Direkt zum Inhalt

Markttransparenz

GEPRÜFTES WISSEN
Über 200 Experten aus Wissenschaft und Praxis.
Mehr als 25.000 Stichwörter kostenlos Online.
Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

zuletzt besuchte Definitionen...

    Ausführliche Definition

    Wissen über Marktvorgänge, v.a. hinsichtlich des Verhaltens anderer Wirtschaftssubjekte und über Marktkonditionen.

    Vollständige Markttransparenz (neben den Homogenitätsbedigungen ein Kriterium für vollkommene Märkte) liegt vor, wenn die Wirtschaftssubjekte alle wesentlichen Informationen über das Marktgeschehen, v.a. über die Preisbildung, besitzen. Je höher die Markttransparenz ist, desto leichter können die Handlungsträger die Aktions-Reaktions-Verbundenheit erkennen.

    Für Marktprozesse ist der Grad der Markttransparenz im Hinblick auf die Marktneben- und Marktgegenseite von Bedeutung, da hierdurch einerseits die Verhaltensweisen, andererseits die realisierbaren Wahlmöglichkeiten bestimmt werden. Markttransparenz stellt sich in Marktprozessen tendenziell um so schneller ein, je weniger Marktteilnehmer, v.a. Anbieter, vorhanden sind. Grund hierfür ist der Sachverhalt, dass durch Preissenkungen ausgelöste Abwanderungen von Kunden zu Konkurrenten rasch identifizierbar sind. Bei vielen Anbietern verteilt sich die Wirkung der Abwanderung auf viele Akteure und fällt im Verhältnis so gering aus, dass sie zumindest anfangs von zufälligen Schwankungen nicht unterschieden werden kann. Daher laufen Lernprozesse im Oligopol schneller als im Polypol ab, d.h., es kommt schneller zum Übergang von der poly- zur oligopolistischen Verhaltensweise (Aktions-Reaktions-Verbundenheit). Daneben ist für die Markttransparenz auch die Marktphase von Belang, da schnell mutierende Märkte die Herstellung von Markttransparenz erschweren.

    Auf die Schaffung von Markttransparenz zur Verhinderung von preislichen Wettbewerbsverstößen zielen identifizierende Preismeldestellen. In diesem Fall melden alle beteiligten Firmen Preisveränderungen an eine zentrale Stelle, die dann alle übrigen Firmen hiervon unterrichtet. Nicht erfasst werden dabei allerdings heimliche Preissenkungen, z.B. in Form von Nachlässen.

    zuletzt besuchte Definitionen...

      Mindmap Markttransparenz Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/markttransparenz-40872 node40872 Markttransparenz node30468 Aktions-Reaktions-Verbundenheit node40872->node30468 node40513 Markt node40872->node40513 node39233 Marktphase node40872->node39233 node44246 Rationalprinzip node46337 Preisbildung node46337->node40513 node28690 Angebot node53558 3D-Drucker node53558->node40513 node40867 Marktverhalten node40203 Marktstruktur node40867->node40203 node48518 Wettbewerbstheorie node48518->node40872 node48518->node40203 node44554 Polypol node40203->node40872 node40203->node44554 node40203->node40513 node54080 Wirtschaft node34752 Homo oeconomicus node54080->node34752 node43419 Simon node43419->node34752 node50370 verhaltenstheoretische Betriebswirtschaftslehre node42470 Reaktionskoeffizient node30468->node42470 node27940 Aktionsparameter node30468->node27940 node46442 oligopolistische Preisbildung node30468->node46442 node34752->node40872 node34752->node44246 node34752->node50370 node40842 Marktformen node36835 Einkommenselastizität der Nachfrage node40513->node28690 node46459 potenzieller Wettbewerb node46459->node39233 node39233->node40842 node39233->node36835 node39233->node40513 node40983 Knappheit node40983->node40513
      Mindmap Markttransparenz Quelle: https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/markttransparenz-40872 node40872 Markttransparenz node30468 Aktions-Reaktions-Verbundenheit node40872->node30468 node39233 Marktphase node40872->node39233 node34752 Homo oeconomicus node34752->node40872 node40203 Marktstruktur node40203->node40872 node40513 Markt node40513->node40872

      News SpringerProfessional.de

      • Dax-Vorstände verdienen noch mehr

        Wenn etwas die Gemüter erhitzt, dann sind es immer wieder die exorbitanten Bezüge von Vorständen und Aufsichtsräten von Unternehmen. Eine aktuelle Studie gibt der Diskussion neue Nahrung. Demnach bekommen die CEOs von der Post, Heidelberg Cement, Adidas und Daimler unglaubliche Summen. 

      • Enterprise Social Networks fördern Innovationen

        Der digitale Reifegrad deutschsprachiger Unternehmen verbessert sich zusehends. In allen Bereichen haben digitale Prozesse mittlerweile die analogen Formen der Zusammenarbeit überholt. Doch es gibt noch viel zu tun.

      • Konsequent digital steigert die Profite

        Je intensiver Unternehmen digitalisiert sind, desto höher ist ihr Gewinnwachstum. Allerdings braucht es dazu konsequente Strategien und den Willen zum Wandel auf allen Ebenen.

      • Warum Manager die Macht der Controller fürchten

        Die Rolle des Controllers verändert sich. Er soll gerade als Unterstützung im strategischen Bereich an Einfluss gewinnen. Doch noch ist nicht jeder Manager bereit, den Controller als Sparringspartner zu sehen.

      • So viele befriste Arbeitsverträge wie nie

        Es gibt viel zu tun für die Bundesregierung – auch beim Thema befristete Arbeitsverträge. Denn deren Zahl hat im Jahr 2017 ein Rekordhoch erreicht. Bei der Hälfte fehlt sogar der sachliche Grund.

      • Facebook und VW stehen nicht für Werte

        Cambridge Analytica bei Facebook und die nicht endende Abgasaffäre bei Volkswagen haben das Image beider Unternehmen schwer geschädigt. Verbraucher wissen nicht mehr, welcher Ethik sie folgen. Ein Gastbeitrag von Jan Döring.

      • Umweltaspekte in das Controlling integrieren

        Controlling wird mit Kennzahlen und nüchternen Fakten verbunden, selten jedoch mit dem Thema Umwelt. Eine Studie legt jedoch offen, wie wichtig es ist, Umweltaspekte mit dem Controlling zu verzahnen.

      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      Prof. Dr. Dirk Piekenbrock
      Duale Hochschule Baden-Württemberg
      seit Juni 2008 im Ruhestand

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

      Springer Professional - Die Flatrate für Fachzeitschriften und Bücher
      Das Bundeskartellamt hat sich im Juni 2011 mit Marktinformationssystemen auf dem Rohmilchmarkt beschäftigt und die Auffassung vertreten, dass auf diesem Markt eine zu hohe Markttransparenz herrsche. Dies reduziere den für einen funktionierenden Markt…
      Das Marktsystem ist ein evolutorisches System. Formalisierbar und gedanklich erfaßbar sind deshalb nur seine allgemeinen Züge, die Prinzipien nach denen es funktioniert, nicht jedoch seine konkreten Manifestationen. Daher gilt auch und …
      Die Erzielung eines adäquaten Grades an Markttransparenz für den Verbraucher stellt seit jeher eine der zentralen Zielgrößen der Verbraucherpolitik dar. Sie ist unabdingbare Voraussetzung für ein rationales und souveränes Konsumentenverhalten und …

      Bücher auf springer.com

      versandkostenfrei von springer.com

      Sachgebiete