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Moral Hazard

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Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

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    Ausführliche Definition

    moralisches Wagnis. 1. Begriff: a) I.w.S.: Ex-post bzw. nachvertraglicher Opportunismus zwischen Transaktionspartnern führt zum Moral Hazard. Ursache für dieses Risiko ist eine Kollision der Interessen der Vertragspartner sowie Hidden Information (versteckte Information) und/oder Hidden Action (versteckte Handlung). Das Problem besteht darin, dass das Verhalten des besser informierten Partners die Pay-offs (Auszahlungen) des schlechter Informierten beeinflusst. Der schlechter Informierte kann sich nur unvollständig über das Verhalten des Transaktionspartners informieren bzw. dieses evaluieren.
    b) I.e.S.: Von der Versicherungswirtschaft geprägter Begriff, der ursprünglich im Zusammenhang mit Feuerversicherungen verwendet wurde. Moral Hazard bezeichnet den Anreiz eines feuerversicherten Gebäudeeigentümers, weniger Sorgfalt bei der Schadensvermeidung bzw. -begrenzung aufzuwenden als ein Hausbesitzer ohne Versicherung. Über ähnlich gelagerte Anreize von Krankenversicherten gibt eine umfangreiche Literatur Auskunft. Hier äußert sich Moral Hazard vornehmlich im Verhalten als Trittbrettfahrer bzw. im Free-Rider-Verhalten in Form einer exzessiven Inanspruchnahme medizinischer Leistungen durch den Versicherungsnehmer.

    2. Als Instrumente zur Verringerung dieses Wagnisses bieten sich neben versicherungsvertraglich fixierten Sorgfaltspflichten in Verbindung mit einer Kontrolle der Einhaltung dieser Pflichten im Schadenfall oder einer Selbstbeteiligung des Versicherten alle Instrumente an, die zu einer Interessenangleichung der Vertragspartner führen, wie z.B. Gewinn- oder Kapitalbeteiligungen, Prämiensysteme, Akkordlöhne oder Bonussysteme. Diese Instrumente führen zu einer erfolgsabhängigen Entlohnung des besser informierten Akteurs. Er hat deshalb einen Anreiz, seine Informationen so einzusetzen, dass der Gesamterfolg maximiert wird. Ein Handeln gegen die Interessen seines Vertragspartner wird durch die Erfolgsbeteiligung unattraktiv. Die Informationsasymmetrie zu beseitigen (z.B. durch Überwachung) ist meist ineffizient, weil die notwendigen Informationsbeschaffungskosten des schlechter informierten Partners teurer sind als die Implementierung eines Anreizsystems.

    Vgl. auch Prinzipal-Agent-Theorie, moralisches Wagnis in Teams.

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      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      Prof. Dr. Mathias Erlei
      TU Clausthal,
      Institut für Wirtschaftswissenschaft
      Universitätsprofessor
      Dr. Andreas Szczutkowski
      Universität Bielefeld, Fakultät Wirtschaftswissenschaften
      Wissenschaftlicher Assistent

      Bücher

      Erlei, M./Leschke, M./Sauerland, D.: Neue Institutitonenökonomik
      Stuttgart, 2007, S. S. 112-140

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

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