Direkt zum Inhalt

Homo oeconomicus

Definition

Wissenschaftstheorie: Modell eines ausschließlich „wirtschaftlich” denkenden Menschen, das den Analysen der klassischen und neoklassischen Wirtschaftstheorie zugrunde liegt. Entscheidungstheorie: Idealtyp eines Entscheidungsträgers, der zu uneingeschränkt rationalem Verhalten (Rationalprinzip) fähig ist und damit in der Mehrzahl der bislang im Operations Research formulierten Entscheidungsmodelle unterstellt wird. Wirtschaftsethik: Der Homo oeconomicus spielt als Schema für die Analyse wirtschaftsethischer Probleme eine zunehmend wichtigere Rolle.

GEPRÜFTES WISSEN
Über 200 Experten aus Wissenschaft und Praxis.
Mehr als 25.000 Stichwörter kostenlos Online.
Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

zuletzt besuchte Definitionen...

    Ausführliche Definition

    Inhaltsverzeichnis

    1. Wissenschaftstheorie
    2. Entscheidungstheorie
    3. Wirtschaftsethik

    Wissenschaftstheorie

    1. Charakterisierung: Modell eines ausschließlich „wirtschaftlich” denkenden Menschen, das den Analysen der klassischen und neoklassischen Wirtschaftstheorie zugrunde liegt.

    Hauptmerkmal des Homo oeconomicus ist seine Fähigkeit zu uneingeschränktem rationalen Verhalten.

    Handlungsbestimmend ist das Streben nach Nutzenmaximierung, das für Konsumenten, oder Gewinnmaximierung, das für Produzenten angenommen wird.

    Zusätzliche charakteristische Annahmen: Lückenlose Information über sämtliche Entscheidungsalternativen und deren Konsequenzen; vollkommene Markttransparenz.

    2. Beurteilung: Wegen ihres weitgehend fehlenden Informationsgehalts sind die Annahmen des Homo oeconomicus-Modells in jüngerer Zeit zunehmend kritisiert und durch ein realistischeres Bild vom wirtschaftenden Menschen zu ersetzen versucht worden.

    Vgl. auch entscheidungsorientierte Betriebswirtschaftslehre, verhaltenstheoretische Betriebswirtschaftslehre, Wirtschaftssoziologie.

    Entscheidungstheorie

    Idealtyp eines Entscheiders, der zu uneingeschränkt rationalem Verhalten (Rationalprinzip) fähig ist. Hierzu zählt zum einen die kosquente Verfolgung der eigenen Ziele (die ausschließlich finanzieller Natur sind) und zum anderen die unmittelbare und fehlerfreie Informationsverarbeitung.

    Vgl. auch Menschenbilder.

    Wirtschaftsethik

    Der Homo oeconomicus spielt als Schema für die Analyse wirtschaftsethischer Probleme eine zunehmend wichtigere Rolle. Er ist hierbei weder als Menschenbild noch als Ideal zu interpretieren, sondern als Analysekonstrukt, das für spezifische Probleme, bes. für soziale Dilemmastrukturen, adäquate Analysen ermöglicht (Eigeninteresse). Missverständnisse resultieren v.a. daraus, dass die Modelleigenschaften des Homo oeconomicus, Rationalität und Eigeninteresse, als Beschreibungen menschlicher Eigenschaften unabhängig vom Problem- bzw. Theoriekontext verstanden werden.

    zuletzt besuchte Definitionen...

      Mindmap Homo oeconomicus Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/homo-oeconomicus-34752 node34752 Homo oeconomicus node50370 verhaltenstheoretische Betriebswirtschaftslehre node34752->node50370 node44246 Rationalprinzip node34752->node44246 node37494 Nobelpreisträger node43419 Simon node37494->node43419 node53645 Behavioral Pricing node53645->node34752 node54198 Robotik node54080 Wirtschaft node54198->node54080 node30819 Betrieb node38052 Keynesianismus node48087 Unternehmen node54080->node34752 node54080->node30819 node54080->node38052 node54080->node48087 node40012 Informationsökonomik node40012->node43419 node38241 Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften node29219 Betriebswirtschaftslehre (BWL) node50370->node29219 node37976 Konsumentenverhalten node50370->node37976 node40095 methodologischer Individualismus node50370->node40095 node43419->node34752 node43419->node38241 node45777 Prinzip der Preisunterschiedslosigkeit node45777->node44246 node33255 Free-Rider-Verhalten node33255->node44246 node53644 Framing node53644->node53645
      Mindmap Homo oeconomicus Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/homo-oeconomicus-34752 node34752 Homo oeconomicus node50370 verhaltenstheoretische Betriebswirtschaftslehre node34752->node50370 node44246 Rationalprinzip node34752->node44246 node43419 Simon node43419->node34752 node54080 Wirtschaft node54080->node34752 node53645 Behavioral Pricing node53645->node34752

      News SpringerProfessional.de

      • Persönlichkeit und Motivation müssen stimmen

        Beim Besetzen vakanter Stellen achten Vertriebsleiter oft stärker auf die fachliche Qualifikation der Bewerber als auf deren Persönlichkeit und Motivation. Michael Schwartz, Leiter des Instituts für integrale Lebens- und Arbeitspraxis in Esslingen, erläutert, warum diese beiden Faktoren im Vertrieb so wichtig sind.

      • Neue Recruitingstrategien gegen den Fachkräftemangel

        Für den deutschen Mittelstand wird der Fachkräftemangel zum Geschäftsrisiko, zeigen Studien. Und die Situation soll sich noch verschärfen. Höchsten Zeit also, bei der Personalbeschaffung neue Weg zu gehen, so Gastautor Steffen Michel. 

      • Weniger IPO-Prospekt, dafür mehr Anlegerschutz

        Wer sich bislang per Börsengang Geld am Kapitalmarkt besorgen wollte, musste einen aufwendigen Prospekt erstellen. Eine Neuregelung sorgt jetzt bei kleineren IPOs (Initial Public Offering) für Abhilfe. Wie die Voraussetzungen aussehen, erklärt Rechtsanwalt Jörg Baumgartner in seinem Gastbeitrag.

      • Whatsapp startet Business-Offensive

        Im Servicefall können Verbraucher einige Unternehmen bereits über den Messenger-Dienst Whatsapp kontaktieren. Doch was passiert, wenn der Kundenservice Nachrichten initiativ versendet? Ein neues Business-Tool soll genau das ermöglichen.

      • Kundennutzenmodelle im B2B-Vertrieb von E-Marktplätzen

        Elektronische B2C-Marktplätze müssen ihre über Jahre errungene dominante Marktstellung in Gewinne umzumünzen, ohne ihre Marktstellung zu gefährden. Dazu gehört, Preise für langjährige Händler drastisch zu erhöhen. Kundennutzenmodelle spielen dabei eine wichtige Rolle.

      • "Belastete Geschäftsmodelle sind meistens nicht genug innoviert"

        Der ehemalige Roland-Berger-Krisenberater Thomas Knecht hat an der Spitze von Hellmann den Turnaround des weltweiten Logistikers geschafft. Branche und Wirtschaft fordert er zu mehr Wachsamkeit auf. Im Interview spricht er über Anpassungsfähigkeit und Insolvenzschutz.

      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      Prof. Dr. Andreas Suchanek
      Handelshochschule Leipzig und
      Wittenberg, Zentrum für Globale Ethik
      Prof. Dr. Nick Lin-Hi
      Universität Vechta
      Professor für Wirtschaft und Ethik
      Prof. Dr. Jean-Paul Thommen
      European Business School,
      Schloss Reichartshausen
      Head of Chair, Chair of Organizational Behavior
      Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Artur Woll
      Universität Siegen,
      Fachbereich Wirtschaftswissenschaften
      Volkswirtschaftslehre
      Prof. Dr. Robert Gillenkirch
      Universität Osnabrück
      Universitätsprofessor

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

      Springer Professional - Die Flatrate für Fachzeitschriften und Bücher
      Zur Integration von Geld in ein Modell des systemweiten Gleichgewichts wird nicht mehr auf das Konzept des Geldmarkts rekurriert, sondern vielmehr auf ein externes, das heißt sachlich und zeitlich außerhalb der expliziten Marktarchitektur …
      Ausgehend von einem historischen Abriss unterschiedlicher Konsumentenbilder – vom Homo Oeconomicus zum Homo Psychologicus – wird angesichts des digitalen Wandels der Homo Digitalis vorgestellt. Das Verhältnis zwischen dem Anbieter und dem Homo …
      Traditionell ging man in den Wirtschaftswissenschaften davon aus, dass Menschen ihre Entscheidungen stets ausschließlich nach rationalen Kriterien treffen. Der sogenannte homo oeconomicus ist ein Nutzenmaximierer. In jüngerer Vergangenheit ist der …

      Bücher auf springer.com

      versandkostenfrei von springer.com

      Sachgebiete