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Midi-Job

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Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

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    Ausführliche Definition

    1. Begriff: Zwischen dem Segment der Mini-Jobs und regulärer Teilzeitbeschäftigung führten die Hartz-Gesetze im Jahr 2003 eine neue „Gleitzone”, die sog. Midi-Jobs, ein (für monatliche Einkommen oberhalb von 450 bis maximal 850 Euro). Während Mini- wie Midi-Jobber bis zur Geringfügigkeitsgrenze steuer- und sozialabgabenfrei bleiben, unterliegen die Einkommen bis 450 Euro der gesetzlichen Kranken- und Rentenversicherungspflicht: Während alleine die Arbeitgeber Beiträge zur Krankenversicherung in Höhe von 13 Prozent auf den Lohn zahlen, werden die Arbeitgeberbeiträge zur Rentenversicherung (15 Prozent) durch die Arbeitnehmer mittels eines reduzierten Beitragssatzes von 3,7 Prozent auf den vollen Beitragssatz (18,7 Prozent) aufgestockt. Allerdings können die Mini-Jobber auch weiterhin auf ausdrücklichen Wunsch rentenversicherungsfrei bleiben ("Opting-out-Klausel").

    In der Gleitzone zahlen die Arbeitnehmer ebenfalls vergleichsweise niedrige, allmählich bis auf das reguläre Niveau linear steigende Sozialversicherungsbeiträge; die Arbeitgeber hingegen entrichten die normalen Beiträge.

    2. Ziele: Mit dieser Form der Lohnsubvention (Kombilohn-Modelle) sollen Anreize zur Aufnahme bzw. Ausweitung einer Erwerbstätigkeit gesetzt, die Problematik der Erwerbsarmut (Working Poor) entschärft sowie die sog. Niedriglohnfalle vermieden werden. Letztere ergibt sich, wenn eine zusätzliche Erwerbstätigkeit infolge steigender Grenzsteuer- bzw. Grenzbeitragssätze nicht attraktiv ist.

    3. Wirkungen: Die quantitative Bedeutung der in Öffentlichkeit und Wissenschaft kaum beachteten Midi-Jobs bleibt zwar deutlich hinter der von Mini-Jobs zurück; sie verzeichnen aber vor allem in den Jahren nach ihrer Einführung deutliche Steigerungen; insgesamt erfolgte mehr als eine Verdoppelung innerhalb einer Dekade (2003: ca. 600.000, 2015: ca. 1.3 Mio.). Attraktiv sind Midi-Jobs als "Hinzuverdienst", nicht hingegen als alleinige Einkommensquelle. 

    Vgl. auch Arbeitsmarktpolitik, Atypische Beschäftigung.

    Mindmap Midi-Job Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/midi-job-39463 node39463 Midi-Job node53543 Atypische Beschäftigung node39463->node53543 node28168 Arbeitsmarktpolitik node39463->node28168 node34680 Hartz-Gesetze node39463->node34680 node40861 Kombilohn-Modelle node39463->node40861 node40884 Mini-Job node39463->node40884 node27801 Arbeitslosigkeit node53543->node27801 node32920 Humankapital node53543->node32920 node35179 Erwerbstätige node53543->node35179 node53543->node28168 node53543->node34680 node27801->node34680 node29485 Arbeitslosenversicherung node29485->node53543 node29485->node40884 node28168->node27801 node28168->node29485 node41093 Neoklassik node28168->node41093 node34680->node29485 node41294 Niedriglohnsektor node41294->node34680 node40861->node27801 node40861->node41294 node54193 Bedingungsloses Grundeinkommen node40861->node54193 node37240 Mindestlohn node40861->node37240 node40884->node53543 node40884->node41294 node40884->node37240
    Mindmap Midi-Job Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/midi-job-39463 node39463 Midi-Job node53543 Atypische Beschäftigung node39463->node53543 node28168 Arbeitsmarktpolitik node39463->node28168 node34680 Hartz-Gesetze node39463->node34680 node40861 Kombilohn-Modelle node39463->node40861 node40884 Mini-Job node39463->node40884

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