Direkt zum Inhalt

Arbeitsplatzwettbewerbsmodell

GEPRÜFTES WISSEN
Über 200 Experten aus Wissenschaft und Praxis.
Mehr als 25.000 Stichwörter kostenlos Online.
Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

zuletzt besuchte Definitionen...

    Ausführliche Definition

    1. Begriff: nicht institutionalistische, neoklassische Variante innerhalb der Segmentationstheorien (Arbeitsmarkttheorien). Das Modell verbindet die Filtertheorie mit der Theorie interner Arbeitsmärkte. Es betont u.a. informelle Regeln der Kooperation und Selektion und konzipiert den (betriebsinternen) Arbeitsmarkt primär als Ausbildungsmarkt. Das Rekrutierungsverhalten der Unternehmen verläuft wie folgt: Die Arbeitsplatzbewerber werden entsprechend ihrer relativen Position in Bezug auf die für das Unternehmen zu erwartenden Ausbildungskosten in eine Arbeitskräfteschlange eingeordnet. Originärer Träger der Produktivität ist nicht der Arbeitnehmer, sondern der Arbeitsplatz; Produktivität und Entlohnung des Beschäftigten sind eine Funktion des besetzten Arbeitsplatzes. Die Bewerber konkurrieren über die Ausbildungskosten, die ihre Anpassung an die Arbeitsplatzbedingungen voraussichtlich erfordern. Die Annahme lautet, dass die Ausbildungskosten mit der Länge der Ausbildungsdauer steigen und mit der Höhe des Allgemeinbildungsniveaus sinken. Aus der Warteschlange werden die Bewerber bevorzugt eingestellt, die aufgrund ihrer Hintergrundmerkmale die geringsten Ausbildungskosten für das Unternehmen erwarten lassen.

    2. Folge: An die Stelle des Lohnwettbewerbs unter den Arbeitsanbietern tritt die Kostenkonkurrenz zwischen den Arbeitsplatzbewerbern. Unterstellt wird, dass Personen mit höherem Allgemeinbildungsniveau höhere Chancen der Rekrutierung haben. Hierbei fungiert Bildung als Screening-Merkmal, das die Trainierbarkeit indiziert. Die Außerkraftsetzung des direkten Lohnwettbewerbs und die Einschränkung der Stellenkonkurrenz zwischen bereits Beschäftigten und neu Auszubildenden sichern die Weitergabe des (betriebs-)spezifischen Wissens.

    zuletzt besuchte Definitionen...

      Mindmap Arbeitsplatzwettbewerbsmodell Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/arbeitsplatzwettbewerbsmodell-28934 node28934 Arbeitsplatzwettbewerbsmodell node31119 Arbeitsmarkttheorien node28934->node31119 node34125 Filtertheorie node28934->node34125 node34948 Humankapitaltheorien node28934->node34948 node37240 Mindestlohn node37240->node31119 node37240->node34948 node36708 dreigeteilter Arbeitsmarkt node36708->node31119 node29306 Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen node29306->node31119 node29310 Arbeitsmarktsegmentationstheorien node29310->node31119 node34125->node31119 node31740 Diskriminierungstheorien node34125->node31740 node42910 Prinzipal-Agent-Theorie node34125->node42910 node34125->node34948 node39454 Investition node34948->node39454 node26980 Bildungsinvestitionen node26980->node34948 node38658 Lohnstrukturtheorie node38658->node34948
      Mindmap Arbeitsplatzwettbewerbsmodell Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/arbeitsplatzwettbewerbsmodell-28934 node28934 Arbeitsplatzwettbewerbsmodell node31119 Arbeitsmarkttheorien node28934->node31119 node34125 Filtertheorie node28934->node34125 node34948 Humankapitaltheorien node34948->node28934

      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      Privatdozent Dr. rer. soc. Fred Henneberger
      Universität St. Gallen (HSG)
      Dozent für Volkswirtschaftslehre
      Prof. em. Dr. Berndt Keller
      Universität Konstanz, FB Politik-/Verwaltungswissenschaft - Arbeits- und Sozialpolitik -
      Professor
      Prof. Dr. Josef Schmid
      Universität Tübingen, Institut für Politikwissenschaft
      hauptamtlicher Dekan der WiSo-Fakultät
      Dr. Johannes Klenk
      Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften,
      Universität Hohenheim
      Forschungsmanager

      Bücher

      Thurow, L. C.: Generating Inequality: Mechanisms of Distribution in the US-Economy
      New York, 1975

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

      Bücher auf springer.com

      Sachgebiete