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Monopolkapitalismus

Definition

Im Marxismus-Leninismus Phase des Kapitalismus, die seit etwa 1870 dem Konkurrenzkapitalismus folgen sollte. Beschrieben wird sie durch eine ausgeprägte Zentralisation des Kapitals und durch die Verschmelzung des Bank- mit dem Industriekapitals durch gegenseitige Beteiligung, zumeist in der Rechtsform der AG („Finanzoligarchie”).

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Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

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    Ausführliche Definition

    1. Charakterisierung: Im Marxismus-Leninismus Phase des Kapitalismus, die seit etwa 1870 dem Konkurrenzkapitalismus folgen sollte. Beschrieben wird sie durch eine ausgeprägte Zentralisation des Kapitals und durch die Verschmelzung des Bank- mit dem Industriekapitals durch gegenseitige Beteiligung, zumeist in der Rechtsform der AG („Finanzoligarchie”). Innerhalb dieser Unternehmen erlangten die angestellten Manager eine wachsende Selbstständigkeit, wodurch die Eigentümer (Kapitalisten) zu funktionslosen und ökonomisch überflüssigen „Geldkapitalisten” degradiert würden. Dieser Funktionsverlust des privaten Kapitaleigentums sowie die durch die Zentralisation verursachte umfassende „Vergesellschaftung” der Produktion, d.h. der hohe Grad der gesamtwirtschaftlichen Arbeitsteilung, wird als unmittelbare Vorstufe zum Sozialismus angesehen.

    2. Beurteilung: Die nachträgliche Einführung der Monopolkapitalismustheorie in das Marxsche Entwicklungsschema (historischer Materialismus) ist als Ad-hoc-Hypothese zu werten, durch die es trotz zuwiderlaufender Erfahrungen gestützt werden soll (Imperialismus, Staatsmonopolkapitalismus, Spätkapitalismus).

    Die zu der fraglichen Zeit, z.B. in Deutschland, tatsächlich beobachtbare Vermachtung der Märkte durch Monopole und Kartelle hatte ihre Ursache nicht in einer unvermeidbaren Zwangsläufigkeit, sondern in einer falschen staatlichen Ordnungspolitik: Diese förderte, unter dem Einfluss der historischen Schule der Nationalökonomie als der damals vorherrschenden wirtschaftstheoretischen Denkrichtung im deutschsprachigen Raum, die zunehmende Monopolisierung und Kartellierung als entwicklungsgesetzmäßig unvermeidbar sowie als Beitrag zu Konjunkturdämpfung und Produktivitätssteigerung. Dass jedoch durch entsprechende ordnungspolitische Maßnahmen der Marktvermachtung entgegengetreten werden kann, zeigt z.B. die erfolgreiche Wettbewerbspolitik der USA seit 1890 (Sherman-Act); zunehmende Monopolisierung und Kartellierung sind also keine geschichtliche Zwangsläufigkeit.

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