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soziale Präferenzen

Definition

In der Wirtschaftstheorie spricht man von sozialen Präferenzen, wenn die Akteure neben ihrem materiellen Eigennutz auch Vorlieben für das Wohlergehen oder den Erfolg anderer Akteure aufweisen, die das eigene Verhalten maßgeblich mitbeeinflussen. Herausragende Beispiele für soziale Präferenzen sind Fairnessmotive, Reziprozität, Neid oder Mitgefühl.

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Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

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    Ausführliche Definition

    1. Begriff: Eine über den streng materiellen Eigennutz hinausgehende Motivation von Menschen, die bes. Aspekte wie Verteilungsgerechtigkeit, Effizienz und/oder Reziprozität enthält.

    2. Das Standardmodell des Homo oeconomicus unterstellt den Wirtschaftssubjekten ein am rein materiellen Eigennutz ausgerichtetes Verhalten, das keinerlei Empfindungen für andere Akteure, also weder Missgunst noch Zuneigung oder Mitleid, berücksichtigt. Eine Vielzahl von Untersuchungen im Rahmen der experimentellen Wirtschaftsforschung stehen im direkten Widerspruch zu diesen Annahmen. So gibt es bes. im Diktatorspiel wie auch im Ultimatumspiel deutliche Hinweise darauf, dass Gesichtspunkte wie Gerechtigkeit oder Bestrafung von Fehlverhalten im tatsächlichen Verhalten von nicht vernachlässigbarer Bedeutung sind.

    3. Die Ergänzung des Homo-oeconomicus-Modells um soziale Präferenzen erhöht in einer Reihe von Experimenten den Aussagegehalt der Theorie erheblich. Aufbauend auf einer um soziale Präferenzen ergänzten Motivation der Akteure können Nash-Gleichgewichte ermittelt werden. Es zeigt sich, dass auf diesem Weg zahlreiche „Anomalien” erklärt werden.

    4. Es ist jedoch noch umstritten, welcher Natur die sozialen Präferenzen konkret sind. Derzeit werden drei Alternativen intensiv diskutiert:
    (1) Modelle mit Ungleichheitsaversion, in denen zumindest eine Teilmenge der Akteure ungleiche Einnahmen der Akteure als unangenehm empfinden und ggf. dazu bereit sind, auf bestimmte Geldbeträge zu verzichten, um eine gerechtere Einkommensverteilung zu erhalten.
    (2) Modelle mit Vorlieben für Effizienz, in denen Akteure u.U. dazu bereit sind Opfer zu bringen, wenn dafür um so höhere Gewinne bei anderen Akteuren anfallen, die die Gewinnsumme aller Akteure hinreichend ansteigen lässt.
    (3) Ansätze mit Reziprozität, in denen Akteure nach dem Motto „Wie du mir, so ich dir!“ verfahren.

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      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      Prof. Dr. Mathias Erlei
      TU Clausthal,
      Institut für Wirtschaftswissenschaft
      Universitätsprofessor

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

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