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Gefangenendilemma

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Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

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    Ausführliche Definition

    1. Begriff: Das Gefangenendilemma kennzeichnet eine Situation, in der individuell rationales Verhalten der einzelnen Gruppenmitglieder zu einem für die Gruppe nicht Pareto-optimalem Ergebnis führt. Obwohl demnach ein Gleichgewicht vorhanden ist, ist dieses nicht gesellschaftlich optimal.

    2. Beispiel: Situation mehrerer Gefangener, die nicht miteinander kommunizieren und unabhängig voneinander verhört werden, wobei die Kronzeugenregelung gilt. Gefangene, die gestehen und damit ihre Mitgefangenen überführen, gehen mit geringer Strafe aus, während die durch Geständnisse ihrer Komplizen Belasteten einer verschärften Bestrafung unterliegen. Das Entscheidungsdilemma liegt darin, dass jedem isoliert handelnden Gefangenen ein Geständnis vorteilhaft scheint. Folglich werden alle Gefangenen als dominante Strategie gestehen und sich dadurch einer Bestrafung aussetzen, der sie durch gemeinsames konsequentes Leugnen hätten ausweichen können.

    3. Lösung: Ein gesellschaftlich optimales Ergebnis kann erreicht werden, durch: (a) wiederholte strategische Interaktionen,
    (b) Externe Bestrafung der Geständigen, die höher als die Gefängnisstrafe ist.

    4. Wirtschaftswissenschaftliche Bedeutung: Das Gefangenendilemma findet sich in zahlreichen wirtschaftlichen Konstellationen, z.B. bei Kartellen, dem Ziel der Preisniveaustabilität und im Rahmen von Kooperationsbeziehungen. In einer Forschungs- und Entwicklungskooperation etwa ist es für alle Partner individuell rational, eigene Ergebnisse zurückzuhalten und gleichzeitig von den Informationen des Partners zu profitieren. Handeln die übrigen Kooperationspartner aber entsprechend, so führt dies zu einem Zusammenbruch der vorteilhaften Kooperation. Das Gefangenendilemma kann institutionell überwunden werden, wenn die Beteiligten im Interesse der Gruppe insgesamt auf kurzfristige individuelle Vorteile verzichten, um so in den Genuss der Kooperationsvorteile zu gelangen. Dies kann z.B. durch die Gestaltung langfristiger Verträge erreicht werden.

    Vgl. auch Spieltheorie.

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      Mindmap Gefangenendilemma Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/gefangenendilemma-35414 node35414 Gefangenendilemma node46576 Spieltheorie node35414->node46576 node38470 Logrolling node38470->node35414 node36944 Kollektiventscheidung node38470->node36944 node29229 Condorcet-Paradoxon node38470->node29229 node50202 Vertrauensspiel node50202->node35414 node35303 extensive Form node50202->node35303 node28072 Datenorganisation node38693 Kampf der Geschlechter node39481 Normalform node39481->node35414 node39481->node28072 node39481->node38693 node39481->node46576 node32126 Hierarchienachteile node32126->node38470 node46302 politische Effizienz node38077 Neue Institutionenökonomik node46302->node38077 node29221 Cournot node46576->node29221 node46914 politische Durchsetzbarkeit node46914->node38077 node29369 Agrarpolitik node29369->node38077 node41093 Neoklassik node38077->node35414 node38077->node41093 node38671 Morgenstern node38671->node46576 node38246 inferiore Strategie node38246->node46576 node45660 Preistheorie node45660->node46576
      Mindmap Gefangenendilemma Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/gefangenendilemma-35414 node35414 Gefangenendilemma node46576 Spieltheorie node35414->node46576 node38077 Neue Institutionenökonomik node38077->node35414 node38470 Logrolling node38470->node35414 node39481 Normalform node39481->node35414 node50202 Vertrauensspiel node50202->node35414

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      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      Apl. Prof. Dr. Dr. Helge Peukert
      Universität Siegen, Masterstudiengang Plurale Ökonomik

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

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