Direkt zum Inhalt

Assistance

GEPRÜFTES WISSEN
Über 200 Experten aus Wissenschaft und Praxis.
Mehr als 25.000 Stichwörter kostenlos Online.
Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

zuletzt besuchte Definitionen...

    Ausführliche Definition

    1. Begriff und Merkmale: Der Begriff Assistance stammt aus dem Französischen und bedeutet soviel wie Beistand, Hilfe oder Unterstützung. Eine einheitliche Definition des Begriffs existiert derzeit allerdings weder in der Theorie noch in der Praxis. Nach dem Selbstverständnis der Assekuranz werden unter Assistance Leistungen in Notfall- und Alltagssituationen gegenüber Privat- und Firmenkunden innerhalb und außerhalb der Versicherungsbranche verstanden. Wenn es sich um Leistungen gegenüber Firmenkunden handelt, dürfen diese nicht Bestandteil der herkömmlichen Wertschöpfungskette des betreffenden Unternehmens sein, sondern müssen Zusatzleistungen (Value-Added-Charakter) betreffen. Telefonie wird hierbei teilweise als Ausnahme gesehen, die – je nach Geschäftsmodell der Assisteure – ggf. wiederum hinzugezählt wird. Außerdem übernehmen Assisteure oftmals z.B. das Schadenmanagement für Versicherungsunternehmen ganz oder teilweise außerhalb der üblichen Geschäftszeiten und gewährleisten so einen 24h-Schadenservice (24h-Service; siehe auch Business Process Outsourcing im Stichwort Outsourcing). Weitere konstitutive Merkmale von Assistanceleistungen (und notwendige Kernkompetenzen von Assisteuren) sind eine durchgehende 24-stündige Erreichbarkeit (24h-Service) an 365 Tagen im Jahr, die Verfügbarkeit eines flächendeckenden Dienstleisternetzwerks, das zumindest vom Assisteur gesteuert wird (wenn es nicht von ihm selbst betrieben wird), und die Bereitstellung von Naturalleistungen für die Problemlösungen, die je nach der Wertschöpfungstiefe der Leistungen des Assisteurs durch ihn selbst oder durch von ihm beauftragte Dienstleister erbracht werden. Als Leistungsstufen des Assisteurs können von daher die Information und Beratung, ferner Organisationsleistungen, um die tätige Hilfe für den Leistungsempfänger verfügbar zu machen, (Stufe 1) und zudem ggf. die tätige Hilfe als solche, wenn sie vom Assisteur in Eigenregie erbracht wird (Stufe 2), differenziert werden. Bei den Assistanceleistungen steht jedenfalls für den Kunden nicht der für Versicherungsleistungen typische Schadenersatz durch Geldleistungen im Vordergrund sondern die unmittelbare und unbürokratische tätige Hilfe in einer individuellen (Notfall-)Situation. Zu den Kernkompetenzen der Assisteure gehört zudem eine hoch professionelle Prozessstruktur.

    2. Marktteilnehmer:
    a) Nachfrager sind meist private Haushalte und gewerbliche Unternehmen, die bereits über ein Vertragsverhältnis, meist einen Versicherungsvertrag, mit dem Anbieter von Assistanceleistungen verbunden sind.
    b) Anbieter sind in erster Linie private Versicherungsunternehmen, Sozialversicherungsträger, insbesondere Krankenkassen, Kreditkartenunternehmen, Automobilhersteller, Automobilclubs, Flottenbetreiber, Mietwagen- und Leasinggesellschaften, Reiseveranstalter, Banken, Clubs und Vereine. Teilweise erbringen die Anbieter von Assistanceleistungen die tätige Hilfe selbst, das gilt insbesondere für die Automobilclubs.
    c) Ansonsten werden Dienstleistungen, die über die reinen Informations-, Beratungs- und Organisationsleistungen (Stufe 1, s.o.) hinausgehen, i.d.R. durch Partner- oder Dienstleisternetzwerke erbracht.

    3. Geschäftsfelder:
    a) Fahrzeugassistance,
    b) Freizeitassistance,
    c) Gesundheitsassistance,
    d) Haus- und Wohnungsassistance,
    e) Juristische Assistance,
    f) Medizinische Assistance (Gesundheitsassistance),
    g) Pflegeassistance,
    h) Reiseassistance,
    i) Telefonie, zumindest als Minimalvoraussetzung für die Erbringung von Assistanceleistungen, teilweise aber auch ergänzend als eigenes Geschäftsfeld des Assisteurs (Call-Center-Tätigkeiten für Dritte, z.B. zur Sicherstellung der Kundenerreichbarkeit außerhalb der Geschäftszeiten des Auftraggebers oder im Überlauffall). Siehe auch
    j) Mehrwertleistungen und
    k) Business Process Outsourcing. Die o.a. Geschäftsfelder sind in der Praxis nicht immer trennscharf abgrenzbar.

    zuletzt besuchte Definitionen...

      Mindmap Assistance Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/assistance-31423 node31423 Assistance node42299 Outsourcing node31423->node42299 node28581 Datenverarbeitung node42299->node28581 node44033 Personalmanagement node44033->node42299 node54118 Nearshoring node54118->node42299 node53872 Risk-Pooling node53872->node42299
      Mindmap Assistance Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/assistance-31423 node31423 Assistance node42299 Outsourcing node31423->node42299

      News SpringerProfessional.de

      • Digitalisierung in Deutschland stagniert

        Nur langsam geht es für die deutsche Wirtschaft bei der Digitalisierung voran, zeigt der Monitoring Report Digital. Die Kernergebnisse: die Wirtschaft stagniert, digitale Vorreiter fehlen und alle warten auf den Breitbandausbau.

      • Forschungsagenda 2030 für die produzierende Industrie

        Die strategische Forschungsagenda der Initiative "manufuture-DE" hat aktuelle und zukünftig relevante Forschungsbedarfe deutscher Industrieunternehmen aus dem Bereich der Produktionstechnik bis zum Jahr 2030 formuliert und priorisiert.

      • "Unternehmen tragen Verantwortung für Konsumenten"

        Wer in der digitalen Welt nicht untergehen will, muss sich einige Kompetenzen aneigen. Sonst frisst die Digitalisierung ihre User, warnen Anabel Ternès und Hans-Peter Hagemes im Gespräch mit Springer Professional. Insbesondere Unternehmen sollten sich ihrer Verantwortung bewusst sein.

      • Digitalisierung schafft Chancen für weibliche Führungskräfte

        Mittlerweile erfüllen zwar die Aufsichtsräte der Dax-30-Unternehmen im Durchschnitt die gesetzliche Frauenquote. Aber gerade in Führungspositionen im operativen Geschäft sind Frauen, auch in der Finanzbranche, immer noch rar gesät. Und das sieht nur in einem Fachbereich besser aus.

      • Verantwortungsvolle Chefs haben mehr Stress

        Ein Chef, der sich seiner Verantwortung im Job bewusst ist, führt ein stressbelastetes Dasein. Zumindest, wenn er sich in einer gehobenen Machtposition befindet. Das haben Wissenschafter herausgefunden.

      • Dax-Vorstände verdienen noch mehr

        Wenn etwas die Gemüter erhitzt, dann sind es immer wieder die exorbitanten Bezüge von Vorständen und Aufsichtsräten von Unternehmen. Eine aktuelle Studie gibt der Diskussion neue Nahrung. Demnach bekommen die CEOs von der Post, Heidelberg Cement, Adidas und Daimler unglaubliche Summen. 

      • Enterprise Social Networks fördern Innovationen

        Der digitale Reifegrad deutschsprachiger Unternehmen verbessert sich zusehends. In allen Bereichen haben digitale Prozesse mittlerweile die analogen Formen der Zusammenarbeit überholt. Doch es gibt noch viel zu tun.

      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      Prof. Dr. Fred Wagner
      Institut für Versicherungswissenschaften e.V.
      an der Universität Leipzig Vorsitzender des Vorstandes

      Bücher

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

      Springer Professional - Die Flatrate für Fachzeitschriften und Bücher
      Monogamy relations characterize the distributions of entanglement in multipartite systems. We investigate the monogamy relations satisfied by the concurrence of assistance and the negativity of assistance for multiqubit generalized W-class states.
      On April 18 and 19, 2018 a total of 220 attendees, a figure which is significantly up on the previous year, visited the newly opened Rhein-Main Congress Center in Wiesbaden to gather information and exchange ideas about the latest developments in …
      There is an increased interest on wearable technologies for rehabilitation and human augmentation. Systems focusing on the upper limbs are attempting to replicate the musculoskeletal structures found in humans, reproducing existing behaviors and …

      Sachgebiete