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Robinson-Modell

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Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

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    Ausführliche Definition

    Modell der postkeynesianischen Wachstumstheorie.

    1. Annahmen: Im Akkumulationsmodell von Robinson sind die investierenden Unternehmer diejenigen, die den Wachstumsprozess vorantreiben. Die Kernaussage dieses Modells besteht darin, dass ein wechselseitiger Zusammenhang zwischen der Profitrate(nerwartung) und der Höhe der Akkumulationsrate besteht, der den Wachstumsprozess stabilisiert. Die Antriebskraft des Akkumulationsprozesses ist der Drang der Unternehmer zu wachsen und zu überleben. Gewinne werden angestrebt, um das Unternehmenswachstum zu finanzieren. Die Unternehmer lassen sich hierbei direkt von der erwarteten Profitrate leiten:


    (1) wK = I / K = f (G / K)erw.

    Robinson nimmt an, dass eine steigende Akkumulationsrate für die Investoren mit zunehmenden Risiken verbunden ist, sodass nur dann, wenn die erwartete Profitrate überproportional steigt, mehr investiert wird.

    Die Akkumulationsrate wirkt ihrerseits auf die tatsächliche Profitrate zurück; denn es gilt:


    (2) G / K = I / K · 1 / su.

    2. Dieses Ergebnis lässt sich aus der Kaldor-Pasinetti-Verteilungstheorie ableiten, sofern man von der klassischen Sparhypothese ausgeht, wonach die Arbeitnehmer nichts sparen (sA = 0). Das Witwenkrug-Theorem gilt auch hier: Die Profitrate ist negativ abhängig von der Sparquote der Unternehmerhaushalte (Su), weil eine geringere Sparquote eine höhere Konsumneigung der Unternehmerhaushalte bedeutet, die zu höheren Preisen führt. In der Abbildung „Robinson-Modell” ist die Profitrate in Abhängigkeit von der Akkumulationsrate und die Akkumulationsrate in Abhängigkeit von der erwarteten Profitrate abgetragen. Die Akkumulationsratenfunktion ergibt sich aus der Annahme, dass mit steigender Akkumulationsrate die Risiken zunehmen und deshalb die erwartete Profitrate überproportional steigen muss, damit weiter investiert wird. Durch den Verlauf der Kurven ergeben sich zwei Schnittpunkte. Es handelt sich jeweils um einen Gleichgewichtspunkt, in dem die erwartete der tatsächlichen Profitrate entspricht. Aber nur der rechte Schnittpunkt markiert ein stabiles dynamisches Gleichgewicht. Links von ihm ist die tatsächliche Profitrate größer als die erwartete. Daraufhin korrigieren die Investoren ihre Erwartungen und erhöhen die Akkumulationsrate. Dieser Anpassungsprozess läuft so lange weiter, bis das Gleichgewicht erreicht ist. Rechts vom betrachteten Gleichgewichtspunkt ist die erwartete Profitrate größer als die tatsächliche. Die Erwartungen werden „nach unten” korrigiert und es wird weniger investiert. Der untere Gleichgewichtspunkt ist deswegen instabil, weil sowohl rechts als auch links vom Gleichgewicht die Erwartungen und Investitionen so korrigiert werden, dass sich die realisierte Profitrate und damit die Akkumulationsrate jeweils vom Gleichgewicht weg entwickeln.

    Für das Wachstumstempo entscheidend ist zum einen die Risikobereitschaft der Unternehmer (bzw. ihre Renditeansprüche) in Abhängigkeit von der Akkumulationsrate und zum anderen die Ungleichheit der Einkommensverteilung, gemessen an der Gewinnquote.

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      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      Dr. Andreas Schäfer
      Universität Leipzig, Institut für Theoretische Volkswirtschaftslehre
      Akademischer Rat

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

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