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Bevölkerungswachstum

Definition

Bevölkerungswachstum beinhaltet die Veränderung der Bevölkerungsgröße zwischen zwei Stichtagen als Ergebnis eines Abgleichs der zwischen diesen Stichtagen erfolgten Geburten und Sterbefälle sowie Zu- und Abwanderung. Sie kann Bevölkerungszuwachs oder -abnahme ergeben. Das übliche Maß des Bevölkerungswachstums ist die jährliche natürliche Zuwachsrate (Nettozuwachs) in Prozent. Die Weltbevölkerung wächst mit 1,1 Prozent jährlich und wird laut UN von derzeit 7 Mrd. Menschen bis 2050 auf 9,3 Mrd. steigen (UN 2011).

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Das Original: Gabler Wirtschaftslexikon

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    Ausführliche Definition

    1. Begriff: Veränderung der Bevölkerungsgröße zwischen zwei Stichtagen als Ergebnis eines Abgleichs der zwischen diesen Stichtagen erfolgten Geburten und Sterbefälle sowie der Zu- und Abwanderungen (Migration, Wanderung). Sie kann Bevölkerungszuwachs oder -abnahme bedeuten. Das übliche Maß des Bevölkerungswachstums ist die jährliche natürliche Zuwachsrate (Nettozuwachs) in Prozent.

    2. Weltbevölkerung: Jährlich wächst die Weltbevölkerung laut Angaben der UN mit 1,1 Prozent, das sind rund 78 Mio. Menschen. In den von der UN regelmäßig erstellten Bevölkerungsprojektionen erscheint eine mittlere Variante als Richtwert für die künftige Weltbevölkerung. Er liegt für das Jahr 2050 bei 9,3 Mrd. und gegen 2100 bei 10,1 Mrd. (unter Berücksichtigung eines allg. leichten Geburtenrückgangs). Die Auswirkung von AIDS, bes. in Zentralafrika, ist dabei nicht exakt zu beziffern. Die höchsten natürlichen Zuwachsraten finden sich 2012 in Afrika (2,3), die niedrigsten in Europa (0,1). Die jährliche Zuwachsrate ist ein Entwicklungsindikator: Je höher sie liegt, desto größer müssen die Anstrengungen von Entwicklungsländern sein, um soziale Fortschritte und ökonomische Erfolge zu erzielen.

    3. Strategien/Ansätze zur Bewältigung des Bevölkerungswachstums:
    (1) direkte bevölkerungspolitische Maßnahmen, die das Bevölkerungswachstum unmittelbar zu verringern suchen (z.B. Sexualaufklärung, Werbung für Familienplanung, empfängnisverhütende Mittel und Sterilisation, Stärkung der gesellschaftlichen Rolle der Frau);
    (2) Anstrengung der Entwicklungsländer, die wachsende junge Bevölkerung sozioökonomisch zu integrieren (z.B. über Ausbildung, Produktionsstätten, Wirtschaftsbeziehungen und Durchsetzung „fairer Bedingungen“ am Weltmarkt);
    (3) negatives Bevölkerungswachstum, verbunden mit dem Rückgang des Jugendanteils und fortschreitender demografischer Alterung, zwingt die modernen Gesellschaften zu ständigen Reformen, um Humankapital und die Systeme sozialer Sicherung leistungsfähig zu erhalten;
    (4) Umsetzung von nachhaltiger Entwicklung, um ökologische Sicherheit für die zukünftigen Generationen zu gewährleisten;
    (5) die von 1974 bis 1994 alle zehn Jahre einberufenen Weltbevölkerungskonferenzen dienen der Verständigung der Völkergemeinschaft über die Bevölkerungstrends ihrer Länder und deren Zusammenhang mit Weltproblemen. Auf den Konferenzen von Bukarest (1974) und Mexiko City (1984) hat sich die Verbindung von Bevölkerungs- und Entwicklungspolitik durchgesetzt („Botschaft von Bukarest“). Die Ökologisierung dieses Komplexes im Sinn einer nachhaltigen Entwicklung für die Länder in Nord und Süd wurde erstmalig auf der Konferenz in Kairo (1994) durchgesetzt.

    Vgl. auch Bevölkerungspolitik, Weltbevölkerungskonferenz, demografischer Übergang.

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