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Gewinnmaximierung

Definition

Verhaltensannahme der Wirtschaftswissenschaft, nach der das Ziel der Unternehmung die Maximierung des Gewinns ist. 

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Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

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    Ausführliche Definition

    Gewinnmaximierung ist eine Verhaltensannahme der Wirtschaftswissenschaft, nach der das Ziel der Unternehmung die Maximierung des Gewinns ist. Der Gewinn (G) als betriebswirtschaftlich wichtigste Kennziffer der Geschäftstätigkeit eines Unternehmens ist die Differenz von Umsatz (U) und Kosten (K): G = U – K.

    Gewinnmaximierung erfolgt durch Umsatzmaximierung und Kostenminimierung. Bei gleichbleibendem Umsatz führt Kostenminimierung zu mehr Gewinn, bei gleichbleibenden Kosten führt Umsatzmaximierung zu mehr Gewinn, d.h. Unternehmen können einerseits über die Güterangebots- (Absatzmarkt), andererseits über die Faktornachfragemenge (Beschaffungsmarkt) den Gewinn maximieren. So sind also Kostenminimierung und Umsatzmaximierung Teilziele der Gewinnmaximierung.

    Eine Unternehmung steht vor dem Entscheidungsproblem, diejenige Absatzmenge zu finden, die den Gewinn maximiert. Will eine Unternehmung den Gewinn maximieren, kann es das auf dem Absatzmarkt durch Mengenerhöhung erzielen (Teilziel: Umsatzmaximierung). Eine Mengenerhöhung ist auf vollkommenen Märkten für den Monopolisten wie für den Polypolisten zunächst nur durch Preissenkung möglich. Diese wirkt hingegen auf den Erlös ambivalent: Zwar erhöht das Steigen der Mengenkomponenten den Erlös (Erlös= Menge x Preis) – die Preiskomponente wirkt auf die Mengenkomponente positiv. Aber der Grenzerlös (syn. Grenzumsatz) – also der Erlöszuwachs, der sich aus dem Verkauf zusätzlicher Mengeneinheiten ergibt – sinkt durch die Minderung der Preiskomponente. Die Gewinnmaximierung für den Monopolisten unterscheidet sich so zunächst nicht vom Polypolisten: Solange die Grenzerlöse über den Grenzkosten liegen, kann durch die Erhöhung der Menge ein positiver Grenzgewinn erzielt werden. Hingegen fallen im Unterschied zum Polypolisten die Grenzerlöse und die Grenzkosten steigen, da der Marktpreis insgesamt absinkt.  Der Polypolist muss hingegen nicht das Abrutschen des Marktpreises bei Erhöhung der Absatzmenge bedenken, denn die Erlöse des Polypolisten steigen linear mit der Absatzmenge.

    Neuere Theorien stellen jedoch Gewinnmaximierung als Zielfunktion der Unternehmung infrage. Besonders die Trennung von Eigentum und Management in großen Unternehmen führt zu einer institutionenökonomisch veränderten Anreizstrukturen und Interessen hinsichtlich der Zielgrößen: Insbes. aus Sicht der Eigentümer ist Gewinnmaximierung ebenfalls nur ein Teilziel zu Steigerung des Kapitalwertes, also der Rendite auf ihr Investment (Blattner, 1977). Dies wird auch in den Diskussionen zum Shareholder Value und dem Wertorientierten Management deutlich: Maximierungsziele sind hier die Steigerung des Unternehmenswertes bzw. des Wertes des Eigenkapitals. Aus dieser Perspektive ist die Gewinnmaximierung selbst nur ein Teilziel, insofern die Unternehmung selbst auch nur Instrument zur Verwirklichung der Eigentümer-Ziele ist.

    Vgl. auch erwerbswirtschaftliches Prinzip.

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      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      Dr. Peter Haric
      Institutsvorstand Leitbetriebe Austria Institut

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

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      Unternehmen streben nach Gewinn; dies ist eine unserer zentralen Annahmen. Gewinnmaximierung kann man im Inputraum, d.h. in Abhängigkeit von den eingesetzten Faktormengen, untersuchen (Abschn. K.1). Dabei werden wir auf die Nachfragefunktion für …

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