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Integration

Definition

Herstellung einer Einheit oder Eingliederung in ein größeres Ganzes.

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Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

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    Ausführliche Definition

    Inhaltsverzeichnis

    1. Unternehmenstheorie
    2. Organisation
    3. Außenwirtschaft
    4. Wettbewerbstheorie

    Herstellung einer Einheit oder Eingliederung in ein größeres Ganzes.

    Unternehmenstheorie

    Die Theorie der multinationalen Unternehmung – ein spezieller Ansatz der Theorie der Unternehmung – und die Handelstheorie differenzieren die Struktur der Wertschöpfungskette eines Unternehmens in horizontale und vertikale Integration: Bei der kompletten Verlagerung der Produktion in ein anderes Land wird von horizontaler Integration gesprochen.
    Bei der Verlagerung von Teilen der Zwischen- und Endprodukte-Fertigung in verschiedene Länder wird von vertikaler Integration gesprochen.
    Die horizontale Integration (syn.: horizontale Auslandsdirektinvestition) dient dazu, mit dem Export der Produkte verbundene Kosten (Zölle, Transportkosten etc.) durch Gründung von Tochterunternehmen bzw. Unternehmensbeteiligungen zu minimeren.
    Bei der vertikalen Integration (syn.: vertikale Auslandsdirektinvestition) ist das Ziel, Faktorkosten-Vorteile in anderen Ländern zu nutzen, um Produktionskosten zu senken und damit den Ertrag zu steigern.

    Der Begriff der vertikalen Integration wird auch im Rahmen des strategischen Managements verwendet. Vertikale Integration bezeichnet dabei die Tiefe der Wertschöpfungskette (Anzahl der Produktions- und Vertriebsstufen), die im Unternehmen geleistet wird. Das American Strategic Planning Institute hat im PIMS-Research-Projekt (Profit Impact of Market Strategy) empirisch belegt, dass eine hohe vertikale Integration bei Unternehmen in ausgereiften und stabilen Märkten einen positiven Einfluss auf ROI und Cash-flow hat, während in rasch wachsenden oder schrumpfenden bzw. volatilen Märkten eine negative Wirkung auf beide Kennzahlen zu erwarten ist. Vertikale Integration wirkt besonders dann vorteilhaft auf die Rendite, wenn sie nicht zu einer Erhöhung der Investitionsintensität führe.

    Vgl. auch dynamisch-evolutorische Theorie der UnternehmungGovernance-Structure-Theorie der UnternehmungGrenzen der UnternehmungTheorie der MehrproduktunternehmungTransaktionskostentheorie der Unternehmung.

    Organisation

    Koordination.

    Außenwirtschaft

    Zusammenführung zweier oder mehrerer Volkswirtschaften. Dies reicht von der Verringerung bzw. dem Abbau von tarifären Handelshemmnissen und nicht tarifären Handelshemmnissen bis zur Vereinheitlichung verschiedener Bereiche der Wirtschaftspolitik.

    Als handelspolitische Maßnahme bedeutet Integration die Verringerung oder Beseitigung von Handelshemmnissen zwischen den integrierenden Ländern, bei Aufrechterhaltung der Handelshemmnisse gegenüber Drittländern. Behalten die Länder ihre eigenen Handelspolitiken gegenüber Drittländern, spricht man von einer Freihandelszone, gehen sie zu einer gemeinsamen Handelspolitik nach außen über, spricht man von einer Zollunion. In einem gemeinsamen Markt (in der EU auch Binnenmarkt genannt, vgl. EU und EG, EEA) werden die sog. vier Freiheiten realisiert: Freiheit des Waren- und Dienstleistungsverkehrs, Kapitalmarktintegration sowie die Freizügigkeit der Arbeitnehmer und Niederlassungsfreiheit. In einer Wirtschaftsunion als dann folgende Stufe der Integration ist die Wirtschaftspolitik (Fiskal- und Strukturpolitik, Sozialpolitik) zumindest koordiniert. Findet zudem eine gemeinsame Zentralbank mit einer gemeinsamen Währung Anwendung, dann ist mit der Wirtschafts- und Währungsunion die höchste Stufe der wirtschaftlichen Integration realisiert (Beispiel EU, EWWU).

    Wirkungen: Handelsschaffung, Handelsablenkung.

    Vgl. auch regionale Integration, Regionalismus, Handelspolitik, Wirtschaftsunion, Währungsunion.

    Wettbewerbstheorie

    wirtschaftlicher oder rechtlicher Zusammenschluss mehrerer Unternehmen (Unternehmenszusammenschluss). Integration und Unternehmenskonzentration werden häufig synonym verwendet.

    Arten:
    (1) Horizontale Integration: Zusammenschluss von Unternehmen derselben Produktionsstufe;
    (2) Vertikale Integration: Zusammenschluss von Unternehmen unterschiedlicher, durch Angebots- und Nachfragebeziehungen verbundener Produktionsstufen.

    Zur Bedeutung der Integration für die strategische Planung vgl. Wertschöpfungsstrategie.

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      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      Dr. Carsten Weerth
      Hauptzollamt Bremen
      Lehrbeauftragter an der FOM Hochschule für Oekonomie und Management
      Prof. Dr. Gerhard Schewe
      Universität Münster,
      Lehrstuhl für BWL,
      insbes. Organisation, Personal und Innovation
      Univ.-Professor
      Dr. Ingo Mecke
      Bundeskartellamt,
      Federal Cartel Office
      Berichterstatter der 10. Beschlussabteilung
      Dr. Peter Haric
      Institutsvorstand Leitbetriebe Austria Institut

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