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CLS

Definition

Mitte der 1990er-Jahre führten die Bemühungen, das Problem des Erfüllungsrisikos zu lösen, eine Gruppe wichtiger Devisenmarktteilnehmer, zu einem Lösungsansatz auf der Grundlage des Prinzips "Zahlung gegen Zahlung". Diese Bankengruppe gründete 1997 das zweckgebundene Finanzinstitut, Continuous Linked Settlement (CLS), zur Abwicklung und Verrechnung von Devisenhandelstransaktionen.

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    Ausführliche Definition

    Abk. für Continuous Linked Settlement. 1. Begriff: CLS ist ein privatwirtschaftliches, globales System zur Abwicklung und Verrechnung von Devisenhandelstransaktionen (Devisenhandel).

    2. Entwicklung: 1997 wurde die CLS Service Limited (CLSS) mit Sitz in London von 20 im Devisenhandel weltweit aktiven Banken gegründet und mit der Entwicklung des CLS-Systems und der Gründung der CLS Bank (CLSB) mit Sitz in New York betraut. Die CLS Bank war zunächst ein monofunktionales Institut, d.h. ihre Geschäftstätigkeit war allein auf die Abwicklung von Devisengeschäften beschränkt. Im September 2002 wurde CLS in Betrieb genommen. Mit der Einführung des Systems konnten Transaktionen in den sieben Währungen (australischer Dollar, kanadischer Dollar, Euro, Yen, Pfund Sterling, Schweizer Franken sowie US-Dollar) abgewickelt werden, die weltweit den Großteil des Wertvolumens im Devisenhandel auf sich vereinigen. Seit September 2003 nehmen die dänische, schwedische und norwegische Krone sowie der Singapur Dollar an CLS teil. Im Dezember 2004 wurde der Kreis der Währungen in CLS um den Hong Kong und den New Zealand Dollar sowie um den Korean Won und den South African Rand erweitert. Seit Mai 2008 können mit dem Israel Shekel und dem Mexican Peso 17 Währungen in CLS abgewickelt werden. Mit der Entwicklung des CLS-Systems reagierte der Bankensektor auf die Forderung der Zentralbanken der Zehnergruppe (G 10, Group of Ten), Maßnahmen zur Reduzierung des Erfüllungsrisikos im Devisenhandel zu ergreifen. In CLS wurden bis Ende 2007 - entsprechend ihrer Spezialbanklizenz - ausschließlich devisenhandelsbasierte Zahlungen auf Zug-um-Zug Basis abgewickelt. Seit Ende 2007 bzw. Anfang 2008 wickelt CLS auch Non-deliverable Forwards und Kredit-Derivate ab. Im Januar 2010 startete CLS in Zusammenarbeit mit Traiana den CLS Aggregation Service, um Kapazitätsproblemen wegen gestiegenen FX-Wachstums entgegenzuwirken. Im September 2013 führte CLS darüber hinaus die Möglichkeit der taggleichen Abwicklung von Devisengeschäften in US-Dollar und kanadischen Dollar ein.

    3. Systemdesign: Das System basiert auf dem Verfahren „Zahlung gegen Zahlung”. Dadurch wird sichergestellt, dass ein Devisenhandelsgeschäft nur dann abgewickelt wird, wenn die aus dem Geschäft resultierenden zwei Zahlungen gleichzeitig ausgeführt werden können. Die zentrale Abwicklung von Devisengeschäften bei der CLSB erfordert eine entsprechende Systeminfrastruktur. Die an CLS direkt teilnehmenden Banken unterhalten bei der CLSB ein Multiwährungskonto. Die CLSB ihrerseits hat bei den jeweiligen Zentralbanken, deren Währungen CLS-fähig sind, Konten eingerichtet, weil die Einzahlungen der Teilnehmer an die CLSB sowie die Auszahlungen der CLSB an die Teilnehmer über die nationalen RTGS-Systeme zu leisten sind. Die Devisengeschäfte der Teilnehmer werden in den Büchern der CLSB einzeln, d.h. auf Bruttobasis, abgewickelt. Gleichwohl profitieren die CLS-Teilnehmer hinsichtlich der Finanzierung ihrer Positionen von einem Netting-Effekt, da die CLSB für jeden Teilnehmer in den jeweiligen Währungen nur eine Netto-Position (d.h. Einzahlungsverpflichtung oder Auszahlungsanspruch) ermittelt.

    4. Teilnehmerkreis: CLS sieht unterschiedliche Teilnahmemöglichkeiten vor. Sog. Settlement Member (SM) nehmen an CLS direkt teil und unterhalten als einzige ein Multiwährungskonto bei der CLSB, über das eigene Transaktionen und Transaktionen etwaiger User Member (UM) oder Third Parties (TP) abgewickelt werden. Sie müssen Anteilseigner der CLS Group Holdings AG sein. UM sind ebenfalls Anteilseigner und reichen ihre Transaktionen direkt bei der CLSB ein. Die Abwicklung der Transaktionen erfolgt allerdings über das Konto eines von ihnen ausgewählten SM. Third Parties haben keinen direkten Zugang zur CLSB. Sie bedienen sich zur Abwicklung ihrer Transaktionen über CLS eines SM, mit dem sie in Vertragsbeziehung stehen.

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      Autoren der Definition und Ihre Literaturhinweise/ Weblinks

      Jochen Metzger
      Deutsche Bundesbank, Frankfurt am Main
      Bundesbankdirektor, Leiter des Zentralbereichs Zahlungsverkehr und Abwicklungssysteme

      Literaturhinweise SpringerProfessional.de

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