Direkt zum Inhalt

Aufwendungen

Definition

1. Rechnungswesen: periodisierte Ausgaben einer Unternehmung für die während einer Abrechnungsperiode verbrauchten Güter, Dienstleistungen und öffentlichen Abgaben, die in der Erfolgsrechnung den Erträgen gegenübergestellt werden (anders: Kosten).

2. Steuerrecht: Es wird zwischen abzugsfähigen Aufwendungen und nicht abzugsfähigen Aufwendungen unterschieden.

3. Handelsrecht: das dem Handlungsgehilfen und Handelsvertreter sowie dem Beauftragten und Geschäftsführer zustehende Recht auf Aufwendungsersatz.

 

GEPRÜFTES WISSEN
Über 200 Experten aus Wissenschaft und Praxis.
Mehr als 25.000 Stichwörter kostenlos Online.
Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

zuletzt besuchte Definitionen...

    Ausführliche Definition

    Inhaltsverzeichnis

    1. Rechnungswesen
    2. Steuerrecht
    3. Handelsrecht

    Rechnungswesen

    1. Begriff: Periodisierte Abflüsse des Reinvermögens (Eigenkapital) einer Unternehmung (Wertverzehr) für die während einer Abrechnungsperiode verbrauchten Güter, Dienstleistungen und öffentlichen Abgaben, die in der Gewinn- und Verlustrechnung (GuV ,Erfolgsrechnung) den Erträgen gegenübergestellt werden (anders: Kosten). Aufwendungen können mit den Ausgaben des gleichen Zeitabschnitts übereinstimmen; falls nicht, ist eine Abgrenzung erforderlich.

    2. Arten: a) Aufwendungen für den Ge- und Verbrauch von Gütern:
    (1) die verwendeten Verbrauchsgüter (Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe);
    (2) Wertminderungen an Gebrauchsgütern (abnutzbarem Anlagevermögen).

    b) Aufwendungen für die Inanspruchnahme von Leistungen: bes. Löhne und Gehälter, auch Ausgaben für Versicherung, Zinsen, Patentgebühren und andere Entgelte für fremde Leistungen.

    c) Aufwendungen für die Außenlasten (Steuern, öffentliche Abgaben etc.).

    3. Für Zwecke der Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) sind in der Buchhaltung zu trennen: a) Aufwendungen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit sowie b.) Steueraufwendungen (vgl. Industrie-Kontenrahmen (IKR)).

    4. Für Zwecke der Kostenrechnung sind zu unterscheiden: a) (1) betriebliche Aufwendungen, die in Erfüllung des Betriebszwecks entstehen, bei Erstellung von Gütern und Diensten;
    (2) betriebsfremde Aufwendungen, die für andere Zwecke der Unternehmung entstehen.

    b) (1) Betriebliche ordentliche Aufwendungen, der regulären Erfüllung des Betriebszwecks dienend;
    (2) betriebliche außerordentliche Aufwendungen, in Erfüllung des Betriebszwecks anfallend, jedoch nur einmal oder so unregelmäßig, dass sie den periodischen Kostenvergleich stören würden.

    Beispiel: außerordentliche Wagnisverluste und Verluste aus bes. Schadensfällen.

    c) (1) Betriebliche ordentliche, kalkulierbare Aufwendungen, mit denen erstellte Leistungen zu belasten sind;
    (2) betriebliche ordentliche, nicht kalkulierbare Aufwendungen dürfen das Betriebsergebnis nicht beeinflussen (z.B. Körperschaftsteuer).

    Nur die Aufwendungen unter c)
    (1) sind als Kosten in die Kostenrechnung zu übernehmen. Sämtliche anderen Aufwendungen werden durch Abgrenzung aus der Kostenrechnung ausgeschieden.

    Steuerrecht

    Es wird zwischen abzugsfähigen Aufwendungen und nicht abzugsfähigen Aufwendungen unterschieden. Das Steuerrecht verwendet terminologisch typischerweise den Begriff "Betriebsausgaben" anstelle von "Aufwendungen".

    Handelsrecht

    1. Das dem Handlungsgehilfen und Handelsvertreter sowie dem Beauftragten und Geschäftsführer zustehende Recht auf Aufwendungsersatz (§§ 675, 670 BGB). Für den Handelsvertreter kommt Ersatz nur infrage, wenn die Aufwendungen außerhalb des regelmäßigen Geschäftsbetriebes liegen oder der Ersatz handelsüblich ist.

    2. Die dem Handelsmakler i.Allg. bei entsprechenden Vereinbarungen zu ersetzenden Aufwendungen (§ 652 II BGB).

    3. Das den Gesellschaftern einer OHG oder KG gemäß § 110 HGB zustehende Recht auf Ersatz derjenigen Aufwendungen, die ein Gesellschafter bei Anwendung der Sorgfalt in eigenen Angelegenheiten den Umständen nach für erforderlich halten durfte.

    zuletzt besuchte Definitionen...

      Mindmap Aufwendungen Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/aufwendungen-30077 node30077 Aufwendungen node31469 Ausgaben node30077->node31469 node27822 Bilanzierungshilfen node27822->node30077 node39542 Kostenrechnung node35090 Gründerlohn node35789 Gründungskosten node35789->node30077 node35789->node39542 node35789->node35090 node33408 Gründung einer AG node35789->node33408 node47963 Werbungskosten node28297 Betriebsausgabe node27599 Beschäftigungsverhältnis node35687 haushaltsnahe Beschäftigungsverhältnisse node35687->node30077 node35687->node47963 node35687->node28297 node35687->node27599 node34757 Euroumstellungsaufwendungen node34757->node30077 node34757->node27822 node30868 Auszahlung node31469->node30868 node36254 Einnahmen node31469->node36254 node35914 Einzelausgaben node31469->node35914 node31355 Bilanzgewinn (-verlust) node38678 Jahresüberschuss node38678->node30077 node32667 Ertrag node32667->node30077 node45622 Reingewinn node45622->node30077 node45622->node31355 node45622->node38678 node45622->node32667
      Mindmap Aufwendungen Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/aufwendungen-30077 node30077 Aufwendungen node31469 Ausgaben node30077->node31469 node45622 Reingewinn node45622->node30077 node34757 Euroumstellungsaufwendungen node34757->node30077 node35687 haushaltsnahe Beschäftigungsverhältnisse node35687->node30077 node35789 Gründungskosten node35789->node30077

      News SpringerProfessional.de

      • Was Arbeit in Europa kostet

        Für eine Arbeitsstunde zahlt die deutsche Wirtschaft durchschnittlich 34,1 Euro. Doch bei den Arbeitskosten gibt es zwischen den EU-Mitgliedstaaten deutliche Unterschiede: Es geht noch teurer – aber auch viel billiger.

      • "Das Silicon Valley ist nicht über Nacht entstanden"

        Wenn es ein Digitalisierungs-Mekka gibt, in das deutsche Manager pilgern, ist es das Silicon Valley. Was Unternehmen von den US-Vorreitern lernen und ob sie die 180-Grad-Wende schaffen können, beantworten Sven Grote und Rüdiger Goyk im Gespräch.

      • Utility 4.0 – mehr als eine Worthülse?

        Vierpunktnull auf Teufel komm raus. Kein Themengebiet scheint heute ohne das Zahlenkürzel '4.0' auszukommen. Mit Utility 4.0 ist dieses Phänomen nun auch im Energiesektor angekommen. Zu Recht?

      • Das blaue Jobwunder der Digitalisierung

        Immer mehr Studien prognostizieren, dass die digitale Transformation insgesamt keine Arbeitsplätze kostet. Denn es entstehen auch jede Menge neue Jobs. Die erfordern jedoch andere Kompetenzen.

      • Starke Teams lassen Risiken zu

        "Werde eins mit deinem Projekt", proklamierte vor Jahren eine Baumarktkette. Ein kerniger Slogan, der seine Parallele in einer Google-Studie findet: Teammitglieder die risikobereit in ihrer Aufgabe aufgehen, arbeiten effektiver.

      • "Freibeträge in Abfindungsregelungen wieder einführen"

        Seit 1. Januar gilt die Institutsvergütungsverordnung (IVV). Mit ihr wurden in erster Linie die Anforderungen der Leitlinien der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde EBA für eine solide Vergütungspolitik in deutsches Recht umgesetzt. Wie sich das auf die Personal- und Abfindungsstrategien bei den Banken auswirkt, erklärt Jurist Christoph Abeln im Interview.

      • So teuer wird der Fachkräftemangel

        Dass der Fachkräftemangel die deutsche Wirtschaft bremst, ist nicht neu. Allerdings war bislang nicht klar, wie sehr fehlendes Personal zu Buche schlägt. Einer Studie zufolge drohen bis zum Jahr 2030 wirtschaftliche Schäden in Milliardenhöhe. 

      • KMU zögern bei tiefgreifender Digitalisierung

        Der digitale Wandel wirkt sich auf die gesamte Wertschöpfungskette aus. Viele kleine und mittelständische Unternehmen haben das nicht vollends erkannt, weshalb sie sich auf die Optimierung einzelner interner Prozesse versteifen.

      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      Dr. Dr. Jörg Berwanger
      STEAG New Energies GmbH, Saarbrücken
      Commercial Project Manager
      StB Birgitta Dennerlein
      selbständig
      Diplom-Betriebswirtin (BA), Steuerberaterin
      Dr. Barbara Wischermann
      Universität Bochum,
      FB Wirtschaftswissenschaft
      OStR.i.H.
      Prof. Dr. Thilo Seyfriedt
      Hochschule Offenburg, Fakultät Betriebswirtschaft und Wirtschaftsingenieurwesen
      Professur für ABWL sowie Finanzierung, Rechnungslegung und Steuern
      Dr. Eggert Winter
      Hessische Staatskanzlei
      Leitender Ministerialrat

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

      Springer Professional - Die Flatrate für Fachzeitschriften und Bücher
      Bei den Konten für Rohstoffe, Hilfsstoffe; Betriebsstoffe und Handelswaren handelt es sich um reine Bestandskonten, die keinen Aufschluß über den Stoffverbrauch bzw. den Verkauf von Handelswaren (zu Einkaufspreisen) zulassen. Diese Zahlen können …

      Bücher auf springer.com

      versandkostenfrei von springer.com

      Sachgebiete

      Interne Verweise