Direkt zum Inhalt

Informationsökonomie

Definition

Die Informationsökonomie (häufig auch synonym: Informationswirtschaft)  ist aus volkswirtschaftlicher Sicht der vierte Wirtschaftssektor (Quartärsektor). Der zentrale Produktionsfaktor bzw. die zentrale Produktionsressource der Informationsökonomie ist die von physischen Gütern unabhängige Information. Die Informationswirtschaft als Teilbereich der Betriebswirtschaftslehre behandelt einerseits die informationstechnischen Grundlagen betriebswirtschaftlicher Prozesse (Wirtschaftsinformatik und Informationsmanagement), andererseits betriebswirtschaftliche Aktivitäten von Unternehmen der Informationsökonomie als spezielle Betriebswirtschaftslehre.

GEPRÜFTES WISSEN
Über 200 Experten aus Wissenschaft und Praxis.
Mehr als 25.000 Stichwörter kostenlos Online.
Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

zuletzt besuchte Definitionen...

    Ausführliche Definition

    Die Informationsökonomie ist aus volkswirtschaftlicher Sicht der vierte Wirtschaftssektor (Quartärsektor) neben der Rohstoffproduktion (Primärsektor: Landwirtschaft, Bergbau, Energie etc.), dem industriellen Sektor (Sekundärsektor) und dem Dienstleistungssektor (Tertiärsektor). Der zentrale Produktionsfaktor bzw. die zentrale Produktionsressource der Informationsökonomie ist die von physischen Gütern unabhängige Information in Form von als Zeichen codierte und übertragbare Information (Digitalisierung).

    Die Informationsökonomie wird als wirtschaftliche Basis der sogenannten Informationsgesellschaft gesehen, die nach der Agrar-, Industrie- und Dienstleistungsgesellschaft als neue gesellschaftliche Entwicklungsstufe folgen soll. Die wesentlichen Merkmale der Informationsgesellschaft sind die zentrale Bedeutung von Information als Produktionsfaktor für das Wirtschaftswachstum sowie die sich aus der Digitalisierung von Information ergebenden Strukturveränderungen der Lebens- und Arbeitswelt.

    Die Informationsökonomie ist abzugrenzen von der Informationsökonomik, deren Forschungsgegenstand die Analyse ökonomischer Institutionen unter besonderer Berücksichtigung des Einflusses von Informationsasymmetrien und unvollständiger Information auf ökonomische Institutionen und ökonomisches Handeln ist.

    Die Informationswirtschaft als Teilbereich der Betriebswirtschaftslehre behandelt einerseits die informationstechnischen Grundlagen betriebswirtschaftlicher Prozesse (Wirtschaftsinformatik und Informationsmanagement), andererseits betriebswirtschaftliche Aktivitäten von Unternehmen der Informationsökonomie als spezielle Betriebswirtschaftslehre. Sie unterscheidet vier Geschäftsmodell-Ansätze von Unternehmen der Informationsökonomie (die sogenannten "4 Cs"): (1) die Kompilierung, Darstellung und Bereitstellung von Inhalten auf digitalen Plattformen (content), (2) die Anbahnung und Abwicklung von Geschäftstransaktionen (commerce), (3) die Klassifikation und Systematisierung von Internet-Informationen (context) und (4) die Herstellung von persönlichen Kontakten und Informationsaustausch in Netzwerken (connection).

    zuletzt besuchte Definitionen...

      Mindmap Informationsökonomie Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/informationsoekonomie-54475 node54475 Informationsökonomie node40012 Informationsökonomik node54475->node40012 node29000 Dienstleistungsgesellschaft node54475->node29000 node40528 Information node54475->node40528 node41752 Informationsgesellschaft node54475->node41752 node54195 Digitalisierung node54475->node54195 node53486 Informationsethik node53486->node41752 node51109 Suchkosten node51109->node40012 node44941 Österreichische Grenznutzenschule node50334 unvollständige Information node40012->node44941 node40012->node50334 node38692 Infrastrukturpolitik node38692->node29000 node32453 Drei-Sektoren-Hypothese node27943 Dienstleistungssektor node53492 Blended Learning node53492->node41752 node53491 Maschinenethik node53491->node41752 node29000->node32453 node29000->node27943 node30636 Daten node40528->node30636 node41752->node29000 node44295 Psychologie node53558 3D-Drucker node54530 Handel 4.0 node54530->node54195 node48087 Unternehmen node54195->node44295 node54195->node53558 node54195->node48087 node47278 Umweltkennzahlen node47278->node40528 node53530 Mobile Business node53530->node40528 node47196 Wissen node47196->node40528 node49115 Teamtheorie node49115->node40012
      Mindmap Informationsökonomie Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/informationsoekonomie-54475 node54475 Informationsökonomie node40528 Information node54475->node40528 node54195 Digitalisierung node54475->node54195 node41752 Informationsgesellschaft node54475->node41752 node29000 Dienstleistungsgesellschaft node54475->node29000 node40012 Informationsökonomik node54475->node40012

      News SpringerProfessional.de

      • Persönlichkeit und Motivation müssen stimmen

        Beim Besetzen vakanter Stellen achten Vertriebsleiter oft stärker auf die fachliche Qualifikation der Bewerber als auf deren Persönlichkeit und Motivation. Michael Schwartz, Leiter des Instituts für integrale Lebens- und Arbeitspraxis in Esslingen, erläutert, warum diese beiden Faktoren im Vertrieb so wichtig sind.

      • Neue Recruitingstrategien gegen den Fachkräftemangel

        Für den deutschen Mittelstand wird der Fachkräftemangel zum Geschäftsrisiko, zeigen Studien. Und die Situation soll sich noch verschärfen. Höchsten Zeit also, bei der Personalbeschaffung neue Weg zu gehen, so Gastautor Steffen Michel. 

      • Weniger IPO-Prospekt, dafür mehr Anlegerschutz

        Wer sich bislang per Börsengang Geld am Kapitalmarkt besorgen wollte, musste einen aufwendigen Prospekt erstellen. Eine Neuregelung sorgt jetzt bei kleineren IPOs (Initial Public Offering) für Abhilfe. Wie die Voraussetzungen aussehen, erklärt Rechtsanwalt Jörg Baumgartner in seinem Gastbeitrag.

      • Whatsapp startet Business-Offensive

        Im Servicefall können Verbraucher einige Unternehmen bereits über den Messenger-Dienst Whatsapp kontaktieren. Doch was passiert, wenn der Kundenservice Nachrichten initiativ versendet? Ein neues Business-Tool soll genau das ermöglichen.

      • Kundennutzenmodelle im B2B-Vertrieb von E-Marktplätzen

        Elektronische B2C-Marktplätze müssen ihre über Jahre errungene dominante Marktstellung in Gewinne umzumünzen, ohne ihre Marktstellung zu gefährden. Dazu gehört, Preise für langjährige Händler drastisch zu erhöhen. Kundennutzenmodelle spielen dabei eine wichtige Rolle.

      • "Belastete Geschäftsmodelle sind meistens nicht genug innoviert"

        Der ehemalige Roland-Berger-Krisenberater Thomas Knecht hat an der Spitze von Hellmann den Turnaround des weltweiten Logistikers geschafft. Branche und Wirtschaft fordert er zu mehr Wachsamkeit auf. Im Interview spricht er über Anpassungsfähigkeit und Insolvenzschutz.

      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      Dr. Peter Haric
      Institutsvorstand Leitbetriebe Austria Institut

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

      Springer Professional - Die Flatrate für Fachzeitschriften und Bücher
      Im Hinblick auf eine Erklärung des Untersuchungsobjektes unter Berücksichtigung der als bedeutsam herausgestellten Unsicherheitsposition der Nachfrager wird im folgenden Kapitel 3 die Informationsökonomie fokussiert. Die Informationsökonomie ist …
      Die zunehmende Verschmelzung unterschiedlicher Technologiebereiche führt in vielen Unternehmen zu einer verstärkten Notwendigkeit der integrierten Nutzung von Teilsystemen. Diese technologischen Konvergenzen implizieren einerseits ein hohes …
      Ihren gedanklichen Ausgangspunkt hat die informationsökonomische Strömung des Neo-Institutionalismus in den Ausführungen von Hayeks genommen, der in prägnanter Form auf die zentrale und eigentümliche Bedeutung der Ressource ‘Information’ für …

      Bücher auf springer.com

      versandkostenfrei von springer.com

      Sachgebiete