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Sonderausgaben

Definition

Bestimmte Ausgaben, die weder als Betriebsausgaben oder Werbungskosten abzugsfähig (also i.d.R. privat veranlasst) sind, aber dennoch aufgrund von Sondervorschriften (§§ 10 ff. EStG) von der Bemessungsgrundlage der Einkommensteuer abgezogen werden können.

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Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

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    Ausführliche Definition

    1. Begriff: Bestimmte Ausgaben, die weder als Betriebsausgaben oder Werbungskosten abzugsfähig (also i.d.R. privat veranlasst) sind, aber dennoch aufgrund von Sondervorschriften (§§ 10 ff. EStG) von der Bemessungsgrundlage der Einkommensteuer abgezogen werden können.

    2. Der Abzug der Sonderausgaben erfolgt zur Ermittlung des gesamten steuerlichen Einkommens vom Gesamtbetrag der Einkünfte. Den Sonderausgaben gleichgestellt sind bestimmte Abschreibungen (§§ 10f, 10g EStG) und der Verlustabzug nach § 10d EStG.

    3. Es sind zwei Arten von Sonderausgaben zu unterscheiden: a) unbeschränkt abzugsfähige Sonderausgaben, die in unbegrenzter Höhe abgezogen werden können, und beschränkt abzugsfähige Sonderausgaben, die nur im Rahmen bestimmter Höchstbeträge geltend gemacht werden können.

    Zu den unbeschränkt abzugsfähigen Sonderausgaben gehören bes.:
    (1) auf bes. Verpflichtungsgründen beruhende Renten und dauernde Lasten,
    (2) Kirchensteuer.

    b) Nur beschränkt abzugsfähige Sonderausgaben sind:
    (1) Unterhaltsleistungen an den geschiedenen oder getrennt lebenden Ehegatten (bis zu 13.805 Euro pro Jahr; § 10 Nr.1 EStG; Realsplitting),
    (2) Vorsorgeaufwendungen,
    (3) bestimmte Kosten für die Berufsausbildung (Berufsausbildungskosten),
    (4) Teile des Schulgelds für ein Kind des Steuerpflichtigen,
    (5) Beiträge für Altervorsorgeverträge (§ 10a EStG),
    (6) Spenden (§ 10b EStG) und 
    (7) zwei Drittel der Aufwendungen für Kinderbetreuung, maximal jedoch 6.000 Euro je Kind (Kinderbetreuungskosten)

    4. Verfahren: Zur Berücksichtigung der Sonderausgaben werden bestimmte Mindestbeträge als Pauschalbeträge angesetzt, und zwar der Sonderausgaben-Pauschbetrag (§ 10c I EStG) und zusätzlich - vom Arbeitslohn - eine Vorsorgepauschale. Im Rahmen der Veranlagung zur Einkommensteuer können höhere Sonderausgaben berücksichtigt werden, wenn dafür Nachweise beigebracht werden; hierfür kann bei Arbeitnehmern auch schon während des laufenden Jahres ein Freibetrag auf der Lohnsteuerkarte eingetragen werden (§ 39a I Nr. 2 EStG).

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      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      StB Birgitta Dennerlein
      selbständig
      Diplom-Betriebswirtin (BA), Steuerberaterin
      Prof. Dr. Wolfgang Eggert
      Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
      Lehrstuhlinhaber des Instituts für Wirtschaftstheorie und Finanzwissenschaft
      Steffen Minter
      Institut für Wirtschaftstheorie und
      Finanzwissenschaften, Albert-Ludwigs-Universität
      Wissenschaftlicher Mitarbeiter

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

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      Siehe zur Stellung der Sonderausgaben im Ermittlungsschema des zu versteuernden Einkommens R 3 Abs. 1 Nr. 9 EStR.
      Sonderausgaben sind bestimmte im Gesetz genau bezeichnete Aufwendungen. die vom Gesamtbetrag der Einkünfte abgezogen werden, wenn sie weder Betriebsausgaben noch Werbungskosten sind.
      Sonderausgaben sind bestimmte im Gesetz genau bezeichnete Aufwendungen, die vom Gesamtbetrag der Einkünfte abgezogen werden, wenn sie weder Betriebsausgaben noch Werbungskosten sind.

      Sachgebiete

      Interne Verweise