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Informationsmanagement

Definition

Die wirtschaftliche Bedeutung von Information liegt in deren Eigenschaft als Wirtschaftsgut, Wettbewerbs- und Produktionsfaktor. Mangelhaftes Informationsverhalten (Nachfrage, Angebot) erhöht generell das Risiko für den Misserfolg von Entscheidungen und Maßnahmen in den verschiedenen Institutionen (Unternehmen, Ministerien, Standesvertretungen etc.). Spezielle Bedeutung hat Informationsmanagement für das Unternehmen in Verbindung mit strategischer Planung und Innovationsmanagement gewonnen.

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Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

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    Ausführliche Definition

    Inhaltsverzeichnis

    1. Betriebswirtschaft
    2. Informationsökonomik
    3. Informatik

    Betriebswirtschaft

    Die wirtschaftliche Bedeutung von Information liegt in deren Eigenschaft als Wirtschaftsgut, Wettbewerbs- und Produktionsfaktor. Mangelhaftes Informationsverhalten (Nachfrage, Angebot) erhöht generell das Risiko für den Misserfolg von Entscheidungen und Maßnahmen in den verschiedenen Institutionen (Unternehmen, Ministerien, Standesvertretungen etc.). Spezielle Bedeutung hat Informationsmanagement für das Unternehmen in Verbindung mit strategischer Planung und Innovationsmanagement gewonnen. Einer jeden Innovation gehen technische Erfindungen voraus, die als Invention bezeichnet werden. Neben der technischen Machbarkeit wird dann im Rahmen verschiedener Testphasen die Marktfähigkeit der Invention überprüft. Verspricht die Neuerung einen Erfolg, dann kommt es zur Markteinführung. Die Invention wird dann zur Innovation. Bei dem heute vorherrschenden Innovationswettbewerb sind „zufällig“ entstehende Innovationen bei Weitem nicht mehr ausreichend, sodass das Informationsmanagement unter diesem Aspekt bes. relevant ist. Im Hinblick darauf, dass jeder Innovationsprozess zunächst als immaterieller Prozess der Beschaffung, Aufbereitung und Verdichtung von Information beginnt, kann - bezogen auf Innovationsprojekte - mangelnde Informationsbeschaffung zu Ineffizienz und Misserfolg am Markt führen. Die notwendige strategische Ausrichtung von Innovationsvorhaben setzt die Existenz einer Unternehmensstrategie voraus, deren Formulierung ebenfalls an die Verfügbarkeit der erforderlichen Information gebunden ist, und zwar aus dem Unternehmen selbst (Erkennen von Stärken und Schwächen) und aus der Umwelt des Unternehmens (Erkennen von Chancen und Risiken). Informationen für die Innovationsplanung betreffen etwa die Bereiche technische, wirtschaftliche, soziale und politische Entwicklung, Wettbewerbssituation, Rechtsvorschriften, Ökologie, Management-Technologien (Technologie) etc. Ermittlung des Informationsbedarfes und Beschaffung der erforderlichen Information sind Teilaufgaben eines umfassenden Informationsmanagements, für welches folgende drei Aufgabenbereiche unterschieden werden können:
    (1) Informationsbedarfsplanung,
    (2) Informationsressourcen-Management zur Nutzung von Information als (unternehmerische) Ressource und als Wettbewerbsfaktor, d.h. Bewirtschaftung von Information in analoger Weise, wie dies z.B. für Material, Betriebsmittel und Personal gilt und
    (3) Informationssystem-Management zur Konzeption, Realisierung und Nutzung eines den Anforderungen der einzelnen Institution entsprechenden Informationssystems, welches über die geläufigen EDV-Anwendungen hinausgeht und auch Kommunikation zwischen den Unternehmensbereichen, das betriebliche Vorschlagswesen, Dokumentation von Ideen, Entscheidungen und Argumente, die laufende Erfassung und Auswertung von Vertreterberichten, Reklamationen, Berichte des Kundendienstes etc. sowie auch die Information der Mitarbeiter über Unternehmenssituation, Ziele und Strategien umfasst.

    Vgl. auch IT-Management.

    Informationsökonomik

    Betrachtet man Information als unternehmerische Ressource, so muss sie dem Management und damit der Planung, Organisation und Kontrolle zugänglich gemacht werden. Aufgabe des Informationsmanagements ist es, dafür zu sorgen, dass Informationen effektiv (zielgerichtet) und effizient (wirtschaftlich) eingesetzt werden. Informationsmanagement ist somit ein integraler Bestandteil und eine Querschnittsfunktion der Unternehmensführung.

    Vgl. auch Informationsökonomik.

    Informatik

    Informationswirtschaft, Informationslogistik. 1. Begriff: Disziplin, die sich mit dem Management von Informations- und Kommunikationssystemen beschäftigt.

    2. Aufgaben: Planung, Steuerung und Überwachung der Informationsquellen, -senken, -übertragungswege und der informationsverarbeitenden Systeme.

    3. Ebenen: a) operatives Informationsmanagement: Entwicklung und Anpassung von Informationssystemen, Konfigurations- und Netzwerkmanagement, Sicherungs- und Katastrophenmanagement, Rechnerbetrieb und Wartung;

    b) strategisches Informationsmanagement: Planung der Informationsinfrastruktur (Informationsbedarfsanalyse), Personalplanung, Datenmanagement, Planung des Sicherungskonzeptes.

    4. Querschnittsfunktionen: Der Aufgabenbereich des Informationsmanagements überlappt sich mit den Disziplinen des Controllings sowie des Sicherheits-, des Personal- und des Qualitätsmanagements.

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