Direkt zum Inhalt

EWWU

Definition

Abk. für Europäische Wirtschafts- und Währungsunion; Bestandteil der Ersten Säule der Europäischen Union (EU). Nach Art. 3 IV EUV-Lissabon errichtet die EU eine WWU, deren Währung der Euro ist.

GEPRÜFTES WISSEN
Über 200 Experten aus Wissenschaft und Praxis.
Mehr als 25.000 Stichwörter kostenlos Online.
Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

zuletzt besuchte Definitionen...

    Ausführliche Definition

    Abk. für Europäische Wirtschafts- und Währungsunion; Kernziel der Europäischen Union (EU). Nach Art. 3 IV EUV errichtet die EU eine WWU, deren Währung der Euro ist. Laut ex-Art. 2 EGV hat die EWWU die Zielsetzung, innerhalb der EG ein beständiges, nicht-inflationäres und umweltverträgliches Wachstum, einen hohen Grad an Konvergenz der Wirtschaftsleistungen, ein hohes Beschäftigungsniveau, ein hohes Maß an sozialem Schutz, die Hebung der Lebenshaltung und der Lebensqualität, den wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalt sowie die Solidarität zwischen den Mitgliedsstaaten zu fördern. Zweck der EWWU ist es gemäß Art. 120 AEUV, den Einheitlichen Binnenmarkt in ein Wirtschaftsgebiet mittels einer einheitlicher Wirtschaftspolitik zu transformieren, sodass Mitgliedsstaaten, ihre Wirtschaftspolitik als „eine Angelegenheit von gemeinsamem Interesse” ansehen und im Rahmen des Rats der Europäischen Union koordinieren. Dies geschieht nach Maßgabe von Art. 119 AEUV auf der Basis marktwirtschaftlicher Ordnungsprinzipien, wobei die jeweiligen Politiken vorrangig am Ziel der Preisniveaustabilität sowie an den Grundsätzen einer offenen Marktwirtschaft mit freiem Wettbewerb, der Wahrung gesunder öffentlicher Finanzen und des langfristigen außenwirtschaftlichen Gleichgewichts auszurichten sind.

    Durchsetzung der Wirtschaftsunion: Die Wirtschaftspolitik der Mitgliedstaaten wird vom Rat überwacht und bewertet. Entspricht das Verhalten eines Mitgliedstaates nicht den genannten Grundsätzen, so kann der Rat konkrete Empfehlungen an den jeweiligen Staat richten. Dies ist bes. für die Fiskal- und die Lohnpolitik der Mitgliedsstaaten von Bedeutung, weil diesbezügliche Zuständigkeiten im Gegensatz zur Geldpolitik [Europäische Währungsunion (EWU)] nicht auf die EG übertragen wurden. Im Hinblich auf ihre Fiskalpolitik sind die Mitgliedsstaaten verpflichtet, „übermäßige Defizite” zu vermeiden (Art. 126 I AEUV). Im Hinblick auf die (nationalen) Haushaltspolitiken ist bestimmt worden, dass öffentliche Defizite weder vom Europäischen System der Zentralbanken (ESZB); bestehend aus der Europäischen Zentralbank (EZB) und den nationalen Zentralbanken) noch durch bevorrechtigten Zugang zu Kreditinstituten finanziert werden dürfen (Art. 123 und 124 AEUV). Hinzu kommt, dass weder die EU noch die Mitgliedsstaaten für die Verbindlichkeiten der öffentlichen Haushalte anderer Mitgliedsstaaten haften (Art. 125 AEUV). 

    zuletzt besuchte Definitionen...

      Mindmap EWWU Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/ewwu-35560 node35560 EWWU node34043 Geldpolitik node35560->node34043 node33843 EU node35560->node33843 node33294 Europäische Währungsunion (EWU) node35560->node33294 node51294 Collateral Central Bank ... node49943 Währungsunion node51294->node49943 node50469 Wechselkurs node49943->node35560 node49943->node50469 node42320 Rat der Europäischen ... node42320->node35560 node33074 Euroraum node32657 Euro node54337 Euro-Gruppe node54337->node35560 node54337->node42320 node54337->node33074 node54337->node32657 node32127 EFWZ node32127->node35560 node34781 Europäische Zentralbank (EZB) node34781->node35560 node32763 EWI node32763->node35560 node32763->node49943 node32763->node32127 node32763->node34781 node32763->node33294 node34043->node33294 node42303 sektorale Strukturpolitik node42303->node33843 node47067 Zollunion node31062 Ausgleichsabgabe node31062->node33843 node34608 Europäischer Sozialfonds (ESF) node34608->node33843 node33843->node47067 node40659 Inflationsbekämpfung node40659->node34043 node45517 Spitzenrefinanzierungsfazilitäten des ESZB node45517->node34043 node38052 Keynesianismus node38052->node34043 node51132 Zollverein node51132->node49943
      Mindmap EWWU Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/ewwu-35560 node35560 EWWU node34043 Geldpolitik node35560->node34043 node33843 EU node35560->node33843 node32763 EWI node32763->node35560 node54337 Euro-Gruppe node54337->node35560 node49943 Währungsunion node49943->node35560

      News SpringerProfessional.de

      • Persönlichkeit und Motivation müssen stimmen

        Beim Besetzen vakanter Stellen achten Vertriebsleiter oft stärker auf die fachliche Qualifikation der Bewerber als auf deren Persönlichkeit und Motivation. Michael Schwartz, Leiter des Instituts für integrale Lebens- und Arbeitspraxis in Esslingen, erläutert, warum diese beiden Faktoren im Vertrieb so wichtig sind.

      • Neue Recruitingstrategien gegen den Fachkräftemangel

        Für den deutschen Mittelstand wird der Fachkräftemangel zum Geschäftsrisiko, zeigen Studien. Und die Situation soll sich noch verschärfen. Höchsten Zeit also, bei der Personalbeschaffung neue Weg zu gehen, so Gastautor Steffen Michel. 

      • Weniger IPO-Prospekt, dafür mehr Anlegerschutz

        Wer sich bislang per Börsengang Geld am Kapitalmarkt besorgen wollte, musste einen aufwendigen Prospekt erstellen. Eine Neuregelung sorgt jetzt bei kleineren IPOs (Initial Public Offering) für Abhilfe. Wie die Voraussetzungen aussehen, erklärt Rechtsanwalt Jörg Baumgartner in seinem Gastbeitrag.

      • Whatsapp startet Business-Offensive

        Im Servicefall können Verbraucher einige Unternehmen bereits über den Messenger-Dienst Whatsapp kontaktieren. Doch was passiert, wenn der Kundenservice Nachrichten initiativ versendet? Ein neues Business-Tool soll genau das ermöglichen.

      • Kundennutzenmodelle im B2B-Vertrieb von E-Marktplätzen

        Elektronische B2C-Marktplätze müssen ihre über Jahre errungene dominante Marktstellung in Gewinne umzumünzen, ohne ihre Marktstellung zu gefährden. Dazu gehört, Preise für langjährige Händler drastisch zu erhöhen. Kundennutzenmodelle spielen dabei eine wichtige Rolle.

      • "Belastete Geschäftsmodelle sind meistens nicht genug innoviert"

        Der ehemalige Roland-Berger-Krisenberater Thomas Knecht hat an der Spitze von Hellmann den Turnaround des weltweiten Logistikers geschafft. Branche und Wirtschaft fordert er zu mehr Wachsamkeit auf. Im Interview spricht er über Anpassungsfähigkeit und Insolvenzschutz.

      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      Prof. Dr. Oliver Budzinski
      University of Southern Denmark,
      Campus Esbjerg,
      Department of Environmental and
      and Business Economics
      Professor of Business Economics
      PD Dr. Jörg Jasper
      EnBW AG
      Senior Economist
      Prof. Dr. Albrecht F. Michler
      Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf,
      Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät,
      Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre
      außerplanmäßiger Professor
      Dr. Carsten Weerth
      Hauptzollamt Bremen
      Lehrbeauftragter an der FOM Hochschule für Oekonomie und Management
      Dr. Eggert Winter
      Hessische Staatskanzlei
      Leitender Ministerialrat

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

      Springer Professional - Die Flatrate für Fachzeitschriften und Bücher
      Man kann folgende grobe Zuordnung treffen, wobei Interdependenzen zu beachten sind: Die Wachstumschancen lassen sich in erster Linie auf der Grundlage einer geeigneten Ordnungs- und Strukturpolitik (Wachstumspolitik) realisieren; zur Vermeidung …
      Kommt der Euro, oder nicht. Dies ist auch kurz vor seiner Einführung, gemäß des im Maastrichter-EG-Vertrag vereinbarten Zeitplans, zumindest in Deutschland eine immer noch breit diskutierte und umstrittene Frage. Deutschland stellt heute mit der …
      Es geht in diesem Kapitel darum, die Chancen und Risiken einer EWWU abzuwägen, und zwar in der Form, daß die oben erläuterten Hoffnungen und Befürchtungen wirtschaftstheoretisch hinterfragt werden. Dementsprechend sind die zentralen (ersten drei) …

      Sachgebiete