsfaktoren abhängig.

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