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Informationsökonomie

Definition

Die Informationsökonomie (häufig auch synonym: Informationswirtschaft)  ist aus volkswirtschaftlicher Sicht der vierte Wirtschaftssektor (Quartärsektor). Der zentrale Produktionsfaktor bzw. die zentrale Produktionsressource der Informationsökonomie ist die von physischen Gütern unabhängige Information. Die Informationswirtschaft als Teilbereich der Betriebswirtschaftslehre behandelt einerseits die informationstechnischen Grundlagen betriebswirtschaftlicher Prozesse (Wirtschaftsinformatik und Informationsmanagement), andererseits betriebswirtschaftliche Aktivitäten von Unternehmen der Informationsökonomie als spezielle Betriebswirtschaftslehre.

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Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

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    Ausführliche Definition

    Die Informationsökonomie ist aus volkswirtschaftlicher Sicht der vierte Wirtschaftssektor (Quartärsektor) neben der Rohstoffproduktion (Primärsektor: Landwirtschaft, Bergbau, Energie etc.), dem industriellen Sektor (Sekundärsektor) und dem Dienstleistungssektor (Tertiärsektor). Der zentrale Produktionsfaktor bzw. die zentrale Produktionsressource der Informationsökonomie ist die von physischen Gütern unabhängige Information in Form von als Zeichen codierte und übertragbare Information (Digitalisierung).

    Die Informationsökonomie wird als wirtschaftliche Basis der sogenannten Informationsgesellschaft gesehen, die nach der Agrar-, Industrie- und Dienstleistungsgesellschaft als neue gesellschaftliche Entwicklungsstufe folgen soll. Die wesentlichen Merkmale der Informationsgesellschaft sind die zentrale Bedeutung von Information als Produktionsfaktor für das Wirtschaftswachstum sowie die sich aus der Digitalisierung von Information ergebenden Strukturveränderungen der Lebens- und Arbeitswelt.

    Die Informationsökonomie ist abzugrenzen von der Informationsökonomik, deren Forschungsgegenstand die Analyse ökonomischer Institutionen unter besonderer Berücksichtigung des Einflusses von Informationsasymmetrien und unvollständiger Information auf ökonomische Institutionen und ökonomisches Handeln ist.

    Die Informationswirtschaft als Teilbereich der Betriebswirtschaftslehre behandelt einerseits die informationstechnischen Grundlagen betriebswirtschaftlicher Prozesse (Wirtschaftsinformatik und Informationsmanagement), andererseits betriebswirtschaftliche Aktivitäten von Unternehmen der Informationsökonomie als spezielle Betriebswirtschaftslehre. Sie unterscheidet vier Geschäftsmodell-Ansätze von Unternehmen der Informationsökonomie (die sogenannten "4 Cs"): (1) die Kompilierung, Darstellung und Bereitstellung von Inhalten auf digitalen Plattformen (content), (2) die Anbahnung und Abwicklung von Geschäftstransaktionen (commerce), (3) die Klassifikation und Systematisierung von Internet-Informationen (context) und (4) die Herstellung von persönlichen Kontakten und Informationsaustausch in Netzwerken (connection).

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      Dr. Peter Haric
      Institutsvorstand Leitbetriebe Austria Institut

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

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