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Umweltzertifikat

Definition

Umweltlizenz; verbrieftes und übertragbares Nutzungsrecht an natürlichen Ressourcen bzw. Recht zur Emission einer vorgegebenen Menge eines Schadstoffes in einer bestimmten Region (Emissionsrecht, Emissionszertifikat).

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Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

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    Ausführliche Definition

    Bei Umweltzertifikaten wird eine umweltpolitisch gewünschte Emissionshöchstgrenze bzw. Emissionsnorm festgelegt. Entsprechend dieser Obergrenze werden Umweltzertifikate durch Versteigerung (Auktionsverfahren) oder Vergabe an jedes Unternehmen im Ausmaß der bisherigen Emissionen (Grandfathering bzw. Senioritätsprinzip) zugeteilt. Schadstoffe dürfen nur Besitzer von Umweltzertifikaten emittieren, d.h. sind weniger Zertifikate vorhanden als nachgefragt, bildet sich ein Preis und somit eine wirksame Verteilung des Umweltschutzes auf die am Markt beteiligten Unternehmen: Für Unternehmen ist es bei vorhandenen Umweltschutztechnologien günstiger, diese zu nutzen, sobald deren Preis unter dem der Umweltzertifikate liegt; überflüssige Umweltzertifikate können verkauft werden. Sind eigene Umweltschutzmaßnahmen teurer, müssen Umweltzertifikate gekauft werden. Bei rationalem (kostenminimierendem) Verhalten der Emittenten wird so der vorgegebene Umweltstandard zu minimalen volkswirtschaftlichen Kosten erreicht.

    Bedeutung: Die praktisch wichtigsten Anwendungsfälle sind die 1990 eingeführte Schwefeldioxid (SO2) Zertifikatlösung im Rahmen des US-amerikanischen Clean Air Act und der 2005 eingeführte europäische Emissionshandel zur internationalen Verminderung von Treibhausgasen, dessen Umsetzung durch Nationale Allokationspläne der Mitgliedsstaaten erfolgt.

    Vgl. auch Emissionshandel, Umweltpolitik, nationaler Allokationsplan

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      Mindmap Umweltzertifikat Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/umweltzertifikat-50206 node50206 Umweltzertifikat node42079 Nutzungsrecht node50206->node42079 node30899 Agenda 21 node28378 Discount-Zertifikat node31131 Aktienzertifikat node39812 Investmentfonds node48081 Zertifikat node48081->node50206 node48081->node28378 node48081->node31131 node48081->node39812 node35120 Hebelzertifikat node48081->node35120 node48792 Umweltlizenz node48792->node50206 node51426 Clean Development Mechanism node40654 Joint Implementation node51029 Umweltkonferenz node51029->node50206 node51029->node30899 node51029->node51426 node51029->node40654 node36202 Geräteherstellerabgabe node42079->node36202 node49231 Urheber node42079->node49231 node48345 Umweltpolitik node48345->node50206 node49960 Umweltauflage node37080 kontrollierter Emissionshandel node37080->node50206 node33700 Glockenpolitik node33700->node50206 node33700->node48345 node33700->node49960 node33700->node37080 node50439 Verwertungsrechte node50439->node42079
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      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      Prof. Dr. Eberhard Feess
      Frankfurt School of Finance and Management
      Professor für Volkswirtschaftslehre
      Prof. Dr. Edeltraud Günther
      TU Dresden,
      Fak. Wirtschaftswissenschaften,
      LS Betriebswirtschaftslehre insb.
      Betriebliche Umweltökonomie
      Universitätsprofessorin

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

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