Direkt zum Inhalt

Veranlagung

GEPRÜFTES WISSEN
Über 200 Experten aus Wissenschaft und Praxis.
Mehr als 25.000 Stichwörter kostenlos Online.
Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

zuletzt besuchte Definitionen...

    Ausführliche Definition

    Inhaltsverzeichnis

    1. Einkommensteuer
    2. Körperschaftsteuerrecht
    3. Umsatzsteuerrecht
    4. Gewerbesteuerrecht

    Steuerfestsetzung mittels eines gesetzlich festgelegten, förmlichen Verfahrens. Veranlagung ist dort vorzunehmen, wo es nach Art der Steuer einer eingehenden Erforschung des Sachverhalts bedarf, z.B. bei den Steuern vom Einkommen und Vermögen. Die Veranlagung erfolgt jeweils für den Veranlagungszeitraum (VZ).

    Einkommensteuer

    1. Begriff: Veranlagung nach Ablauf des Veranlagungszeitraums (Kalenderjahr) mit dem Einkommen, das der Steuerpflichtige in diesem Zeitraum bezogen hat, soweit nicht eine Veranlagung nach § 46 EStG unterbleibt (§ 25 I EStG). Eine Veranlagung unterbleibt auch dann, wenn ein beschränkt Steuerpflichtiger lediglich dem Steuerabzug unterliegende Einkünfte außerhalb einer im Inland gelegenen Betriebsstätte bezieht (§ 50 II EStG). Der Steuerpflichtige ist verpflichtet, an einer Veranlagung mitzuwirken (§ 90 AO) durch Abgabe einer Steuererklärung (§ 25 III EStG, ausführlich §§ 56 und 60 EStDV). Das Finanzamt ist verpflichtet, die Steuererklärung zu überprüfen und über die durchgeführte Veranlagung einen Steuerbescheid zu erteilen (§§ 155, 157 AO).

    2. Formen: Einzelveranlagung und Veranlagung von Ehegatten. Alle Personen, die nicht die Voraussetzungen der Ehegattenveranlagung erfüllen, werden einzeln veranlagt, d.h. die Einkommensteuer wird für jede einzelne Person aufgrund ihrer individuellen Verhältnisse und ihres zu versteuernden Einkommens festgesetzt.

    3. Veranlagung in bestimmten Fällen: Bei Lohnsteuerpflichtigen erfolgt gemäß § 46 EStG Veranlagung nur in bestimmten Fällen (vgl. § 46 II EStG), v.a. bei Antrag auf sog. Lohnsteuer-Jahresausgleich (Antragsveranlagung).

    4. Veranlagung von Ehegatten: Ehegatten, die beide unbeschränkt einkommensteuerpflichtig sind und nicht dauernd getrennt leben, können wählen zwischen Zusammenveranlagung und getrennter Veranlagung; Seit dem VAZ 2011 wird die getrennte Veranlagung in Einzelveranlagung umbenannt. Früher wurde für den Veranlagungszeitraum der Eheschließung besondere Veranlagung gewährt. Seit 2011 ist diese nicht mehr zulässig, § 26c EStG.

    a) Bei der Zusammenveranlagung (§ 26b EStG) werden die Einkünfte der Ehegatten getrennt ermittelt, dann addiert und - mit Einschränkungen hinsichtlich der Verrechnung von Verlusten (§ 2 III EStG) - das gemeinsame zu versteuernde Einkommen errechnet (Einkünfteermittlung). Besteuerung unter Anwendung des Splitting-Verfahrens.

    b) Bei getrennter Veranlagung (§ 26a EStG) getrennte Ermittlung der Einkünfte und gesonderte Berücksichtigung der Sonderausgaben; außergewöhnliche Belastungen in Höhe des bei einer Zusammenveranlagung in Betracht kommenden Betrags werden bei beiden Veranlagungen jeweils zur Hälfte abgezogen, wenn die Ehegatten nicht gemeinsam eine andere Aufteilung beantragen. Durch das Steuervereinfachungsgesetz 2011 wird die getrennte Veranlagung in Einzelveranlagung umbenannt. Jedem Ehegatten werden wie bisher die von ihm bezogenen Einkünftge zugerechnet.

    c) Bei der bes. Veranlagung für den Veranlagungszeitraum der Eheschließung werden die Ehegatten so behandelt, als ob sie unverheiratet wären (§ 26c I EStG).

    5. Veranlagungsantrag: Dieser ist grundsätzlich bis zum Ablauf des auf den Veranlagungszeitraum folgenden zweiten Kalenderjahres durch Abgabe einer Einkommensteuererklärung zu stellen. Die Möglichkeit einer Lohnsteuer-Nachforderung bleibt bestehen.

    d) Ab dem Veranlagungszeitraum 2013 ist die Wahl der Veranlagungsart mit der Abgabe der Steuererklärung für den entsprechenden Veranlagungszeitraum zu treffen.

    Körperschaftsteuerrecht

    Veranlagung erfolgt gemäß § 31 KStG nach den Vorschriften für die Einkommensteuer. Nicht anwendbar sind die Vorschriften des Einkommensteuergesetzes, die ihrer Natur nach nicht für die Körperschaftsteuer infrage kommen, wie z.B. der Steuerabzug vom Arbeitslohn.

    Umsatzsteuerrecht

    Umsatzsteuervoranmeldung, Umsatzsteuer.

    Gewerbesteuerrecht

    Erhebung aufgrund der Gewerbesteuererklärung.

    Vgl. auch Gewerbesteuer.

    zuletzt besuchte Definitionen...

      Mindmap Veranlagung Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/veranlagung-50528 node50528 Veranlagung node42063 Steuerfestsetzung node50528->node42063 node49603 Umsatzsteuer node50528->node49603 node50111 Vorauszahlung node50528->node50111 node43173 Steuererklärung node50528->node43173 node46588 Steuerbescheid node50528->node46588 node39176 Lebensversicherung node34908 Gesamtbetrag der Einkünfte node31051 außergewöhnliche Belastungen node31051->node50528 node48288 zumutbare Belastung node48288->node50528 node48288->node34908 node48288->node31051 node36902 Fälligkeitsteuern node36902->node50528 node40741 Körperschaftsteuer node49641 Veranlagungsteuern node49641->node50528 node49641->node36902 node49641->node40741 node36673 Einkommensteuer node49641->node36673 node42718 steuerfreie Lieferungen node42718->node49603 node42063->node46588 node41465 Investitionsrechnung node41465->node49603 node33433 indirekte Steuern node48087 Unternehmen node49603->node33433 node49603->node48087 node50111->node39176 node50111->node36673 node50111->node42063 node43173->node42063 node37810 Kinder node37810->node48288
      Mindmap Veranlagung Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/veranlagung-50528 node50528 Veranlagung node42063 Steuerfestsetzung node50528->node42063 node49603 Umsatzsteuer node50528->node49603 node50111 Vorauszahlung node50111->node50528 node49641 Veranlagungsteuern node49641->node50528 node48288 zumutbare Belastung node48288->node50528

      News SpringerProfessional.de

      • Persönlichkeit und Motivation müssen stimmen

        Beim Besetzen vakanter Stellen achten Vertriebsleiter oft stärker auf die fachliche Qualifikation der Bewerber als auf deren Persönlichkeit und Motivation. Michael Schwartz, Leiter des Instituts für integrale Lebens- und Arbeitspraxis in Esslingen, erläutert, warum diese beiden Faktoren im Vertrieb so wichtig sind.

      • Neue Recruitingstrategien gegen den Fachkräftemangel

        Für den deutschen Mittelstand wird der Fachkräftemangel zum Geschäftsrisiko, zeigen Studien. Und die Situation soll sich noch verschärfen. Höchsten Zeit also, bei der Personalbeschaffung neue Weg zu gehen, so Gastautor Steffen Michel. 

      • Weniger IPO-Prospekt, dafür mehr Anlegerschutz

        Wer sich bislang per Börsengang Geld am Kapitalmarkt besorgen wollte, musste einen aufwendigen Prospekt erstellen. Eine Neuregelung sorgt jetzt bei kleineren IPOs (Initial Public Offering) für Abhilfe. Wie die Voraussetzungen aussehen, erklärt Rechtsanwalt Jörg Baumgartner in seinem Gastbeitrag.

      • Whatsapp startet Business-Offensive

        Im Servicefall können Verbraucher einige Unternehmen bereits über den Messenger-Dienst Whatsapp kontaktieren. Doch was passiert, wenn der Kundenservice Nachrichten initiativ versendet? Ein neues Business-Tool soll genau das ermöglichen.

      • Kundennutzenmodelle im B2B-Vertrieb von E-Marktplätzen

        Elektronische B2C-Marktplätze müssen ihre über Jahre errungene dominante Marktstellung in Gewinne umzumünzen, ohne ihre Marktstellung zu gefährden. Dazu gehört, Preise für langjährige Händler drastisch zu erhöhen. Kundennutzenmodelle spielen dabei eine wichtige Rolle.

      • "Belastete Geschäftsmodelle sind meistens nicht genug innoviert"

        Der ehemalige Roland-Berger-Krisenberater Thomas Knecht hat an der Spitze von Hellmann den Turnaround des weltweiten Logistikers geschafft. Branche und Wirtschaft fordert er zu mehr Wachsamkeit auf. Im Interview spricht er über Anpassungsfähigkeit und Insolvenzschutz.

      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      Dr. Norbert Dautzenberg
      Jade Hochschule
      Wilhelmshaven/Oldenburg/Elsfleth/,
      Standort Wilhelmshaven
      Verwalter einer Professur für Betriebswirtschaftliche Steuerlehre
      StB Birgitta Dennerlein
      selbständig
      Diplom-Betriebswirtin (BA), Steuerberaterin

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

      Springer Professional - Die Flatrate für Fachzeitschriften und Bücher
      (1) Auf die Durchführung der Besteuerung einschließlich der Anrechnung, Entrichtung und Vergütung der Körperschaftsteuer sowie die Festsetzung und Erhebung von Steuern, die nach der veranlagten Körperschaftsteuer bemessen werden (Zuschlagsteuern) …
      In der Literatur wird der Zustand der Ko-Existenz zwischen Familie und Unternehmen beschrieben und in diesem Zusammenhang wird erwähnt, dass diese beiden Sphären aufgrund von Überlappungen nicht voneinander getrennt werden können. Es bestehen …
      Unter Veranlagung ist das Verfahren zu verstehen, in dem die Einkommensteuer erhoben wird. In diesem besonderen Verfahren werden die Besteuerungsgrundlagen, also insb. Einkünfte, Sonderausgaben, außergewöhnliche Belastungen, tarifliche Freibeträge …

      Bücher auf springer.com

      versandkostenfrei von springer.com

      Sachgebiete