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Nutzwertanalyse

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Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

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    Ausführliche Definition

    Scoring-Modell, Rangfolge-Modell. 1. Begriff: Verfahren zur Alternativenbewertung bei mehreren Zielgrößen, wobei Alternativen auch an solchen Bewertungskriterien gemessen werden, die nicht in Geldeinheiten ausdrückbar sind. Berücksichtigt werden bei der Nutzwertanalyse z.B. technische, psychologische und soziale Bewertungskriterien, die sich an quantitativen und qualitativen Merkmalen orientieren (multiattributive Nutzenbetrachtung).

    Anders: Kosten-Nutzen-Analyse.

    2. Kennzeichen: Die Nutzwertanalyse versetzt die bewertende(n) Person(en) in die Lage, die Alternativenbewertung sowohl unter Berücksichtigung eines multidimensionalen Zielsystems als auch spezifischer Zielpräferenzen vorzunehmen.

    3. Ablauf:
    (1) Aufstellen eines Zielprogramms: Ein Gesamtziel, z.B. die Anschaffung eines Informations- und Kommunikationssystems (IuK-System) wird in einzelne Subziele differenziert (z.B. Zeitraum bis zum Abschluss des Projekts, strategische Notwendigkeit, Verbesserung des Marktanteils) und nach ihrer Bedeutung für die Zielsetzung des Unternehmens gewichtet (z.B. null für überhaupt nicht wichtig bis zehn für sehr wichtig). Gleichzeitig werden verschiedene Projektalternativen, z.B. IuK-System des Herstellers X, IuK-System des Herstellers Y sowie Eigenentwicklung etc. aufgeführt. Ergebnis dieses Schrittes ist eine Matrix, die in den Zeilen die Zielkriterien und in den Spalten die Alternativen aufführt.
    (2) Angabe der Zielerträge (ZE) für die jeweiligen Alternativen: Jede Alternative wird für sich hinsichtlich jedes Zielkriteriums direkt bewertet.

    Beispiel: Beurteilung des IuK-Systems des Herstellers X im Hinblick auf die Erfüllung der angegebenen Kriterien. Die Bewertungen sind die sog. Zielerträge. Sie zeigen den Grad der Erfüllung der einzelnen Kriterien der jeweiligen Alternative und nehmen i.d.R. einen Wert zwischen null (kein Erfüllungsgrad) und zehn (hoher Erfüllungsgrad) an.

    Beispiel: Erfüllt das IuK-System des Herstellers X das Kriterium „strategische Notwendigkeit” nur zu einem mittleren Grad, erhält diese Alternative den Wert fünf.
    (3) Ermittlung der Zielwerte (ZW): In einem weiteren Bewertungsvorgang werden sog. Zielwerte ermittelt. Der Zielwert bildet sich aus der Multiplikation von Gewichtung und Zielertrag.

    Beispiel: Wird das Kriterium „strategische Notwendigkeit” mit zehn gewichtet und erfüllt das IuK-System des Herstellers X dieses Kriterium mit einem Wert von fünf (mittlerer Erfüllungsgrad), ergibt sich ein Zielwert von 50.
    (4) Ermittlung der Nutzwerte pro Alternative: Werden die einzelnen Zielwerte der Alternativen aggregiert, bekommt man als Ergebnis den Nutzwert von einer Alternative. Diejenige Alternative mit dem höchsten Nutzwert wird ausgewählt. Vor dem Hintergrund der gegebenen Prämissen und Einschätzungen ist sie als optimal anzusehen.

    4. Nachteile: a) Die Wertsynthese der Teilnutzwerte (nij) zu Gesamtnutzwerten Ni mithilfe der i.d.R. angewandten Additionsregel ist problematisch, da vorausgesetzt wird, dass die Teilnutzen einheitlich kardinal messbar und die Zielkriterien voneinander nutzenunabhängig sind.

    b) Die auf subjektiven Urteilen fußende Zielkriteriengewichtung (kj–gj) und Teilnutzenbestimmung; da damit das Ergebnis entscheidend beeinflusst werden kann, kommt es hier i.d.R. bei Mehrpersonenentscheidungen zu Konflikten.

    5. Vorteile: Die Nutzwertanalyse ist als eine heuristische Methode zur systematischen Entscheidungsfindung wegen ihres nachvollziehbaren und überprüfbaren Ablaufs als vorteilhafte Ergänzung anderer Methoden zu betrachten, die dem Abbau der Entscheidungsproblematik bei der Bewertung und Auswahl komplexer Alternativen dienen. Sie ist häufig das einzig anwendbare Hilfsmittel zur Analyse einer Entscheidungssituation, wenn eine Zielvielfalt zu beachten ist und/oder ein monetärer Projektwert nicht bestimmt werden kann.

    6. Beurteilung der mittels Nutzwertanalyse gefundenen Lösung durch Variation der Parameter (Sensitivitätsanalyse).

    7. Eine Weiterentwicklung der Nutzwertanalyse stellt die Kosten-Wirksamkeits-Analyse dar.

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      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      Prof. Dr. Klaus Wübbenhorst
      GfK SE
      Vorsitzender des Vorstands
      Prof. Dr. Wolfgang Eggert
      Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
      Lehrstuhlinhaber des Instituts für Wirtschaftstheorie und Finanzwissenschaft
      Steffen Minter
      Institut für Wirtschaftstheorie und
      Finanzwissenschaften, Albert-Ludwigs-Universität
      Wissenschaftlicher Mitarbeiter
      Prof. Dr. Robert Gillenkirch
      Universität Osnabrück
      Universitätsprofessor

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

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      In der nun folgenden Nutzwertanalyse soll jeweils ein Instrument der bisher angewandten Methoden zur Verhinderung und Abwehr von Versicherungsbetrug dem erarbeiteten Prämienstufen-Modell gegenübergestellt werden.
      Die Nutzwertanalyse stellt eine leistungsfähige Planungsmethode dar. Sie dient der systematischen Entscheidungsvorbereitung durch Bewertung (Nutzenermittlung) und Auswahl (Rangfolge aufgrund des Nutzens) optimaler Alternativen (Bewertungsobjekte).
      Die Nutzwertanalyse stellt eine leistungsfähige Planungsmethode dar. Sie dient der systematischen Entscheidungsvorbereitung durch Bewertung (Nutzenermittlung) und Auswahl (Rangfolge aufgrund des Nutzens) optimaler Alternativen (Bewertungsobjekte).

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