Direkt zum Inhalt

ökonomische Rationalität

Definition

Der Begriff „Rationalität” bezieht sich auf das Verhalten von Wirtschaftssubjekten (Produzenten und Konsumenten) in Entscheidungssituationen. Der ökonomischen Rationalität liegt allg. das Streben nach größtmöglichem Nutzen bei beschränkten Handlungsalternativen zugrunde.

GEPRÜFTES WISSEN
Über 200 Experten aus Wissenschaft und Praxis.
Mehr als 25.000 Stichwörter kostenlos Online.
Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

zuletzt besuchte Definitionen...

    Ausführliche Definition

    1. Begriff und Verwendungsweisen: Der Begriff „Rationalität” bezieht sich auf das Verhalten von Wirtschaftssubjekten (Produzenten und Konsumenten) in Entscheidungssituationen. Der ökonomischen Rationalität liegt allg. das Streben nach größtmöglichem Nutzen bei beschränkten Handlungsalternativen zugrunde.

    Eine normative Verwendungsweise liegt vor, wenn den Wirtschaftssubjekten der Weg zu rationalem Verhalten gewiesen werden soll (normative Entscheidungstheorie); eine deskriptive Verwendungsweise, wenn Rationalität grundsätzlich als Merkmal handelnder Personen interpretiert wird.

    2. Objektive Rationalität: Es wird vollkommene Voraussicht bzw. Transparenz der Wirtschaftssubjekte (dem Homo oeconomicus verliehene Eigenschaft) angenommen; das Nutzenstreben wird allerdings auf Maximierung des monetären Vorteils beschränkt, v.a. Gewinnmaximierung des Unternehmers.

    Kritisiert wurde diese Auffassung u.a. wegen der möglichen Konsequenz der Entscheidungsparalyse: Wenn jede Aktion seitens der übrigen Wirtschaftssubjekte zu einer sofortigen Reaktion führt und damit der Handlungserfolg von vornherein verhindert wird, kommt es zur Handlungsunfähigkeit.

    3. Die Vorstellung von objektiver Rationalität im Rahmen der normativen Entscheidungstheorie und die dort vorgenommene Differenzierung zwischen Risiko- und Unsicherheitssituationen kann als Versuch gewertet werden, das Informationsproblem realistischer zu behandeln; allerdings bleibt auch hier die Nutzenfunktion unspezifiziert, sodass von einem Verzicht auf die Lösung des Motivationsproblems gesprochen werden muss.

    4. Begrenzte Rationalität: Wirtschaftssubjekte werden nicht als Maximierer, sondern als Satisfizierer interpretiert. Sobald das individuelle Anspruchsniveau erreicht ist, wird die weitere Informationssuche abgebrochen. Die Beschränkung der Rationalität ergibt sich ferner auf natürliche Weise aus Kapazitätsgrenzen im Hinblick auf Informationsaufnahme und -verarbeitung.

    5. Subjektive Rationalität: Wirtschaftssubjekte werden ebenfalls als nach Nutzenmaximierung strebende Wesen betrachtet; es wird allerdings berücksichtigt, dass sie ggf. unterschiedliche Motiv- bzw. Bedürfnisstrukturen besitzen und ihr Informationsstand i.d.R. ungleich ist (z.B. aufgrund ungleich verteilter kognitiver Fähigkeiten, unterschiedlicher Zugangsmöglichkeiten zu Informationsquellen).

    zuletzt besuchte Definitionen...

      Mindmap ökonomische Rationalität Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/oekonomische-rationalitaet-44883 node44883 ökonomische Rationalität node34752 Homo oeconomicus node44883->node34752 node28448 Anspruchsniveau node44883->node28448 node50370 verhaltenstheoretische Betriebswirtschaftslehre node34752->node50370 node44246 Rationalprinzip node34752->node44246 node43419 Simon node43419->node34752 node54080 Wirtschaft node54080->node34752 node28618 Arbeitszufriedenheit node28448->node28618 node53967 Satisfizierung node28448->node53967 node44616 resignative Arbeitszufriedenheit node44616->node28448 node28175 begrenzte Rationalität node28175->node44883
      Mindmap ökonomische Rationalität Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/oekonomische-rationalitaet-44883 node44883 ökonomische Rationalität node34752 Homo oeconomicus node44883->node34752 node28448 Anspruchsniveau node44883->node28448 node28175 begrenzte Rationalität node28175->node44883

      News SpringerProfessional.de

      • Persönlichkeit und Motivation müssen stimmen

        Beim Besetzen vakanter Stellen achten Vertriebsleiter oft stärker auf die fachliche Qualifikation der Bewerber als auf deren Persönlichkeit und Motivation. Michael Schwartz, Leiter des Instituts für integrale Lebens- und Arbeitspraxis in Esslingen, erläutert, warum diese beiden Faktoren im Vertrieb so wichtig sind.

      • Neue Recruitingstrategien gegen den Fachkräftemangel

        Für den deutschen Mittelstand wird der Fachkräftemangel zum Geschäftsrisiko, zeigen Studien. Und die Situation soll sich noch verschärfen. Höchsten Zeit also, bei der Personalbeschaffung neue Weg zu gehen, so Gastautor Steffen Michel. 

      • Weniger IPO-Prospekt, dafür mehr Anlegerschutz

        Wer sich bislang per Börsengang Geld am Kapitalmarkt besorgen wollte, musste einen aufwendigen Prospekt erstellen. Eine Neuregelung sorgt jetzt bei kleineren IPOs (Initial Public Offering) für Abhilfe. Wie die Voraussetzungen aussehen, erklärt Rechtsanwalt Jörg Baumgartner in seinem Gastbeitrag.

      • Whatsapp startet Business-Offensive

        Im Servicefall können Verbraucher einige Unternehmen bereits über den Messenger-Dienst Whatsapp kontaktieren. Doch was passiert, wenn der Kundenservice Nachrichten initiativ versendet? Ein neues Business-Tool soll genau das ermöglichen.

      • Kundennutzenmodelle im B2B-Vertrieb von E-Marktplätzen

        Elektronische B2C-Marktplätze müssen ihre über Jahre errungene dominante Marktstellung in Gewinne umzumünzen, ohne ihre Marktstellung zu gefährden. Dazu gehört, Preise für langjährige Händler drastisch zu erhöhen. Kundennutzenmodelle spielen dabei eine wichtige Rolle.

      • "Belastete Geschäftsmodelle sind meistens nicht genug innoviert"

        Der ehemalige Roland-Berger-Krisenberater Thomas Knecht hat an der Spitze von Hellmann den Turnaround des weltweiten Logistikers geschafft. Branche und Wirtschaft fordert er zu mehr Wachsamkeit auf. Im Interview spricht er über Anpassungsfähigkeit und Insolvenzschutz.

      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      Prof. Dr. Jean-Paul Thommen
      European Business School,
      Schloss Reichartshausen
      Head of Chair, Chair of Organizational Behavior

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

      Springer Professional - Die Flatrate für Fachzeitschriften und Bücher
      Um die Zielrichtung des evolutionstheoretischen Ansatzes gleich auf den entscheidenden Punkt zu bringen: der Einfluß der von Rechtsdogmatik und Rechtsprechung verwendeten Begründungen und Kriterien auf die Rechtsentwicklung wird grundsätzlich in …
      Die Zurückhaltung der Banken wie der multinationalen Organisationen bei der Vergabe zusätzlicher Kreditmittel im Zuge der concerted lending Strategien brachte zum Ausdruck, daß ohne Beseitigung des zentralen Problems des debt overhang, jenes …

      Sachgebiete