Direkt zum Inhalt

Transaktionskostentheorie der Unternehmung

GEPRÜFTES WISSEN
Über 200 Experten aus Wissenschaft und Praxis.
Mehr als 25.000 Stichwörter kostenlos Online.
Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

zuletzt besuchte Definitionen...

    Ausführliche Definition

    Coase begründet die Existenz und Grenzen der Unternehmung mit dem Vorhandensein von Marktaustauschkosten bzw. Kosten der Benutzung des Preismechanismus sowie der Unsicherheit. Diese Kosten können mit dem Koordinationsmechanismus Hierarchie vermieden oder eingespart werden, wobei im Gegenzug Organisationskosten entstehen.

    Der Vorteil der Unternehmung resultiert aus einer Verringerung der Zahl der Verträge, und zwar zu einem bestimmten Zeitpunkt und/oder über einen bestimmten Zeitraum. Im Zeitpunkt-Fall wird die Zahl der Verträge dadurch reduziert, dass der Unternehmer die Verträge mit den Faktoren abschließt und die Faktoren durch Weisung koordiniert. Es entfallen damit die Verträge zwischen den Faktoren, die bei einer Marktkoordination erforderlich wären. Im Zeitraum-Fall lässt sich die Zahl der Verträge durch Wahl einer längeren Laufzeit verringern. Langfristige Verträge, wie z.B. Arbeitsverträge, erfordern aber eine höhere Voraussicht und sind nicht so flexibel an sich verändernde Umstände anpassbar, wenn ihr Inhalt hochgradig spezifiziert ist. Aufgrund der Unsicherheit legen langfristige Verträge nur den Bereich der durch Weisung gesteuerten oder konkretisierten Leistungen fest.

    Die Unternehmung spart zwar Marktbenutzungskosten ein, verursacht aber uno actu Organisationskosten, die mit steigender Zahl von Transaktionen zunehmen. Die abnehmenden Erträge des Managements begründet Coase erstens mit Effizienzverlusten. Mit zunehmender Unternehmensgröße werden Fehlentscheidungen des Managements wahrscheinlicher auftreten. Zweitens könnten mit steigender Unternehmensgröße und zunehmender Faktornachfrage die Faktorpreise steigen. Die Größe der Unternehmung ist dann optimal, wenn die Organisationskosten der letzten Transaktion gleich den Marktbenutzungskosten oder den Organisationskosten einer anderen Unternehmung sind (Prinzip der marginalen Substitution). Diese zunächst auf die Einproduktunternehmung angewendete Formel überträgt Coase auch auf die Mehrproduktunternehmung, um die Unternehmensgröße zu erklären. Die Arbeit von Coase bildet einen zentralen Bestandteil der Governance-Structure-Theorie und der Team-Theorie der Unternehmung.

    Kritik gegen den Ansatz von Coase richtet sich bes. auf die Dichotomisierung von Markt und Unternehmung, die Vernachlässigung der Produktionsfunktion, die unzureichende Begründung der steigenden Organisationskosten sowie die Gleichgewichtsorientierung (gegebene Produktionsfunktionen bzw. gegebenes technisches Wissen).

    zuletzt besuchte Definitionen...

      Mindmap Transaktionskostentheorie der Unternehmung Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/transaktionskostentheorie-der-unternehmung-49432 node49432 Transaktionskostentheorie der Unternehmung node47344 Transaktion node49432->node47344 node49340 Unternehmer node49432->node49340 node34530 Grenzen der Unternehmung node49432->node34530 node49761 Vertrag node49432->node49761 node49831 Unsicherheit node49432->node49831 node38922 Integration node49432->node38922 node37760 neoklassische Theorie der ... node49432->node37760 node34348 Governance-Structure-Theorie der Unternehmung node49432->node34348 node38711 Mehrproduktunternehmung node49432->node38711 node44668 Schuldanerkenntnis node44668->node49761 node43672 Sammelanreize node43672->node47344 node48587 Transaktionskostenökonomik node47344->node48587 node32190 Eigenverbrauch node32190->node49340 node31027 Ausfuhrlieferung node31027->node49340 node44897 Sollversteuerung node44897->node49340 node47658 Unternehmung node49340->node47658 node44196 Self Enforcing Contract node44196->node49761 node40961 Kontrakt node40961->node49761 node34530->node38711 node47264 Willenserklärung node49761->node47264 node53872 Risk-Pooling node53872->node49831 node53900 Ambiguität node53900->node49831 node46086 Prospect-Theorie node46086->node49831 node44514 Sicherheit node49831->node44514 node38922->node34530 node37760->node34530 node34348->node34530 node44593 punktuelle Anreize node44593->node47344
      Mindmap Transaktionskostentheorie der Unternehmung Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/transaktionskostentheorie-der-unternehmung-49432 node49432 Transaktionskostentheorie der Unternehmung node34530 Grenzen der Unternehmung node49432->node34530 node49831 Unsicherheit node49432->node49831 node49761 Vertrag node49432->node49761 node49340 Unternehmer node49432->node49340 node47344 Transaktion node49432->node47344

      News SpringerProfessional.de

      • Persönlichkeit und Motivation müssen stimmen

        Beim Besetzen vakanter Stellen achten Vertriebsleiter oft stärker auf die fachliche Qualifikation der Bewerber als auf deren Persönlichkeit und Motivation. Michael Schwartz, Leiter des Instituts für integrale Lebens- und Arbeitspraxis in Esslingen, erläutert, warum diese beiden Faktoren im Vertrieb so wichtig sind.

      • Neue Recruitingstrategien gegen den Fachkräftemangel

        Für den deutschen Mittelstand wird der Fachkräftemangel zum Geschäftsrisiko, zeigen Studien. Und die Situation soll sich noch verschärfen. Höchsten Zeit also, bei der Personalbeschaffung neue Weg zu gehen, so Gastautor Steffen Michel. 

      • Weniger IPO-Prospekt, dafür mehr Anlegerschutz

        Wer sich bislang per Börsengang Geld am Kapitalmarkt besorgen wollte, musste einen aufwendigen Prospekt erstellen. Eine Neuregelung sorgt jetzt bei kleineren IPOs (Initial Public Offering) für Abhilfe. Wie die Voraussetzungen aussehen, erklärt Rechtsanwalt Jörg Baumgartner in seinem Gastbeitrag.

      • Whatsapp startet Business-Offensive

        Im Servicefall können Verbraucher einige Unternehmen bereits über den Messenger-Dienst Whatsapp kontaktieren. Doch was passiert, wenn der Kundenservice Nachrichten initiativ versendet? Ein neues Business-Tool soll genau das ermöglichen.

      • Kundennutzenmodelle im B2B-Vertrieb von E-Marktplätzen

        Elektronische B2C-Marktplätze müssen ihre über Jahre errungene dominante Marktstellung in Gewinne umzumünzen, ohne ihre Marktstellung zu gefährden. Dazu gehört, Preise für langjährige Händler drastisch zu erhöhen. Kundennutzenmodelle spielen dabei eine wichtige Rolle.

      • "Belastete Geschäftsmodelle sind meistens nicht genug innoviert"

        Der ehemalige Roland-Berger-Krisenberater Thomas Knecht hat an der Spitze von Hellmann den Turnaround des weltweiten Logistikers geschafft. Branche und Wirtschaft fordert er zu mehr Wachsamkeit auf. Im Interview spricht er über Anpassungsfähigkeit und Insolvenzschutz.

      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      Dr. Peter Haric
      Institutsvorstand Leitbetriebe Austria Institut

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

      Springer Professional - Die Flatrate für Fachzeitschriften und Bücher
      Die Wirtschaftssoziologie ist ein vergleichsweise junges und ausgesprochen dynamisches Forschungsfeld. Womit beschäftigt sie sich empirisch? Beckert und Besedovsky (2009: 13) kommen in ihrer Auswertung der in den sechs wichtigsten deutschen und …
      Aufbauend auf den theoretischen Grundlagen und dem konzeptionellen Bezugsrahmen der vorliegenden Untersuchung wird im Folgenden das spezifische Untersuchungsmodell zum kommunalen Corporate-Governance-Erfolg öffentlicher GmbHs entwickelt. Hierbei …
      In diesem Kapitel werden die Grundlagen der Untersuchung dargestellt. Dies beginnt mit der wissenschaftstheoretischen Einordnung der Forschungsarbeit in Abschnitt 2.1 sowie der Erläuterung wichtiger definitorischer Grundlagen in Abschnitt 2.2.

      Sachgebiete